Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 2 (10.7.1845)
- Date
- 1845-07-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitungsnachrichten. Aus Bayern. Das förmliche Verbot des Besuches der diesjährigen Rabbiner-Versammlung, von Seiten der Bayerischen Nabbinen, ist nun endlich doch noch erfolgt. Im Namen Sr. Majestät des Königs ist es von den betreffenden Negierungen sämmtlichen Nabbinen mitgerheilc worden, daß der Besuch dieser Rabbiner - Versammlung allerhöchst verboten, mithin alle Betheiligung bei derselben strafbar sei. Hannover. Hannover, den 2. Juli 1815. Wir blicken in einen leeren Raum, an der Stelle, wo eine Sonne in erquickendem Glanze an unserm Himmel unrergegangen, um — nach kurzer Unterbrechung — an einem andern Horizonte in würde-. voller Glorie emporzuschweben; doch genießen wrr noch eine dem Gemüthe so wohlchuende Dämmerung — in der lebhaften Erinnerung des für uns abgeschlossenen Tages, wo Sr. Ehrwürden, unser vielgeliebter Rabbiner, Herr I)r. Adler in unserer Micre sich bewegte.— Erzogen in seiner Vaterstadt, gewann Herr I)r. A. nach seiner Znstalltrung durch eine edle Haltung, und durch sein offenes, zugängliches Wesen die Achtung und Liebe aller Gemeindeglieder. — Durch gor esfürchrigen Wandel im Hause und Leben erlangte der damals noch junge Mann sehr bald das Zutrauen der Alten; durch Anspruchslosigkeit, die Handhabe unserer theilwcis zerrüttet gewesenen Institute und Stiftungen, so wie durch unermüdece Thärigkeir, tue Anerkennung unserer sämmtlichen iBehörden.— Seine, in gewählter so wie die zunehmende Kraft eines wohlklingenden Organs von einer sich im Geist ausbildenden Cvnsequenz der Grundsätze zeugte. — Friedliebend in allen Handlungsweisen bewahrte er unsere Gemeinde vor jeder Spaltung, und die Ansprüche der Zerr erkennend, schenkte er dem Gottesdienste die bislang gefehlte Würde, durch Einführung eines freiwilligen Chers. Die allgemeine Anerkennung seiner Verdienste, bewährte sich ganz besonders in den letzten Tagen seines Hierseins. — Viele Fremde waren aus benachbarten Städten hiehergekommen, um die Abschiedsrede des Herrn vr. A. am verflossenen Sabbat zu vernehmen. Unsere nicht kleine Synagoge war daher mit einer von Ehrfurcht angeregten Menge überfüllt. — Die letzten an uns gerichteten Worte waren wie den innersten Herzensfalcen entsprossene Vermahnung, in väterlicher Milde gesprochen, gestützt auf einen dem vvrgelesenen TageSabschnilt entlehnten allbekannten Vers: in specieller Anwendung, — die religiösen Pflichten unserm Bewußtsein vorzuführen, religiöse Werktharigkeit damit zu verbinden, und der Heiligung, durch redlichen und gottgefälligen Wandel, uns zu befleißigen; — ganz besonders aber durch unter allen Lebensverhälrnissen auszuzeichnen. — Der Redner berührte die Zustände sammrlicher Institute der Gemeinde, bat um die Erhaltung der in ihrer Frische bestehenden, so wie um Erkrafcigung derer, die noch im jugendlichen Entstehen der Fürsorge und Stütze bedürfen; — so wie er seinem unbekannten Nachfolger Vorarbeiten von ihm der Obhut der Behörde übergeben sind. — Ein Seminar zur Ausbildung der den Landgemeinden so nöthigen Schullehrer.*) — Der Abschied ließ kein Auge trocken, und ob der nahen Trennniio, die alle Gemülhcr durchdebte. ward der, der Predigr folgende, vom Chor gesnngene Psalm 112 von der ganzen Gemeinde mir warmer Inbrunst begleitet. Viele der anwesenden hohen Staatsbeamten gaben «hr Leidwesen über den Verlust offen zu erkennen, und wiederholten ihre Abschiedsbesuche bis zu den letzten Stunden seines Hierseins. — Um unserm verehrten Herrn Dr. A. ganz nach Gefallen zu leben, unterließen unsere Gemeinde-Vorsteher jede von Gepränge begleitete Auszeichnung, dem jedoch eine lebhafte Jugend in Andrang der Gefühle nicht widerstehen konnte. Die Mitglieder unsres Chors vereinigten sich daher am Sonnrag Abend, um in Corpore Abschied zu nehmen; dieser war von einer herrlichen Serenade begleitet, und aus der, von Einem aus ihrer Mitte gehaltenen Anrede, möge Folgendes der Oeffentlichkeit übergeben sein: -; wir haben die letzte an uns gerichtete „Mahnung mir heißer Begierde geschlürft, und beneiden das Gefilde, wo fortan diese Quelle befrucb- *) Auf vielseitigen Wunsch ist die Predigt zuin Besten des Scminarsonds dem Drucke übergeben.