Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 24 (1.12.1854)
- Date
- 1854-12-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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91 Lust und Gier? — Nimmermehr! Und »venu alle Mahuungsmittel an Gott aus deinem Kreise sich verloren hätten, und wenn alle Abstalten der Religion, dir deinen Zusammenhang mit der Höhe in die Seele zu rufen, von dir gewiesen worden wären — von dem Bundcssicgel au deinem Fleische kannst du dich nicht trennen, nicht entfernen, es ruft, es ruft dich auf zu deinem Gotte und zeigt dir die Verpflichtung mit Idm, in Ihm zu sein, zu leben, mahnt dich immerfort und fort au deinen israelitischen Beruf: über dein irdisches Sein den Gedanken an Gott zu breiten, für des Geistes Weihe und Heiligkeit einen geweihten und heiligen Körper zu bewahren. „Ich richte meinen Bund auf zwischen mir und dir und deinem Sa amen nach dir, für ihre Geschlechter zum ewigen Bunde, dir ein Gott zu sein und deinem Sa amen nach dir." „Das ist mein Bund, den ihr beobachten sollt zwischen mir und euch und deinem Saamen nachzdir: beschnitten werde bei euch alles Männliche." „Und der vorhäutige Mann, der sich nicht beschneiden läßt am Fleische seiner Vorhaut, diese Seele werde ausg erisscn aus ihrem Volke, meinen Bund hat er zerstört. So werde denn dieser Bund Gottes mit Abraham erhalten vou dir, und vererbe ihn deinem nachfolgenden Gcschlcchte. Liehe, dich Israel! hat Gott Seiner beseligenden Nähe auf immer würdigen wollen, dich führte Er in ein enges Verhältniß zu Sich, in dein Erdensein reicht Er hinein mit Seiner Unendlichkeit und heiligt deinen Körper durch den Bund, der dich mit Ihm verknüpft. Heil dir, wenn du es begreifst, was cs heißet, im Bunde mit Gott zu sein, wenn du in der Beschneidung das Zeichen erblickest und die Mahnung, dein äußeres Leben, dein Leben in der Sphäre des Irdischen zu weihen und zu heiligen; wenn du cs weißt, daß du durch die Bcschneidung den Bund aufrecht erhältst, ihn erneuest an dir und vor einer ganzen Welk mit dem Zcugnrß auftrittst, du bist heute noch der Träger der Offenbarung, die in deinem Stamme der Menschheit dargereicht wird zur Bcseligung und Erhebung ihres Lebens; daß durch die Beschneidung du es aussprichst, dein Glaube von heute ist durch ein vier-tausendjähriges der Zeiten getragen worden, und du so graue Vergangenheit an frische Gegenwart knüpfest, und indem du das Bundessicgel auch an deinem Sohne festigst, ne du cs anSsvrichst, Israel ist der grün/Zweig des uralten Baumes, den Gott in den Boden des j Lebens gepflanzt, daß seine Früchte einst noch zur Nahrung des ganzen Menschenthums dienen sollen. Wehe aber, wenn du diesen Bund zerstörst — du hast es ausgesprochen dann, daß du nicht für Gott, sondern für das Thier leben wollest, hast es ausgesprochen, daß vernichtet werde dein Zusammenhang mit Gotte, zerrissen die Kette, die dein Volk von seinem Beginne an, bis jetzt umschließt, — du hast es selbst verschuldet, wenn Gott von seinem Herzen dich läßt, wenn du zu Israels Gemeinschaft nicht mehr zählest, den Weg dZr Vernichtung wandelst. 8. Darum wahre dir den Gottesbund und erhalte ihn dir in deinem Geschlechte. Das Knäblein, das dir geboren wird, bringe zu Gott deiner Väter, und laß es eingehen durch das Zeichen der Beschneidung in den Bund, den Er mir Abraham geschlossen hat. Das Leben soll in seinem frühesten Morgen schon von der göttlichen Weihe durchtränkt werden. So wie die Anlagen und Fähigkeiten des Menschen in ursprünglicher Natur aus seiner Seele sich entwickeln, ebenso soll der künftige Beruf des Israeliten, seine Aufgabe das leibliche Sein von dem Wirken des Gottesgeistes durchdringen zu lassen, das äußere Sinnenleben nach göttlicher Vorschrift zu heiligen, ursprünglich mit seinem Eintritt ins Dasein ihm gegeben sein. Deswegen aber hat Gott einen Aufschub von acht Tagen dir verordnet, ehe du das Bundessiege! deinem neugeborenen Sohne aufdrückcst, um dir anzudeuten, daß die in sechs Schöpfungstagen gewordene Welt, welche durch den siebenten Tag, den Sabbath, den Stempel der Gottesweihe empfangen hat, dir geheiligt und geweihet entgegentritt, daß du also nur in dem Geiste und dem Plane Gottes darin wirkest; das Bundeszeichen des siebenten Eages reihe sich dem Bundeszeichen, welches du am achten Tage anfängst, genau an, weil dieses wie jenes dich lehrt, deine irdischen Strebungen durch Gottesgebot zu verklären, zu Gott emporzuziehen. 9. Die Pflicht der Beschneidung liegt dem Vater ob, denn ihm ist die Aufgabe geworden, israelitisches Leben in seinem Hause zu erhalten, er soll der Wächter sein seiner Familie, daß sie nach Gottessinne sich bilde. Unterläßt der Vater die Beschneidung, geht diese Pflicht auf die Religionsbehörde über, vollzieht sie diese nicht, so muß der Sohn selbst, wenn er größer geworden, sie an sich vollziehen lassen, sonst verfällt er der Erterminationsstrafe (>-)-). Die Bcschneidung geschehe am Tage, nicht in der Nacht, denn Israels Leben nach den Forderungen seines überirdischen Geistes soll ja : öffentlich der Welt, den Genüssen der Erde gegen-! sätzlich cntgegentreten, dieser sein Beruf kenntzeichnet! es ja vor der ganzen Menschheit, und soll eben ) nicht in das Dunkel, die Verborgenheit sich hüllen. § (Siehe das klebrige Iore Dcay 260—266.)