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Der treue Zionswächter · 1854-08-25 · 17 (25.8.1854) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
10 (1854)
Issue
17 (25.8.1854)
Date
1854-08-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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67 Esra's Urenkel im zehnten Geschlechts, die Verdienste seiner Urahnen zu genießen haben wird. Als man ihm nun diesen Antrag stellte, der Präsident der Academie zu sein, sagte er: Ich will mich zuerst hierüber mit meiner Gattin berathen," welches er auch that; als diese aber gegen ihn die Besorgniß äußerte, man würde ihn vielleicht wieder von diesem Amte entfernen (sobald man sich nämlich mit R. G. wieder ausgesöhnl haben wird) entgegnen er, daß selbst die nur zeitweilige Bekleidung dieser hohen Würde sie dennoch erfreuen könne, so wie das Sprüchwort sagt: „Möge der Mensch sich zu seinem Vergnügen, wenn auch nur einen Tag, eines köstlichen BecherS Wein bedienen, und sollte derselbe auch schon Tags darauf zerbrochen werden." Er wurde hierauf wirklich zum Präsidenten ernannt, und es wurde gleich aufseinen Befehl die Thorwache abgeschafft, welche während N. Gamliels Präsidium am Eingänge des Lehrhauses ausgestellt war, um keinen Schüler von zweideutigem Charakter (dessen Gesetzes-Studium für ihn sowol als für seine Nebcnmenschen nur schädlich sein kann) einzulassen. R. A. S. A. war aber der Meinung, daß man jeden Menschen so lange für brav halten müsse, bis man sich vom Gcgentheit zur Genüge überzeugt hat. In Folge dessen mußten im Lehrhause gleich auch einige hundert Sessel mehr für die neu eintrekenden Zuhörer herbeigeschafft werden. Als R. G. dies sah, machte er sich selbst hierüber Gewissensbisse und den bittersten Vorwurf, als hätte er bis nun durch seine strengen Anordnungen Viele in Israel vom Gesetzes-Studium abgehalten. Zu seiner Beruhigung wurde ihm aber im Traume gezeigt, daß alle diese neuen Jünger nur den weißen Aschenkrügen gleichen (ihr Thora- Studium nämlich nur zum Lcheinc und ganz nutzlos sei.) Trotzdem nun R. G. auf diese Weise seiner Präsidenten-Stelle verlustig ward, hielt er cs dennoch nicht unter seiner Würde, das Lehrhans alltäglich so wie früher zu besuchen, wenn auch jetzt nur als bloßer Zuhörer. Bei dieser Gelegenheit, als nämlich R. I. gegen seine eigene Ansicht die eheliche Verbindung mit einem amonitischcn Proseliten, im scheinbaren Widerspruche mit dem heiligen Terte (Z. B. M. 23, 4) aus dem Grunde gestattete, weil der assirische König Sanchercb die ursprünglichen Abkömmlinge von Amon und Moab bereits unter alle Völker zerstreut hat und zugleich alle von ihm (N. G.) dagegen angeführten Schriftstellcn, auf die scharfsinnigste Weise so erklärt hat, daß alle anwesenden Gelehrten dieser seiner Erlanbniß auch beistimmten, überzeugte sich R. G. von der großen talmudischen Gelehrsamkeit R. Iosua's, und euschloß sich daher ihn zu besuchen, um wegen der ihm früher zugefügten Beleidigungen gehörig Abbitte zu thun. Als er nun in seine armselige Wohnung trat, bemerkte er, daß deren Wände sehr schwarz waren und sagte daher zu ihm: „Ans den Wänden deines Hauses ist ersichtlich, daß du von Profession ein Kohlenbrenner sein mußt. Wehe dem Geschlechts, erwiderte jener, besser Vorsteher du bist und wehe dem Schisse dessen Führer du sein willst! wenn du dich bis nun nicht einmal bekümmert hast zu^ssen, in welcher mißlichen Lage die Gelehrten leben, womit sie sich beschäftigen und wovon sie sich ernähren müssen. Da sagte R. G.: Freund! ich gestehe es ein, daß ich dir bis nun Unrecht gethan habe, doch verzeihe es mir. Da aber jener auf diese seine Bitte keine Rücksicht nehmen wollte, fügte dieser hinzu: Thue es doch zur Ehre meines verstorbenen Vaters, worauf sich R. I. von ihm auch wirklich besänftigen ließ. Als aber die Frage entstand, wer diese erfolgte Aussöhnung den übrigen Rabbinenanzeigen sollte, meldete sich hiezu ein Walker, diesen schickte R. I. in das Lehrhaus, um daselbst in seinem Namen Folgendes zu verkünden: „Wer früher das Ehrenkleid getragen, (R. G. nämlich) trage es auch ferner, es geziemt sich aber nicht, daß derjenige der es bis nun nicht getragen (R. E. S. A.) zu jenem sagen solle: Ziehe es aus damit ick es anziche. Da aber auf Anrathen des R. A. die Thüre des Sckulhauses schon früher gesperrt war, um zu verhüten, daß nicht R. G.'s Dienerschaft eintrewn und den Rabbinen Etwas zu Leide thun solle, wurde auch dieser abgesandte Walker nicht eingelassen. Es entschloß sich daher R. I. selbst hinzugehen, und als er daselbst anlangte, klopfte er an die Thüre und rief hinein: Nur für den Sohn eines Priesters geziemt es sich die heiligen priestcrlichen Funktionen zu verrichten, nie aber geziemt es sich daß derjenige, der weder selbst Priester noch Priesterssohn ist, einen wirklichen Priester oder Priestcrssohn als untauglich zu diesem heiligen Amte erklären solle, (er wollte hiemit gleichsam anzeigen, daß so wenig wie R. G. als geborener Laie berechtigt wäre, dem R. E. S. A. sein ihm angeborenes Priesterthum streitig zu machen, ebenso wenig sollte sich wieder dieser dazu brauchen lassen, dem R. G. der von lauter vornehmen Nassim abstammt, sein Nassi-Amt zu entziehen, und thäten die Rabbinen damit auch ein großes Unrecht, wenn sie hiezu die Veranlassung wären. Hierauf nahm R. Akiba im Namen Aller das Wort und sagte: Da wir dies nur als Genugthnung für deine, von ihm gekränkte Ehre gethan haben, du eS ihm aber jetzt bereits verziehen hast, so wollen wir, ich und du, als Vertreter aller Uebrigen, ihm morgen früh schon wieder unsere ehrerbietige Aufwartung machen und ihn wieder, im Namen Aller als Nassi einsetzen, welches auch geschah. R. E. S. A. wurde aber hiedurch doch nicht ganz beseitigt, es wurde vielmehr die Einrichtung getroffen, daß R. G. immer an zwei Sabbathe, er aber nur an einen den religiösen Vortrag halten solle, weshalb man auch später zu fragen pflegte. «Von wem ward diesen Sabbath der Vortrag gehalten? — Der Schüler der oben-

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