Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 3 (3.2.1854)
- Date
- 1854-02-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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10 auf Vüs nrcentüirt -jüdische Gesetz allein anwendet?*) Ferner 2. B. M. 15/ 26 lesen wir: „Und er sprach wenn du gehorsamest der Stimme des Ewigen deines Gottes und thust was recht ist in seinen Augen und Hörst auf seine Gebote und beobachtest alle seine Gesetzt darin soll kträe der Krankheiten" u. 1w. Wie? wie kömmt dies Wort hierher? Wo wären denn diese Gebote und alle Satzungen, die Gott schon gegeben hätte?. Die Tradition lehrt tUO:?-w7; wie richtig und zutreffend ist gerade hier das Wort ouw^ 7L> rr!»pc o2co^p. . . (Beschluß folgt.) Moralische Sprüche aus dem Talmud. - .. . (Fortsetzung.).. 37) Cs wurde N. Maier gelehrt, daß sobald die Sonne aufgehl und die heidnischen Könige des Morgen- und Abendlandes ihre Krone sich aufsetzen, und so geschmückt sich vor der Sonne, sie anbetend, niederwetfen, sogleich der H. g. s. e. erzürnt. (Weil sie in ihrer Unwissenheit so tief versunken siNd^ Äm Nicht einzüsehen, daß Nur ihm allein, dem allmächtigen Schöpfer des Weltalls diese hohe Ehre gebührt.) 38) N. Iochanün- N. R. Jose sagte: Das eigene Gewissen und die Selbstüberlegung besMenschen ka«t zu deffemBefferung weit mehr beitragen, .als viele auf ihn zu diesem Behufe angewandten Züchtigungen, so wie es(Hoseah2,9) beißt: „Wenn sie ihre Liebhaber nächjagen, und <nicht erreiche»; suchen, und nicht finden wird, dann wird: sie selbst sagen, ich will wieder zurückkehren zu meinem ersten Gatten, denn damals hatte ich's weit besser als jetzt." Nach R. Lakisch wirken diese mehr als 100 Strafsckläge (Dpr: 17, 9) „Die innereEnnahuuug deS eignen Gewissens macht'auf den Verständige» mehr Eindruck, als 100 Schläge auf den Thoren." 3V) Derselbe sagte ferner: -„Drei Dinge erbat sich Moses vom H. g. s. e„ die ihm auch alle gewährt wurden: 1) daß dessey Herrlichkeit auf Israel ruhen .möge, 2) daß nur Israel allein und keiner andern heidnischen Religion diese göttliche Wohlthat zu Theil werden soll, (2. B. M. 33,16) „Wodurch sollte wol erkaM werden können, daß ich und dein Volk Gewogenheit in deinen Augen gefunden? Ist cs nicht wenn du mit uns gehst? und wir, ich Und dein Vohk, von jeder andern Kation auf der Erde ausgezeichnet werden?^ twd endlich 3) daß der H. g. s. ihm seine Wege,., die Art und Weise nämlich wie er die menschlichen Geschicke leitet, kund geben solle, (das. >13): „Mache.mir deine WegechekaM, damit ich Dich erkenne." Moses stellte hiermit die Frage zugleich auf, warum es manchen Frommen güt, aber auch manchen schlecht gehe, sowie es anck nur einigen Frevlern schlecht, andern aber gut gehe? (wodurch, man leicht.glauben könne, ,daß weder der c gut«! noch schlechte Lebelsstvandelü eines Menschen irgend einen Einfluß aus dessen zeitliches Glück oder Unglück habe, vielmehr alles, vom blinden. Zufall abhinge.) Hierauf erhielt er zur Antwors, daß es nur jenen Frommen gut gehe, deM ÄMchreKanch fromm waren, schlecht hingegen denjenigen, die von Frevlern abstammen, deren Sünden daher noch abzubüßen wären; so wie es auch nur jenen Frevlern gut gehe, welche die Verdienste ihrer frommen Vorfahren zu genießen haben. Hierauf wird aber vom Talmud selbst eingewandt, daß dies allein nicht die Ursache sein könne, da wir doch zur Auflösung deS scheinbaren Widerspruches zwischen (2. B. M. 20, 5) und (5. B. M. 24, 16) annehmen müssen, daß die Sünden der Väter nur solchen Nachkommen geahndet werden, die ihnen in ihren schlechten Fußkäpfe» Nachfolgen, fromme Kinder hingegen nie ob der Sünde ihrer Eltern gestraft' werden dürfen? Die Antwort des H. g. s. könnte daher auch nur die sein, daß es nur dem wahren und vollkommenen Frommen gut gehe, wo hingegen der minder Froimne auch Manches Mißgeschick wegen seiner eigenen ihm noch anhaftenden sittlichen Gebrechen zu ertragen habe, ebenso geht es nur jenen Frevlern gut/ die zuweilen auch etwas Gutes ausübenwofür.ihnen also schon hiemeden der Lohn bDhlt wirdditt jenitzen hingegen^ die sich ganz und gar dem Bösen ergeben/ werden auch stets nur im Elend leben: Triefe Meinuüg des R. Iochanan widerspricht aber jener des R. Maier, welcher behauMtete, dass nur die zwei ersten Anliegen des Moses ihm von Gott gewahrt wurden, das dritte aber nicht. Er gab ihm vielmehr den Bescheid darüber (das: 19)r „Ich begnadige, wen ich begnadigen, und erbarme mich dessen, wessen ich mich erbarmen will," wenn auch derselbe in den Augen -der kurzsichtigen Menschen weder meiner Gnade noch Meines Erbarmens würdig zu sein scheint, (weil sich nur-auf diese Weise der freie Wille des Menschen und dessen .uneigennützige Frömmigkeit bewähren und lleurkunden kann.) 40) Der göttliche Spruch zu Moses (2. B. M 33- 20): „Du kannst mein Angesicht nicht schauen," wird nach R.-Ivsua S. Komcha dahin erklärt, daß der H. g. s. e. mit Hinweisung auf das (das. 3, 6) Erzählte, zu ihm gleichsam sagen wollte.' Als ich dir früher meine Herrlichkeit in vollster Glorie zeigen wollte, wolltest du sie nicht schauen/ jetzt da du dies wieder wünschest, gewähre ich es dir nicht mehr. Dieser Meinung, nach welcher Moses dadurch gefehlt hatte, daß er die im Dornbüsche ihm erschienene Herrlichkeit Gottes anschauen wollte, wider-