Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 24 (1.12.1854)
- Date
- 1854-12-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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95 rn. TiLM „Und Jakob blieb allein zurück, da rang ein Mann mit ihm bis der Morgen aufging. Und als er sah, daß er nichts vermochte gegen ihn, da berührte er seinen Hüflballen, und der Hüstballeu Jakobs ward verrenkt im Kampfe mit ihm. Und er sprach, entlasse mich, denn der Morgen ist aufgegangen, da erwiderte jener, ich entlasse dich nicht, du hättest mich denn gesegnet. Und er sprach, wie ist dein Name, und jener antwortete, Jakob. Hierauf sprach er, nicht mehr Jakob soll dein Name genannt werden, sondern Israel, denn gekämpft hast du mit Gott und Menschen und hast gesiegt." ..... „Darum essen die Söhne Israels nicht die Gid Hanascheh, die auf dem Hüflballen ist, bis zum heutigen Tag, dieweil er berührt hatte den Hüflballen Jakobs, den 7'^.« (1. B. M. 32, 25—30, 33) 1. Jsraelitenleben ist einununterbrochenes Kampfesleben. Ist Heiligung des Lebens Israels Beruf, Israels Aufgabe, dieweil sein Gott ein heiliger ist, und nach dem Ewigen feinem Gott soll Israel wandeln, soll das irdische Wirken sich verklären im Lichte des göttlichen Gesetzes, (siehe oben die Beschneidung) — aber dann ist ja der Kampf sein unausbleibliches Theil. Die Sinnenlust schürt die unheilige Flamme im Herzen an, die Erde macht ihre Anziehungskraft über ihr Geschöpf, des StaubeS Sohn, geltend; hineingestellt in eine Menschenwelt, die mit ihren Sorgen, Bedürfnissen, Zielen sich ganz anderswohin bewegt, als eö Israel ist aufgegeben von seinem Gott, mit welchen Waffen muß es dagegen ankämpfen, wie muß da der Jsraelite sich wehren mit unerschütterlichem Muth, mit unbeugsamer Kraft und Stärke. Und weil der Kampf Jsraelitenleben ist, so wird uns dieser Kampf veranschaulicht in Jakob dem Stammvater Israels, der mit seinen zwölf Söhnen, gleichsam wie die Sonne mit ihren zwölf Sternbildern, nicht mehr getrübt und verdunkelt durch neblige Schotten, durch dunstige Hüllen, wie bei Abraham durch Jischmael, bei Jizchak durch Esaw, sondern in verklärter Reinheit den Himmelskreis israelitischen Wirkens und Lebens dem ihm entstammten Jsraelitengeschlecht darstellt. (Ferrsekung silgr.) -»HSHv-- Gutachten des ehrwürdigen Herrn I. N. Mannheimer, Prediger in Wien. Der ehrwürdige Rabbi, Herr Nathan Koronel aus.Jerusalem, ist im Besitze von mehreren werthvollen Manuskripten, die für die. jüdische Literatur. von höchster Bedeutung sind: das Manuskript der ersten zwei Theilev'^o des Talmud Babli (Scraim und Moed), ist einzig in seiner Art, und dürfte wol kaum seines Gleichen haben. Es bieter zur Vergleichung mit den jetzt üblichen Ausgaben die wichtigsten Anhaltspunkte, und ist für die Geschichte wie für die Halacha von Gewicht; das Manuskript selbst wäre eine Zierde für jede bedeutende Bibliothek, und wäre es nur zu wünschen, daß es den Gelehrten zugänglich und der Forschung und Benutzung nicht entzogen werden möge. Nor der Hand beabsichtigt der Verfasser die wichtigsten Lesearten und Abweichungen, Versionen in eine Uebersicht zu bringen, und die wichtigsten Resultate seiner eigenen Forschung dem Publikum zur Kenntniß zu bringen und nachzuweisen, daß die in dem vorliegenden Manuskripte vorkommenden Lesearten auch die Ansichten des Rambam, Nif, Rosch o-wi chir: und Halachat-Gedolot u. s. w. wären, und manche Schwierigkeiten in der Erklärung sich dadurch von selbst heben und lösen. Wir können demselben nur den besten Erfolg bei diesem Unternehmen wünschen und konnte ihm nicht versagen, auf sein Verlangen das Zeugniß auszustellen, da ich mich, obschon nur durch flüchtige Uebersicht, von dem unermeßlichen , Werth dieses Schatzes überzeugt habe. Möge dieses Wort ihm von Nutzen sein, so wie ich selbst, auch mit der größten Bereitwilligkeit subscribire und zu jeglichem Beistand, der in meinen Kräften liegt, mich bereit erkläre. Wien, den 11. Februar 1854. 7"'75> vzc 7'' . Mannheimer, Prediger. Approbation. Das vorliegende hebräisch-talmudische Werk, Beth Nathan betitelt, enthält eine Sammlung verschiedener Lesarten zu den beiden talmudischcn Traktaten Seraim und Moed, welche Herr Rabbi Nathan Koronel aus Jerusalem nach einer mir vorgezeigten, aus Aegypten stammenden, äußerst kostbaren alten Pergamenthandschriftzusammengestellt hat. Rabbi David Asulai erwähnt in seinem be« rühmten bibliographischen Werke Schem Ha-Gedolim, irom« sie! 6iansii, eine derartige merkwürdige Handschrift, die er in Aegypten gesehen, rühmt dieselbe sehr wegen ihrer Wichtigkeit für das Talmud-Studium, indem er auch einige interessante Varianten daraus als Beispiel entnimmt, zeigend wie so manche Schwierigkeit dadurch gehoben werde. Nach seiner Beschreibung also ist es wahrscheinlich, daß es die vorliegende Handschrift sei, und haben wir uns durch vielfaches Blättern in derselben