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Der treue Zionswächter · 1854-06-16 · 12 (16.6.1854) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
10 (1854)
Issue
12 (16.6.1854)
Date
1854-06-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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46 die wichtigsten Vorschriften des äußeren Gottesdienstesder Art, daß sie der Jugend ohne alles Bedenken gelehrt werden können und müssen. Das Buch enthalt einen ersten und zweiten Cursus — jenen für die jüngeren, diesen, mit vielen belehrenden und eindringlichen Anmerkungen (auch der Prüfungs« Akt der Consirmanden und die kurzen Biographien der Kommentatoren des schriftlichen und mündlichen Gesetzes sind bcigegeben) versehen, für die gereifteren Zöglinge, doch sind sie obschon unzusammenhängend, mit einander verbunden, um sich gegenseitig zu ersetzen und die Anschaffung des Ganzen zu erleichtern. Damit nun die weiteste Verbreitung von diesem nützlichen, 11? 2 Druckbogen umfassenden. Buche für öffentliche Schulen ermöglicht wird, haben wir den Kaufpreis so niedrig gestellt, (31/?R.-M. gleich 8 Sgr. oder 28 Tr. netto), daß auch in dieser Beziehung ihm Keines an die Seite gesetzt werden kann. Da auch die typische Ausstattung mchts zu wünschen übrig läßt, so sehen wir zuverläßig zahlreichen Bestellungen, die auf's Pünktlichste ihre Erledigung finden werden, entgegen. — Bei Abnahme von größeren Parthien werden 10"/o gegeben. Bamberg. Buchner'sche Buchhandlung. --»HSS-o- Moralische Sprüche aus dem Talmud. (Fortsetzung.) 92) Raba verrichtete nach v'c folgendes Gebet: Mein Gott! vor meiner Entstehung war ich nicht würdig erschaffen zu werden, und jetzt da ich bereits erschaffen bin, bin ich nicht minder.unwürdig. Staub bin ich im Leben, um wie viel mehr erst nach mefnem Tode. Ich bin gleichsam ein Gefäß voll Schmach und Schande (wegen meines unrechtlichen Lebenswandels). Es sei daher dein Wille, mich ferner vor Sünden zu bewahren, und meine früheren Sünden mögest du mit deinen Erbarmen, nicht aber durch Leiden und böse Krankheiten rein waschen. Dies war auch das Bußgebet des Rabbi Hannuna am Versöhnungstage, wo wir es jetzt auch noch am Schluffe der v"c verrichten. — R. Scheschelh verrichtete an einem Fasttage nach v"c folgendes Gebet: Herr der Welt! es ist dir wohl bekannt, daß so lange der heilige Tempel gestanden, der Sünder nur ein Opfer brachte, wovon man das Fett und Blut auf dem Altar dargcbracht und hiedurch dessen Versöhnung bewirkt hat; jetzt da ich gefastet und mein Fett und Blut hiedurch vermindert wurde (wodurch zugleich auch meine thierische sinnliche Begierde bedeutend geschwächt wurde); achte es daher als hätte ich es auf deinen Altar gleichsam geopfert und nimm mich daher auch wohlgefällig auf. 93) R. Jochanan berichtet, daß R. Meier nach Vollendung des Buches Job immer zu sagen pflegte: Das Ende eines jeden Menschen ist der Tod, so wie das Schlachten das Ende eines jeden Thieres ist; muß aber alles Lebende demnach endlich dem unerbittlichen Tode heimfallen, so ist nur jener Mensch als wahrhaft glücklich zu preisen, der nach der heiligen Lehre erzogen und nach deren Vorschrift auch sein Streben im Leben immer gerichtet hat^ seinem Schöpfer Vergnügen stets zu machen sich bemüht, und so wie er mit einem guten Rufe auf^ gewachsen, eben mit einem solchen wieder aus der Welt geschieden ist, und von einem solchen sagt auch der weise Salomo (Pred. 7, 1): ».Ein guter Ruf ist besser als feines Oel." 94) R. Meier's Wahlspruch war: Einen jeden Menschen müsse stets im Innern die göttliche Stimme gleichsam zurufen: Bestrebe dich mit ganzem Herzen und ganzer Seele meine Wege zu erkennen und alltäglich an meines Tempels Thüre zu eilen, bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor trügerischen Reden, bewahre meine Lehre in deinem Herzen und meine Ehrfurcht schwebe stets vor deinen Augen, bewahre Leinen Mund vor jeder Sünde, reinige und heilige dich von jeder Schuld und jedem Vergehen, so werde auch ich stets mit dir sein. 95) Die Gelehrten zu Janina hatten immer zum Wahlspruch (um jeden Stolz und Eigendünkel von sich fern zu halten): Ich bin ein Geschöpf Gottes, mein Nebenmensch ist es auch, Hab' ich mein Geschäft in der Stadt (meinem Thorastudium nämlich obzuliegcn), so hat er es auf dem Felde (es zu bearbeiten), ich stehe früh auf zu meinem Geschäfte, er zudem seinigen, und so weniger mich auf mein Geschäft beneidet, beneide ich ihn auf das seinkge. Vielleicht könntest du aber denken, daß ich zur Erfüllung des göttlichen Willens viel, er aber nur wenig beiträgt, dagegen haben wir aber ja bereits gekernt, daß derjenige der diesfalls nur wenig zu leisten scheint, doch demjenigen gleicht, der viel leistet, inwiefern seine Absicht nur ist, zur Ehre Gottes Etwas für das allgemeine Wohl zu leisten. 96) Abajes Wahlspruch war: Immer sei der Mensch bei seiner Gottesfurcht auch klug, besänftige stets durch sanfte Worte den auf ihn Zürnenden, spreche freundschaftlich und friedfertig nicht nur mit seinen Anverwandten sondern auch mit jedem Menschen, selbst mit einem Heiden, den er etwa auf der Straße begegnet, denn nur so wird er von Gott geliebt und unter den Menschen wohlgelitten und geachtet werden. So erzählt man auch von Nabban Jochanan S. Sakai, daß ihm niemand, selbst kein Heide mit der Begrüßung zuvorkommen konnte, weil er vielmehr stets jeden zuerst grüßte. 97) Nabba's Wahlspruch war: Der Zweck aller Weisheit und Kenntniß muß sein: Selbstbesserung Und die Ausübung guter Handlungen. Nie darf aber der Mensch stolz auf seine Gelehr,

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