Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 17 (25.8.1854)
- Date
- 1854-08-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2625941-2626037-2626054--2820-2627426- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
gestellte Antopathie eines solchen Augenzeugen unendlichen Werkt). In einer schön gehaltenen Prosa, begleitet mit vier Elegien, zeigt sie unS die heroische, allen Martern und Qualen Trotz bietende Standhaftigkeit jener c-vc cc'L?s>v; wie der blühende, von innerer und äußerer Bildung strotzende Jüngling und der hochbetagte greise Vater, wie die zartfühlende edel ^erzogene Frau und die jugendlich blühende Tochter mit gleichem Feuer, mit gleicher Kraft und Entschlossenheit sich gegenseitig zur Ehre und Vcrhcrrlichung des einzigen Gottes in heiliger Feierlichkeit dem Tode zuführcu; wie die Räuber des Glaubens bei ihrer Ankunft von dem einmüthigen und einstimmigen, die Luft erzitternden Schall des '? '? ^-rc'vpc aus den Mund Tausender sich dem Tode freudig geweihter Märtyrer empfangen worden und sie nur antrafen, Haufen der geweihten Reinen; wie sie Religion, die göttliche, bestätigten mit ihrem hervorspritzendem Blute und in der großen Sieges-Feicr ihre Seele dem Schöpfer übergeben. Leset Jünglinge in Israel die Geschichte des Lebens und deS Todes dieser Männer und Jünglinge unserer edlen Vorgänger und fraget euch, wessen Verbrechen gegen unsere heilige Ahnen unverantwortlicher sei, das ihrer Verfolger, oder das dessen wir uns gegen Gott und gegen sie verschulden, wenn wir den Genuß des Augenblicks, das Leben und Streben in dem so theuer erhaltenen Glauben opfern. Fraget euch, wer den nagenden Wurm gebracht in dem so alten und mächtigen Glaubensstamme, ob die Männer der Stabilität oder die Männer des Fortschrittes! Fraget euch, wer dieses vergossene theure Blut vergeudet, die Männer die auS innerer Ueberzeugung das schützende Wort für „Alles- oder die, die das niederrcißende für „nicht Alles" führen! Fraget euch, wer hcrbeigcführt hat den unter den großen Theil unserer Jugend eingeschlichencn Jndifferentismus, daß sie nicht denken und nicht leben in ihrem Glauben! Leset und denket und ihr werdet es erfahren, wie eben der Mangel am Denken in der Religion die Wiege der sogenannten Aufklärung und das Grab deS Glaubens und der Glückseligkeit sei!! — Moralische Sprüche aus dem Talmud. (Bcschlu,;.) 108) Nach der Meinung R. Iose's S. Cbanina haben die drei Erzväter die drei alltäglichen Gebete cingeführt. Nach der Meinung N. Josua's S. Lewi aber, wurden sie erst später als Ersatz für die früheren täglichen Opfer die im heiligen Tempel dargebracht wurden, eingefükrt (und zwar das Morgengebet als Ersatz des Morgenopfers, das Abendgebet für das Abendopfcr, das Nachtgebet für die übrig gebliebenen Opfcrstücke deS Tages, welche die ganze i Nacht hindurch auf dem heiligen Altar geräuchert wurden.) In Uebereinstimmung mit der Meinung des Ersteren wurde auch gelehrt, daß Abraham das Morgengcbet eingeführt habe, so wie es (1. B. M. 19, 27) heißt: „Abraham machte sich früh Morgens auf und begab sich an jenen Ort, wo er früher vor den Ewigen betend gestanden;" Jizchak das Vespcrgebet, so wie es (das. 21, 63) heißt: „Und Jizchak ging aufs Feld zu beten zur Abendzeit;" Jakob endlich das Nachtgebet, wie es (das. 28, 10) heißt: „Er betere an den Ort wo er übernachtete, da die Sonne untergegangen war." 109) Einst stellte ein Schüler die Frage an R. Iosua, ob es auch des Nachtö unumgänglich nöthig wäre das Gebet zu verrichten? dieser verneinte es (und zwar weil er auch der Meinung war, daß es bloß ein Ersatz für die des Nachts vormals geräucherten Opferstücke sein soll, die doch nicht jeden Tag nothwendiger Weise übrig bleiben mußte;) als er aber nachher diese Frage auch an den Nassi (Patriarchen) Naban Gamliel (den Jüngeren zu Iabne) stellte, bejahte er es, und als dieser ihm erwiderte, daß R. I. ihm das Gegentheil gelehrt habe, befahl er diese Frage bei vollem Lehrhause in Gegenwart aller Gelehrten nochmals vorzubringeu. Als dieses geschah, erklärte sich Rabau G. wie früher für dessen Nothwendigkeit und forderte zugleich alle Anwesenden ans, ihm zu sagen, ob Jemand anderer Meinung sei. N. I., der ihn aus Rücksicht seiner Nassi-Würde nicht öffentlich widersprechen wollte, sagte „nein!" N. G. aber sagte zu ihm: Man hat ja in deinem Namen das Gegentheil berichtet, stehe daher auf, damit man dies wider dich bezeigen könne. N. I. stand auf und sagte: Nie kann und werde ich auch diesen Zeugen widersprechen, denn wenn es auch Jemand wagen könnte, einen bereits Verstorbenen Lügen zu strafen, so würde er dies ja doch nicht zu thun wagen, wenn ihm dieser noch lebend gegenübersteht. Und so mußte R. I. auch stehen bleiben, während N. G. seinen Vortrag sitzend hielt. Dies verdroß aber das anwesende Volk so sehr, daß sie dem assistireuden Vorrragserklärcr R. Ehuzpiß Stille geboten, in Folge dessen auch der Vortrag unterbrochen wurde. Sie äußerten ferner: Wie lange noch werden wir den R. I. von ihm (R. G.) so beleidigen lassen? da er ihn schon früher zweimal beleidigt hatte. (S. Trakt. Rosch Haschana 25, 1 und Bechoroth 36, 1) und beschlossen hierauf den R. G. abzusetzen und an seine Stelle den R. Eliasar S. Asaria als Nassi zu wählen, weil sie den R. I. als Betreffenden, und den R. Akiba der als ein Proselite keine frommen Ahnen hatte, nicht wählen wollten, R. E. S. A. aber nicht nur als großer Gelehrter, alle an ihn zu stellenden rituellen Fragen beantworten und als reicher angesehener Mann sie bei der römisch-kaiserlichen Regierüng vertreten könne, sondern auch als