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Der treue Zionswächter · 1845-07-10 · 2 (10.7.1845) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
2 (10.7.1845)
Date
1845-07-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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11 Kasten , wir werfen dir nickt jenen Mangel an Bildung vor! Auch treue Männer reihen sich gerne zu dir, uennen sich mit deinem Namen, sie begründen darauf keinen Vorzug; aber wo es nöthig, wissen, zu deinem Nutzen, auch sie die Waffen des Geistes zu führen, gegen jeden, der dich kränket! Ja, dieses jüdische Volk! Es ist treu seinem Gotte, seiner Religion; es opfert, es entbehrt, läßt seiner spotten, läßt sich verhöhnen, und bleibt — Jude. Heute hat es das Gesetz von Sinai empfangen; wir wollen thun, wir wollen hören, spricht das Volk einstimmig. Dieses jüdische Volk! Es eintheilen nach den Provinzen der Länder? Eine Sprache sprechen alle Völker, Gott über Alles und die väterliche Religion! — Das ist mein jüdisches Volk! So lange es ist, wie es ist, zittere ich nicht für mein Judcnthum. Über die gegenwärtige Stellung -er Parteien r'm Jnderrthunr. Von vr. I. - (Fortsetzung.) Drei Parteien^sind es vorzüglich, die mehr oder weniger der einen, von uns letztgenannten, gegenübcrstehen, und die wi^: 1) die Partei des weiland Reform - Vereins, jetziger sogenannter Deutfth»Juden, 2) die Partei der Rabbiner - Versammlung, 3) die Partei der Reformen innerhalb talmudischer.Gränzen benennen mögen. Alle diese stehen, wie gesagt, wenn wir uns des Ausdruckes Partei hier bedienen dürfen, entgegen: 4) der orthodoxen, ,'konservativen Partei. Wir wollen es versuchen, jede dieser Parteien genauer zu skizziren, ihre Grundlehren hervorzuheben, ihren Umfang, ihre Bedeutsamkeit, ihre Stellung für Gegenwart und Zukunft näher zu bestimmen. ». Der weiland Nesorm - Verein, jetzt Deutsch-Juden. Als vor ungefähr 2 Jahren jene hinlänglich bekannte Herren in Frankfurt a. M. einen öffentlichen Aufruf zur Reform des Judenrhums erließen, und zu diesem Zwecke eine zahlreiche Vereinigung Gleichgesinnter herbeizuführen sich bemüheten, als Glaubenssätze aufgestellt, Dogmen beliebt wurden, die dem ganzen bisherigen Judenthume eine durchaus veränderte Gestalt geben mußten, nicht sowol das Judenthum reformiren, als vielmehr außerhalb der Grenzen desselben ein neues Religions-Gebäude aufführen sollten; da mochte Mancher, dem es noch Ernst war um die Erhaltung des uralten Gottes- Glaubens, bedenklich das Haupt schütteln, fürchtend, daß der seit einer Reihe von Jahren angehäufte Zündstoff jetzt, nachdem der entscheidende Funken in denselben gefallen, plötzlich erplodiren, eine Erschütterung herbeiführen würde, stark genug, um das schwache Gemäuer gänzlich zu zertrümmern, das morsche Gebäude in seinen Grundfesten aufzulösen und zu zerstören. Doch diese Furcht, sie war gänzlich unnötbig. Gar bald zeigte es sich, daß jene uralten, so verwittert aussehenden Steine, Manneö- Kraft, jugendliche Frische genug in sich trugen, um dem drohenden Ungewitter zu begegnen, daß, wenn in der That eine Erschütterung statlfinden sollte, diese nur dazu dienen würde, verderbenbringend auf die Häupter Derer zurückzufallen, von denen sie ausgegangen, nur das in Trümmer verwandeln würde, was in moderner Gestalt zur Restauration des Gebäudes hinzugefügt, sich aber nie mit demselben vereinen sonnte, sttts fremd, stets kränkelnd, stets verunzierend blieb. Und in Wahrheit! Nach den in den letzten Jahren gemachten Erfahrungen, wie die Reformen im Judenthume stets pur 1'oroo weiter geführt, wie keine Schranken unübersteiglich, keine Sitte zu ehrwürdig, kein Gesetz zu heilig war, als daß sie nicht allesammt niedersinken mußten vor dem gewaltigen Strome der sogenannten Aufklärung, hätte man auf einen ungeheuren Zudrang schließen müssen, sich zu schaaren unter dem Panier jenes Vereines, war ein Abfall in Masse in Aussicht gestellt. Doch wer sich ganz ruhig verhielt, das waren diejenigen, die durch die That schon längst bewährt, was hier erst im Prinzips ausgesprochen werden sollte, die eigenmächtig schon lange sich genommen, und mehr sich genommen, als selbst hier zu geben, man sich entschließen konnte oder wollre. Hie und da eine verlorene Stimme, ein vereinzelter Beifalls-Ruf, rings herum blieb Alles ruhig, nur eine Stimme des Unwillens, ein Schrei der Ent-

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