Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1854-06-16 · 12 (16.6.1854) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
10 (1854)
Issue
12 (16.6.1854)
Date
1854-06-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2625941-2626037-2626049--2796-2627397
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

47 samkeit sein, und sich darauf zu gut thuend, selbst die Achtung vor seinen Eltern, Lehrern oder sonstigen Gelehrten, die älter und weiser sind als er, verlieren. Es heißt daher (Ps. 111, 10): Der Anfang und Zweck aller Weisheit muß die Gottesfurcht sein, darnach zu handeln ist große Klugheit und bringt unvergängliches Lob; nicht dem, welcher den Vorschriften der göttlichen Lehre kundig ist, sondern dem, der danach handelt und zwar aus reiner Absicht und zur Ehre Gottes, wird unvergängliches Lob zu Theil, wer aber die Religion nur als Mittel zur Erreichung unedler Zwecke gebraucht, ist seines Daseins unwürdig. 98) Rab's Wahlspruch war: Das jenseitige Leben gleicht in nichts dem diesseitigen, denn im ersteren findet weder Essen, Trinken, ehelicher Umgang noch sonst ein weltliches Geschäft statt, eben so wenig giebt es dort Neid, Haß, Zank und Streit. Es sitzen vielmehr nur dort die Frommen mit der Krone ihrer hier erworbenen Verdienste am Haupte, und weide» sich am Anblicke der göttlichen Herrlichkeit, so wie es (2. B. M. 21, 11) auch heißt: „Sie sahen die Herrlichkeit Gottes, und dies war ihnen gleichsam der höchste Seelengenuß." 99) Auf die Frage welche Nab einst an R. Chaja richtete: Womit können Frauen sich ein moralisches Verdienst erwerben? antwortete jener: Damit, wenn sie ihre Kinder frühzeitig zum Erlernen des Religionsunterrichtes anhalren, und es ihren Ehegatten erlaubten, sie nach der damaligen Sitte zeitweilig zu verlassen, und zur Ausbildung ihrer talmudischen Gelehrsamkeit die hohe. Schule zu besuchen. 100) Als die jüngeren Gelehrten von ihrem Lehrer, R. Ame, nach Einigen R. Chanina Abschied nahmen, sagten sie ihm: Mögest du auch hienieden dein Leben genießen, dein wahres Wohl aber bleibe dir für das Jenseits aufbewahrt, und deine Hoffnung für die Ewigkeit. Stets hege dein Verstand vernünftige Lehren, spreche dein Mund Weisheit und deine Zunge Loblieder Gottes, deinen Wimpern sei ein richtiger Blick und deinen Augen eine klare Einsicht in dem Gesetze stets gewährt. Dein Angesicht strahle wie der Glanz des Himmels, mögen auch stets deine Lippen von Kenntniß überströmen, dein Inneres frohlocken ob deiner Rechtschaffenheit, und deine Schritte stets eilen, die Worte des Ewiglobenden zu befolgen. 101) Zu R. Chisda, nach Einigen R. Samuel S. Nachmeni sagten die von ihm Abschied nehmenden Schüler, in Bezug auf (Psalm 144,14), Folgendes: Möge der Unterricht den wir von dir empfangen dazu beitragen, daß sowol wir als unsere künftigen Zöglinge stetes nur dem Studium des Gesetzes und der Ausübung der göttlichen Gebote obliegen, und die etwaigen Leiden und Mühseligkeiten des Lebens mit Geduld ertragen sollen. Es möge auch in unserer Mitte kein solcher Unheil stiftender Verleumder, wie jener Adomiter Doeg in der Umgebung Sauls (1. Sam. 22), kein solcher entarteter Treuloser wie Achitophel in der Umgebung Davids (2. Sam. 16—17), und kein solcher eigennütziger Betrüger wie jener Gechsi im Gefolge des Propheten Elischa (2. K. 5) sein. 102) Einer von den beiden Gelehrten Rab und Samuel, nach Andern R. Jochanan und R. Eliasor. erklärte den Vers (Jes. 46, 12): „Höret mich ihr standhaft Frommen, die ihr von Glück entfernt seid." dahin, daß es oft in der Welt solche fromme Männer giebt, durch deren Verdienst alle Menschen gespeist werden, während sie selbst darben müssen, (um den Lohn ihrer Frömmigkeit desto vollkommener jenseits zu erhalten,) so wie R. 2uda N.Nab auch sagte: Alltäglich ertönt eine himmlische Stimme vom Berge Horeb, welche ruft: Alle Welt wird gespeist wegen der Frömmigkeit meines Sohnes Chanina (eines besonderen frommen Mannes damaliger Zeit), während er sich selbst von einem Freitag zum andern mit einem Maaß Borhörndel begnügen muß. (Ende des zweiten Abschnittes ) (Forrschmig folgt.) Zeitungsnachrichten. Preußen. Mestphatrn, Mai 1854. Heilte kann ich Ihnen eine Mittheil,mg machen, die gewiß verdient gelesen zn werden. Zn stehenden Baruch Auerbach'schen Waisenhauses eingerichtet werden. Ein besseres Vorbild konnte man sich in der That nicht nehmen.' Wir wünschen dem neuen Waiscnhause einen kräftigen Fortgang nnd vor Allem der edlen Stifter,'» Glück zu dieser erhabenen Idee, durch deren Ausführung sie sich den Dank Vieler verdienen und einem starkgefühltcn Bedürfnisse al'helfen wird. Möge der Kurhessen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.