Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 26 (23.12.1853)
- Date
- 1853-12-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Boden gegraben worden wäre. Gott gab Moscheh das Gesetz und gab ihm die Erklärung dazu, Moscheh lehrte das göttliche Gesetz mitsammt der göttlichen Auslegung, und das ist die Tradition; nämlich die durch Gott selbst gegebene mündliche Auslegung des Gotteswortes, die von Geschlecht auf Geschlecht verpflanzt in den Talmuden rc. niedergclegt wurde. (Fortsetzung folgt.)' -- Heber eine vom ^2 (Cap. 58) angeregte Frage. Don ri. Der Verfasser des r-7-pv Z2-2 erhebt in 2 '2 C. 58, in Ansehung der Gebete, unter Andern folgende Frage: „Da nämlich unsere Gebete die Stelle der Opfer vertreten sollen 02,r> 122'.^2 voc P2HNZ2 '12 i'o cj-7 01222 212PO v'7'vo 7222 nil-20 diese aber nur dem Allerhöchsten gewidmet sein durften, i"L '?Z -ojz, so müßte füglich auch keine Bitte (in den Ausdrücken der Gebete gehalten) an irgend einen Menschen gerichtet werden dürfen." Die Beantwortung der Frage scheint indcß übergangen zu sein. Freilich ist auch von dem Standpunkte aus, den dieser sonst so treffliche Autor in diesem Capitel mit mehr consequenter Beharrlichkeit als glücklichem Erfolge wählt, eine gründliche Beantwortung nicht zu erwarten. Es ist dies nämlich die, von ihm nur wenig modificirte Ansicht des Maimonides im O'2N2 27w über die Opfer: dieselben hätten nur dem Heidcmhume entgegen wirken sollen. In diesen geschätzten Blättern ist übrigens schon mehrfach auf's Glänzendste dargethan, wie unstichhaltend diese Ansicht und sogar im Widerspruche mit den andern Werken des Maimonides ist, daher wol von ihm selbst für nichts Anderes, als eine blos oberflächliche Hypothese betrachtet sein konnte. Es dürfte dies indcß vielleicht auch bei noch manchen andern im O'2'22 7>7w nicdcrgclegten Philosophemen der Fall sein. So z. B. nennt er sw h pöo die menschliche Seele 72222 nvL'töc 227, ein absolut unzerstörbares Wesen, während im 'n P22 22'c/? >2 2^22?> von der, bei gewissen schweren Verbrechen angedrohten Strafe des 222 gesagt wird, sie bestehe in jenseitiger Vernichtung, nach dem Tode (22 -sw auf übernatürliche Weise, als göttliche Strafe, ergänzt 21» wb '2 sw2). Letztere Ansicht wird auch wol die vom Talmud begründete sein, denn 7'v wird dieses 022 für eine härtere Strafe als rwc '7-2 22-0, frühzeitiger Tod, erachtet r>b b'2v '2b;'bi 0222 twL!>222 . ob >2b b'w 2.7'V2 b'2L 2V'2.22. Erstcrcs muß daher , im Jenseits gemeint sein. So auch 21222'i^cii' heißt cs «2270222 2VV 221V 22222 c222 22:27'2V. Beweist nicht auch der Umstand, daß im 22W.häufig auf den 2p>7i2i'Bezug genommen wird, den M. dann stets „unser wichtigeres Werk 2212 iwp" nennt, (z. B. 22 '2 'b pl>2) während im dpnn 7> aber niemals des rnw gedacht wird, daß M. letzteren nur als Heilmittel für geistig Erkrankte, Verirrte rc. ausah, und vielmehr — wie alle unsere Koryphäen — ein gründliches Talmudstudium als die wahrhafte Quelle der Erkeuutniß betrachtete? Versuchen wir nun eine Lösung der Frage nach den Grundsätzen anderer Schrifterklärer. (Fortsetzung solgt.) Moralische Sprüche aus dem Talmud. Von Joachim Pollack, Rabbiner zu Tr cditsch. (Beschluß.) 24) N. Chelco im Namen R. Huna sagte:. Derjenige der sich zur Verrichtung seines Gebetes stets einen und denselben Ort bestimmt, dem wird auch stets der Gott Abraham's Hülfe und Beistand leiste», und nach seinem Tode wird man klagend ihn nachrufeu: wehe! um den Bescheidenen, den fromme» Nachahmer unseres Erzvaters Abraham! Daß aber auch dieser stets denselben Ort zu seinem Gebete auserwählt hatte, entnehmen wir aus dem Verse (1. B. M. 19, 27) „Und Abraham begab sich zeitlich des Morgens nach dem Orte, wo er vor dem Angesichte des Ewigen gestanden hatte (um zu beten); daß man aber unter diesen Stehen vor Gott nur Beten versteht, ersieht man aus (Psalm 106, 30) wo cs heißt: „Und Pinchas stand auf und betete." R. Jochanan N. N. Simon S. Jochai sagte: Auch dessen Feinde werden ihm stets unterliegen müssen. 25) Derselbe sagte ferner: Beim Herausgehen aus dem Bcthause soll man keine große Schritte machen, weil dies scheinen möchte, als wäre das Derweilen in demselben zur Last geworden, wozu Abaje bemerkte, daß es hingegen beim Hineingehen in die Synagoge eine Pflicht sei, sich zu beeilen, wie es (Hoscheah 6, 2) heißt: „Wir wollen uns absichtlich beeilen den Ewigen zu erkennen," worauf N. Sivid erzählte: Wenn ich früher die Gelehrten zur Anhörung des sabbathlichcn religiösen Vortrages hinzueilen sah, dachte ich, diese da entweihen den Sabbath, da man an demselben nicht so wie an den Werktagen laufen darf, seitdem ich aber von N. Triphon N. R. Josua S. Lewi gehört habe, daß man zur Ausübung eines göttlichen Gebotes selbst am Sabbath laufen darf, (wie es dort 11, 10) heißt: „Dem Ewigen soll man Nachfolgen so eilfertig, als brülle ein Löwe," laufe ich selbst dahin. R. Sera sagte hierauf: Das Verdienstlichste der Abhaltung eines solchen Vortrages ist das Herbeilauferr der Leute ihn anzuhören. 26) Abaje sagte: Das Gedrängtstehen der Zuhörer beim religiösen Vortrage;vor den Festtagen ist das Verdienstlichste derselben. Nach Raba ist