Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 5 (3.3.1854)
- Date
- 1854-03-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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jener. So hätten doch zehn Personen sich beim Herrn versammeln und da das Gebet gemeinschaftlich verrichten sollen? Auch dies war mir beschwerlich. So hatte wenigstens sich der Herr vom Gemeindediener genau die Zeit angeben lassen sollen, wann die Gemeinde betet, um dann auch zugleich sein Gebet zu Hause verrichten zu können? Warum deNn dies? fragte R. N. Weil, sagte R. 2 , die Worte Davids (Psalm 68, 13): »Ich richte. Ewiger! mein Gebet zu Dir zurGnadenzeit-" von R. Jochanan N. R. S. S. Jvchai dahin erklärt wurden, daß vorzüglich jene Stunde, in welcher die Gemeinde gemeinschaftlich betet, eine Gnadenzeit vor Gott genannt wird, worauf R. Jose S. Chaniua auf den prophetischen Spruch (2es. 48, 8). »So spricht der Ewige, zur Gnadenzeit werde ich dich erhören," hindeutete. R. Acha S. Chanina sagte, daß hierauf auch Elihu (Job. 36, 5) mit den Worten hindeutet: »Siehe Gott verachtet nicht die Menge," (d. h. er erhört stets ihr Gebet, wenn sie es gemeinschaftlich verrichten) und sagt auch David (Ps. 55, 19): »Er erlöst friedlich mein Leben, und sichert mich, daß niemand mir nahe treten kann, weil viele sich mit mir zum Gebete ^vereinigt haben. R. Lewi sagte: Wer eine Synagoge in seinem Orte hat und sie zur Geberzeit dennoch nicht besucht, heißt ein schlechter Nachbar derselben, und veranlaßt hiedurch sich und seinen Kindern die Strafe des Erils, so wie es (Jerem. 42, 14) heißt: »So spricht der Ewige, auf alle meine schlechten Nachbaren, die das Erbtheil welches ich dem Hanse Israel gegeben, nur berühren (einer Synagoge nämlich, nahe wohnen ohne sie zu besmhen) siehe! ^ichlwerde sie von ihrem Erdreiche verstoßest," u. s. w. Als man einst dem in Palästina wohnenden R. Jochanan erzählte, daß es auch in Babylonien alte Männer gäbe, rief er darüber erstaunt aus: Es heißt ja nur (5. B. M. 11, 20): «Damiteuere und euerer Kinder Tage vermehrt werden sollen auf dem Erdrefche,-welches der Ewige eueren Vätern einzugeben zugeschwvren hat/' Mo nur in nicht aber außerhalb Palästina? Als/man ihn aber hierauf zugleich sagte^ daß sie .täglich Morgens und Abends die Synagoge besuchest, fügte er hinzu/ daß dadurch gewiß ihr langes Leben bewirkt werde, so wie R. 2osua S. Lewi feine Söhne auch stets zu ermahnen pflegte, besucht täglich^Morgens und Abends, die Synagoge, damit ihr ein hohes Alter erreichen wöget. R. Acha S. R. Chaniua sagte hierauf, auch in der heiligen Schrift (Spr. 8, 34, 35) heißt es: Heil dem Manne der mir gehorcht, tagtäglich an meines Tempels Thüre eilt, und an dessen Eingangspfosten wacht, denn wer mich findet erreicht langes Leben. 50) Rabbi Lhanina sagte: Die Worte des Psalmisten (Pf. 32, 6): »Hierum hat jeder Fromme dich (Gott) zu erflehen, daß er. zur gehörigen Zeit finden möge," beziehen sich auf das Finden einer tügendhaften Frau, s. w. e. (Spr: 18, 22) heißt: »Wer rin guttS Weib gefunden, hat ein großes Gut erlangt." In Palästina war es daher Sitte, daß Man einen jungen Ehemann zu frage» pflegte, ob ihm auch der Vers : »Wer ein gutes Weib" u. s. w. oder jener (Pred. 7, 26): :,Und ich finde, daß dieses Weib bitterer als der Tod ist," bekannt wäre: - Nach R. Nathan bezieht sich obiger Vers: (Pf. 32, 6) auf das Finden und Erlangen der Kkniitniß der heiligen Lehre, von der auch (Spr, 8, 35) gesagt wird: »Wer mich findet, findet wahres Leben: Nach Ri Nachmann S. Jizchat bezieht er sich, auf die Erlangung eines leichten Todes, so wie nach R. Jochanan auf die Erlangung einer anständigen Beerdigung, worauf, wie R. Cdanina sagte, sich auch der Vers (Job. 3, 21) - bezieht: Sie) freuen sich außerordentlich, frohlocken wenn sie ein. anständiges Gräb finden. Raba S. R. Schila setzte hinzu: Mit Recht sagt daher das allgemeine Sprüchwort: »DerMensch habe um göttliches Erbarmen so lange zu beten, bis die letzte Schaufel Erde ahn im Frieden deckt." 51) Raba ersuchte einst den Gelehrte» Rafram S. Papa, ihm einiges von den vortrefflichen Lehren R. Chisda^s in Synagogenängelegenheiten mitzutheilen, da sagte er ihm, daß R. Ch. jene Stelle (Ps. 87, 2) : --Der Ewige liebt die Ttiore ZionS mehr als alle Wohnungen Jacobs, dahin erklärt Habs; daß darunter jene Synagogen verstanden werdenavv - die Halacha (tälmudische - Lehre) öffentlich vorgetragfn wird, welche der Ewige mehr als alle andernS-»agogen liebt; so wie auch R. Chaja S. Ame im Namen Ulla's sagte, daß seitdem der heilige Tempel zerstört ist, nur jene Orte vom H. g. s. e. vorzüglich geliebt werden, wo die Halacha vorgetragen wird. Hierauf erzählte Abaje: Früher: lehrte ich immer in meiner Behausung, betete aber in der- Synagoge, seitdem ich aber dies gehört habe, bete ich stets auch nur wo ich lehre. Dies thaten auch R. Ama und R. Assa, denn obckol sie in ihrem Wohnorte Liberia 13 Synagogen Hattenbeteten siedöchHur zwischen jenen Säulen wo sie lehrten. ' 52) R. Chaja Sohn Ame N. Ulla sagte ferner: Der fromme arbeitsame-Mensch, der sich von seiner Händearbeit ernährt, ist lobenswdrther als jener Fromme, der sich stetS nur mit dem Gesetzes.Studiuck beschäftigt und von Andere ernähren lassen muA Daher heißt es von diesem nur: „Heil dem Manne der Gott fürchtet," wohingegen es von jenem heißt: ,-Wenn du dich vonbeiner Händearbeit ernährst, dann Heil dir (diesseits wo du von niemanden abhängig bist), und eS gehl dir wohl (auch jenseits. 53) Derselbe sagte ferner: Jedermann bestrebe sich da zu wohnen, wo sein Jugendlehrer wohnt, damit er ihn stets von jeder Sünde und jedem Fehltritt abhalten könne/ und er auch aus gewohnter