Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 8 (28.4.1854)
- Date
- 1854-04-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Als sich dieser aber damit entschuldigte, daß er dies nur deshalb unterlassen habe, weil er im Geiste voraussah, daß feine Kinder bei der damaligen allgemeinen Sittenvcrderbniß auch schlecht sein wurden, sagte der Prophet zu ihm: „Du hast dich in den Geheimnissen der göttlichen Weltregiernng nicht cinzumischen, (du kannst nämlich mit deiner kurzen Einsicht nicht eiüsehen, wie der Allweise mitunter selbstdurch schlechte und ausgcartete Menschen das allgemeine Wohl zu befördern weiß); du hast daher nur das zu tbun was dir Pflicht und Religion gebietet, alles Ucbnge aber mußt du der heil. Vorsehung anheimsiellen. So gieb du mir deine Tochter zur Frau, vielleicht daß alsdann unser gemeinschaftliches Verdienst bewirkt wird, daß meine aus dieser Ehe zu erzeugenden Kinder doch brav und sittlich sein werden. Jetzt ist schon Alles vergebens, versetzte der Prophet, da dein Tod von der scheinunz des Würgengel s mit dem gezückten Schwerte über Jerusalem (1. Ebr. 2l, Ir) habe ich das Gcgentheil ersehen, daß der Mensch nämlich auch daun seine Hoffnung auf das göttliche Erbarmen nicht aufgebeu soll, wenn ihm bereits das gezuckte Schwert am Halse liegt, um ihm den Todesstreich zu versetzen. Dieser Grundsatz wird auch nach R. Iochanan und R. Elosor von Job bestätigt, welcher sagte l.2ob 13, 15): „Und wenn er (Gott) mich schon tödtcn will, harre ich doch auf ihn.)" Er kehrte daher gleich darauf sein Angesicht zur Wand und betete (das. 38, 2l. Diese Worte deutete R. Simon S. Lakiscb dahin, daß sein Gebet gleichsam aus den innern Wänden seines Herzens kam, so wie cs auch(2cr. 4, 19) heißt: „Ans den Wänden meines Herzens tobt cS mir zu." Nach R. Lewi aber zeigt es au, daß er in seinem Gebete zugleich sagtc: „Herr der Welt! wenn du aus Rücksicht für die wehltbätige Sunamith, die doch nur ein kleines Zimmer mit einer einzigen Wand für den Propheten Elischa eingerichtet hat (2. B. d. K- 4, 10) ibren Sobn wieder belebt hast (das. 35), um wie viel mehr verdiente cs erst mein Großvater Salomo, der zur Verherrlichung deines heiligen Tempels alle Wände desselben mit Gold belegen ließ," daß du mich seinen Enkel auch noch jetzt am Leben erhalten sollst. (z-onstl-ung felgt.) Zeitungsnachrichten. Palästina. I?"', als ein so interessantes wie merkwürdiges A kten sr ü ck. Anzeige n. Ein junges Mädchen, das mehrere Jahre in einer achtbaren Familie der Hausfrau in sämmtlichen Zweigen des Hauswesens nützlich zur Seite gestanden, und auf's Angelegentlichste empfohlen wird, sucht in einem streng religiösen Haushalte alsbald eine anderweitige ähnliche Stellung. Ueberzcngt, daß sie billigen Anforderungen zu genügen im Stande ist, wird mehr aus freundliche, liebevolle Behandlung, als ans hohes Gehalt gesehen, und werden etwa Ncflectircnde ersucht, das Nähere durch die Ncdaction dieser Blätter entgegenzunehmen. Der jüdische Kalender auf das Jahr 5615 MV nebst einer Erläuterung über den Neujahrs- Neumond in Bezug auf die Feier Ves ersten Neujahrstagcs, ist in diesen Tagen erschienen und bei Unterzeichneten zu bekanntem Preise zu haben. Gebrüder Bonn, Buchdruckcreibcsitzcr in Altona. Briefwechsel. Verlag von Adolf Lehlmkuhl LCo. in Mona. — Nedigirl von vr. En och. — Druck von Gebrüder Bonn.