Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 8 (28.4.1854)
- Date
- 1854-04-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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31 werden einst die Sünder und Frevler nicht mehr sein, benedeie meine Seele den Ewigen auch darob." Endlich warf er 5) seinen Blick auf den Todestag, auf das Vergehen und Hinschwinden alles Lebenden, indem er (das. 29) sagte: „Du wendest weg dein Angesicht, sie schwinden, nimmst ihren Oden hin, sie vergehen," und hierauf hindeutend, sagte er auch gleich im Anfänge (das. 1): „Meine Seele benedeie den Ewigen, wie groß und herrlich bist du, Majestät und Herrlichkeit ist stets dein Gewand," (im Gegensatz der Vergänglichkeit aller deiner Geschöpfe und deren Herrlichkeit.) 64) R. Simi S. Ukba, nach Einigen Mar Ukba, war oft bei R. Simon S. Pasi und trug dann dessen eregetische Erklärungen dem R. Josua S. Levi vor. Als dieser ihn einst fragte, was der Sinn des Verses (Ps. 103, 1): Benedeie meine Seele den Herrn, all' mein Inneres seinen heiligen Namen eigentlich sei? erwiderte er: Siche doch welch' ein Unterschied auch hier zwischen Gott und den Menschen obwaltet! Ein menschlicher Maler kann nur auf einer freien sichtbaren Fläche ein Bild zeichnen, dem er noch dazu weder Leben einhauchen, noch innere Gliedmaßen und Organe geben kann, der H. g. s. e. aber bildet und formt das Embryo im Mutterleibe, belebt und versieht es auch mit allen erforderlichen inneren Organen. Mit Recht lobte ihn daher auch Chama (als sie mit der Geburt eines längstersehnten Sohnes beglückt wurde) mit den Worten (1. Sam. 2, 2,): „Keiner ist so heilig wie der Ewige, außer Dir ist Niemand- und kein Bildner unserem Gotte gleich. Auf ähnliche Weise erklärte auch R. 2nda S. Menaßia das Wort in diesem Verse, vom Nadir überdauern und dessen Sinn folgendermaßen: Denn Niemand überdauert Dich, Du überdauerst vielmehr alle Deine Geschöpfe, im Gegensätze zum Menschen, dessen Händewerke ihn oft überdauern. Hierauf sägte jener zu ihn: David wiederholte deshalb in diesen beiden Psalmen (103,101) den Satz: „Meine Seele benedeie den Herrn" fünf Mal, um hiedurch zugleich auf die fünffache Aehnlichkeit zwischen Gott und der menschlichen Seele aufmerksam zu machen, denn 1)so wie er das ganze Weltall erfüllt, so die Seele den ganzen Körper, wie er 2) allsebend und unsichtbar ist, so sieht auch die Seele ihre Umgebung, bleibt derselben aber selbst unsichtbar. Wie er 3) das All ernährt und erhält, so sie durch ihre Kräfte den ganzen Körper, so wie er endlich 4) das reinste Wesen ist, und 5) im Verborgenen thront, ist auch sie rein und hat ihren Sitz im geheimsten Innern des Menschen. Es geziemt sich daher, daß die Seele, begabt mit diesen fünf Eigenschaften, stets denjenigen lobpreise, der dieselben fünf Eigenschaften im höchsten und vollkommensten Grade besitzt. 65) R. Hannuna deutete den Vers (Pr. 8. 1): „Wer ist so weise, daß er den gehörigen Ausgleich zu Stande zu bringen weiß?" auf den H. g. s. e. der zwischen Ken mit einander streitenden zwei Frommen, Iesaias und Chiskijahu, eine Ausgleichung zu treffen wußte. Dieser behauptete nämlich, daß ihm als König der Vorzug gebühre, der Prophet Iesaias ihn daher besuchen sollte, so wie der Prophet Elia auch den König Achab besucht bat (1. K» 18,2). Jener hingegen glaubte,.-es gebühre ihm die Ehre, daß der König ihn wegen seiner prophetischen Würde besuchen sollte, so wie es auch der israelitische König Ioram gcthan, der den Propheten Elischa besucht hatte (2. B. d. K. 3, 13). Da ließ der H. g. s. e. den Chiskijahu erkranken und befahl den Iesaias ihn zu besuchen, welcher menschlichen Pflicht er sich auch, ohne seine Ehre zu vergeben im göttlichen Aufträge leicht unterziehen konnte, so wie es (Iesaias 38, 1) auch heißt: „Zur selben Zeit war Chiskijahu sterbenskrank, da besuchte ihn der Prophet Iesaia's Sohn Amoz. 66) Zu den Worten Chiskijahu's in seinem Gebete (das. 3): „O Ewiger, gedenke doch wie ich vor Dir gewandelt bin, in Wahrheit und mit ganzem Herzen, und wie ich gethan habe waS gut ist vor Deinen Augen," bemerkte R. Iochanan N. R. Jose S. Simra: Wer in seinem Gebete sein eigenes Verdienst zur Berücksichtigung hervorhebt, dem wird die Gnade Gottes nur wegen Berücksichtigung Anderer Verdienste zu Theil werden; wer aber nur, gestützt auf das Verdienst Anderer, die göttliche Hülfe beansprucht, dem wird der AUgütige auch sein eigenes Verdienst anrechnen und berücksichtigen. So flehete MoseS nur (2. B. M. 32, 13): „Gedenke deiner Diener Abraham, Isaak und Jakob, u. s. w.," und doch heißt es (Ps. 106, 21). „Er beschloß sie (die Israeliten) zu vertilgen, wo «lebt MoseS, sein Geliebter sich vor ihm in den Riß gestellt seinen Grimm zu wenden. Chiskijahu hingegen, der hier in seinem Gebete um Erhaltung Jerusalems auf sein eigenes Verdienst gepocht, diesem ward die Errettung desselben nur mit den Worten angekündigt (2. B. d. K. 19, 34): „Ich werde die Stadt meiner« wegen und meines Knechtes David willen beschützen." Hitrauf deutete auch nach R. Josua S. Lcwi Chiskijahu selbst hin, indem erjagte (Iesaias 38, 17): „Siehe! selbst die Friedensbotschaft (welche mir der H. g. s. e. zukommeu ließ) verursachte mir bitteres Herzleid (da ich daraus ersehen mußte, daß mein eigenes Verdienst gar keine Berücksichtigung verdient hätte.) 67) Mit den Worten (Iesaias 38, 1): Co spricht der Ewige, ordne dein Häusliches, denn du wirst sterben und nicht mehr leben" wollte der Prophet den Chiskijahu andeuten, daß er nicht nur das Zeitliche verlassen, sondern auch das jenseitige Leben verlieren wird, als Strafe weil er bis dahin noch keine Frau geheirathet, um mit ihr der religiösen Pflicht gemäß Kinder zu erzeugen.