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Der treue Zionswächter · 1854-06-16 · 12 (16.6.1854) · page 1

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
10 (1854)
Issue
12 (16.6.1854)
Date
1854-06-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dr g s n - zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Iudenthums. 10 Jahrgang. 16. Juni 1851.! Altona. > si'v '2 5VL12. Ucber Tradition. Als Moses die heilige Schrift von -der göttlichen Gnade erhielt, wurde ihm neben dieser.schriftlichen, noch eine mündliche Lehre zu Thejl«Md zwar sollte diese mündliche Belehrung, dem ausdtHcklicheli Willen des göttlichen Gesetzgebers, zufolge,,stets eine mündliche bleiben. Sie sollte nie niedergeschrieben werden, und nur von den Aeltesten und Lehrern des einen Geschlechts, dem folgenden treu und unverfälscht überliefert werden. Möglich, daß der allweise Gesetzgeber sich dieses Mittels bediente, damit die heilige Lehre nicht bloßes Werk des Gedächtnisses iverden sollte, die jeder in seinem Buch? Nachlesen könne. Das lebendige, dem Herzen entströmende Wort des für das Heilige begeisterten Lthrers wird sich nicht allein dem Gedächtnisse des Schülers einprägen, es wird ihm vielmehr av's.H?rz dringeg/ seinen Eifer für die heilige Sache anfachen .und ihn erst recht fähig machen seiner Bestimmung, So war der Wille des heiligen göttlichen Gesetzgebers. Als aber im Laufe des Zeiten der jüdische Staat als solcher'aufgehört hatte, die Juden über die weite Erde sich zu zerstreuen angefangen, da traten die Aeltesten und Weisen, die Häupter des Volks, die für seine Zukunft besorgt waren, zusammen, und beschlossen, zur Erhaltung eben dieser, göttlichen Lehre, gestützt auf die Autorität eines vorhandenen göttlichen Gesetzes, die Tradition niederzuschreiben; und ihrer weisen Fürsorge haben wir es zu verdanken, daß das göttliche Wort uns nicht ein unverständlicher, todter Buchstabe geworden ist. Bei der schriftlichen Darlegung unserer uralten Tradition, beobachteten sie indeß die Vorsicht, solche, so abzufassen, daß man der Hülfe eines Lehrers dennoch nicht entbehren könne. Sie suchten quf.diese Weise zu verhüten, daß nicht dem Zwecke dieser -riedergeschriebeuen Tradition entgegenarbeitet, daß '.sie ihrer Nothwendigkeit desto mehr entspreche. Es kann in unsere Seele nicht der Verdacht gerathen, chaß die hiuterlassene Tradition sei es auch nur theilweise, oder selbst in einem einzigen Ausspruche nur verfälscht oder untergeschoben sei, da die Lehren derselben nicht auf Theoncen beruhen, vielmehr eine reine praktische Richtung angenommen haben. ' . -»-SYS-V- Prospeetus. Wenn wir hiemit das jüdische Publikum auf ein neues Buch aufmerksam machen und für dasselbe lebhaftes Interesse beanspruchen, so geschieht es nicht aus den gewöhnlichen Rücksichten eines Verlegers, sondern in dxr Ueberzeugung, daß man uns dafür Dank und Anerkennung zollen wird. So eben verläßt nämlich die Presse ein Lehrbuch der israelitischen Religion, zum Unterrichte für die Jugend „Lb'-L' genannt, das wol mehr als alle derartigen Eompendien geeignet sein dürfte, ein wesentliches Bedürfniß zu befriedigen, und Gemeingut für Schule und Haus zu werden. Der Verfasser, .HM Di. I. Schwarz, Rabbiner in Bayreuth, hat lM^Wnne Nnd'Geiste des positiven Judenthums gearbeitet, und sohin ist der Weg angegeben, deu er. eingeschlägen und das Ziel, das ihm.vor Augen schwebce. Aecht jüdische Schüler, die, stolz auf ihft'Religion, sie auch frei bekennen und ihr Panier heilig halten, soll dieses Produkt heranbilden, weßhalb auch in ihm kein Hin- und Herschwattken auf den Schultern des schalen Nationalismus anzutreffen ist. Sicher hat aber auch die Beliebtheit jener Neinen, bequemen Religions-Katechismen, <die nicht chehr enthalten als ein trockenes Moralsystcm, und .denen man's 'an der Stirne ablesen kann, daß es Wien mehr um AccvrnvdatLon, als um Erhaltung des väterlichen.Glaubens zu thun, — wie sie auch die wesentlichsten Prinzipien möglichst farblos und Allen mnndrecht schildern — ihren Culminations- Pünkt erreicht, uyd gewiß, ist es hohe Zeit, solchen indifferenten Cosmöpolltismus auf die Seite zu schäffen. Hhne Zweifel wird genanntes Religionsbuch sein Schärflcin dazu beitragen. Denn darin schd' die dreizehn Glaubens-Artikel als Richtschnur der dogmatischen Hrörtcrung beibehalten, die vielen bibel'fchen Belegstellen in der Ursprache, (punktirt) unddie Pflichtenlehrein eindringlichem, leichtfaßlichcn Style mjtgetheilt. In einem Anhänge befinden sich

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