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Der treue Zionswächter · 1845-07-03 · 1 (3.7.1845) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
1 (3.7.1845)
Date
1845-07-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 Sendschreiben ehrwürdigen Herrn Oberjuristen und Oberrabbinen Salomon Löb Rapoport zu Prag, dem Landrabbinen, vr. Auerbach zu Darmstadt. ES kann Ihnen, ehrwürdiger Amtsbruder, eben so wenig entgangen sein, daß die trivialen Organe unserer Gegner darüber jubeln und frohlocken, daß Sie, gleichwohl zu den Notabeln der conservaliven Richtung im Judenthum gehörend, der Protestation der hundert u. sechszchn Nabbinen gegen die Beschlüsse der sogenannten „deutschen Rabbiner-Versammlung" bis jetzt nicht beigetrcten, als ich mich berechtigt fühlen könnte, auch nur im entferntesten zu zweifeln, daß Sie, wie sehr Ihnen auch der gewandte Präsident jener Versammlung in seiner Brochüre: „Die erste Rabbiner-Versammlung und ihre Gegner" S. 49 schmeichelt und liebäugelt, das arrogante Treiben und die destructive Tendenz dieser Versammlung vom Grund Ihres edlen und frommen Herzens verabscheuen. Nun stellen aber Ihre autographischen Worte, die mir so eben zu Gesicht kommen, das Bedürfniß einer öffentlichen Ansprache aller dem bestehenden Judenthnm treu anhangendcn Nabbincn an das gesammte jüdische Publikum, welche auf die Nichtigkeit jener Beschlüsse und die Unwürdigkeit der Beschließer mit allem Nachdruck Hinweisen müsse, als unabweislich dar. Sie schreiben nämlich unternn 24. Elul trcs vorigen Jahres an den Herrn Oberrabbinen, Jacob Bamberger zu Worms: 7'P225 8°5> (2772'^8,7818-?) 81' '1 7P127 2718" lW7l >>75 15.712 -^51 "87 '.7P7 '11 .j)'71" 7.12781 78^2'' 7l7l7s) 78 71512'7 782'1 251 7'71^" p'--15l ,8,7'7ip281 8'582'711 8'72'811 ,715''^" 2'7l72 P7 27 .2'517 222>' 2'.'127 7^ '1 .;77" 87 .771 17'2^7l '7 271 7'N2'.l7 j77 272521 2'271" .121P21 17 °71 217.7' 8177 1717 7^1 -775 '1 71757" 71P1 7817 7P1 '711^.72 781 -11^1 '7 787' ^55 72'8» „Sobald sie (die Rabbincr-Versamm- --7P127;il7- „lung) aber ihre Protocolle veröffentlicht haben, „dürfen wir die Hände nicht in den Schceß legen. „Meiner Ansicht nach ist es Pflicht, eine ausführliche Protestation in hebräischer und andern Spra- „chen an die Gemeinden Israels Ln den verschiedenen „Staaten, selbst in Rußland, Italien, England und „Amerika zu erlassen, des InhaltsJene sich „nennende Rabbinen seien nur Schakale, die den „Weinberg des Herrn Zebaoth verheeren, und in „eine Einöde verwandeln, keineswegs aber ihn „einzäunen wollen. Diese Protestation unter- „zeichne jeder Nabbine, in dessen Herz „Gottesfurcht wohnt. So ist meine Ansicht „jetzt, mehr davon später." Um so mehr, Herr Oberrabbiner, mußte es mich und viele meines Gleichen befremden und schmerzen, daß Sie, dessen Namen nicht weniger wegen Ihrer Charakterfestigkeit und Ihres frommen Wirkens, als wegen Ihrer Gelehrsamkeit allenthalben in vorzüglicher Achtung stehet, unsere schon im Conzepte Ihnen zu Gesicht gekommene, und von Ihren nächsten College»!, den Herren Nabbinen Samuel Freund und Ephraim Löb Teweles zu Prag Unterzeichnete Protestation, die nunmehr 116 Unterschriften zählt, bis jetzt noch nicht unterzeichnet haben. Wie, fragen wir uns, kann und darf es Ihnen gleichgültig sein, wenn auf der einen Seite hohnlachende Rabulisten aus diesem Stillschweigen eine feige Unentschiedenheit Ihnen vindizirend, laut rufen: Wie lange noch hinkest du auf zwei Krücken? und wenn ans der andern Seite die Bosheit Sie der Heuchelei zn zeihen sich erdreistet? Wie, fragen wir uns, sollten Sie der Sie schon vor neun Monaten das Bedürfniß einer öffentlichen Protestation gegen jene Beschlüsse erkannt und zu deren Ausführung gerathen haben, sich jetzt vom Kampfplatze in Ihre Zelle znrückziehen wollen, um ungestört Ihre kritischen Arbeiten, die so hoch inan sie auch schätzen mag im Bereiche der Wissenschaft, doch zur Förderung religiösen Lebens irn Geiste des Judenlhums, zur Veredlung der Gesinnungs- und Handlungsweise der uns anvertraueten Gemeinden wenig frommen, um ungestört diesen Arbeiten obliegen zu können? Sollten Sie müssiger Zuschauer bei der im Lager Israels ausgebrochenen Feuersbrunst bleiben wollen, anstatt mit Ihrer gewichtigen Stimme, mit dein Hauche Ihres Mundes eifrigst zum Löschen zu ermuntern? Sie, der Sie vor mehreren Jahren den Muth hatten.

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