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Der treue Zionswächter · 1853-12-23 · 26 (23.12.1853) · page 1

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
9 (1853)
Issue
26 (23.12.1853)
Date
1853-12-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Degsn zur Wahrung der Interessen -es orthodoxen Iudenthums. s. Jahrgang. S3. Dcccmbcr 1853. - I Altp„a. 1 1802 2'2 s« Schrift und Tradition. Von Oberrabbiner Pr. Salomon Cohn zu Maastricht. II. (Fortsetzung.) Die Menschheit hat zur richtigen Würdigung ihres Berufes und ihrer Aufgabe in dem weiten Reiche der Schöpfung, deren herrlichster Theil sie ist, der göttlichen Anleirung nölhig. Wol ist dem Menschen die Freiheit geworden, er kann und darf ssäch selbstständigem Dafürhalten sich den Weg im Leben wählen, den er wandeln wird, das ist eben das Zeichen feiner höheren Natur, dadurch ist er mit seinem Thun und Wirken aus dem Kreise der instinktiven Wesen heransgetreten und hat «sich für die Verantwortlichkeit seiner Handlungen den Schuldbrief selbst geschrieben. Aber Gott kann den Menschen nicht in der ewigen Wirrniß des eigenen Urtheils lassen, welcher Weg der gute, welcher der sch lech te sei, wo das Leben blüht, wo der Tod seine Opfer würgt, Tugend und sein Gegentheil, die Sünde, muß der Mensch als die beiden Wege im Leben vorfinden, auf deren einen Gott deutlich hinweist, den wandele und du wirst das Leben finden, auf deren andern Gott deutlich hinweist, den wandele nicht, sonst findest du den Tod. Und in der Thak wo die Menschheit diese Stimme Gottes, hervorhallend aus dem Buche seiner heiligen Lehre, noch nicht vernommen hat, da ist das, was sie Tugend nennt, oft das gröbste Laster, und was den Menschen am meisten entwürdigt, das drückt sie ihm als herrlichsten Schmuck auf das Haupt oft. In Israels Lehre hat Gott der Menschheit diese beiden Wege gezeichnet, die Völker des Erdq bodenZ nehmen daraus das Theil, welches als allgemeiner Typus des Sittengesctzcs dieselbe Geltung, denselben Werth behält, den es unter Israel-selbst hat. Israel hat aber mehr als das, sein Lebensbuch zählt 613 Ge- und Verbote, deren größte Zahl die übrige Menschheit außer Acht läßt und sich auf das geringe Häuflein ays dem Haus Jakobs einzig und allein bezieht. Warum das? sind diese Gebote zum Heil deS Menschen notwendig, warum nicht Allen, warum nur Israel gegeben? sind sie es nicht, nun warum dem Israeliten gerade den Weg zum Heile erschweren, da da wo die Verpflichtung größer ist, auch die Versuchung eine größere wird, 'w nZ'? Wir antworten darauf, zum Heile des Menschen sind sie nicht nölhig, zum Heile des I srae liten ja. irn ,'enp!>? v-pv 2510 'sm-nw be'. »Liebt auch Gott die Völker, so gab er doch alle seine Heiligthümer in deine Hand, sie strecken sich zu deinen Füßen, nehmen aus deiner Lehre auf." Alle Heiligthümer des Herrn sind dir Israel geworden, die Völker haben nur eines Theils 'deiner Lehre für sich nöthig. Als vor Israel die Offenbarung Gottes auf Sinai stattfinden sollte, da mußte eS sich heiligen, die Heiligung ist seitdem Das Prmeip 'semes Lebens geblieben. Es sollte von Mn ä» nichts mehr in der rein sinnliche» Form von Lhck ausgenommen werden, selbst der sinnliche Geilüß sollte durch dag sittliche Merkzeichen von re iss und unrein gehoben und veredelt werden. Denn Israel ist ja noch immer das selbige edle Gefäß, las die Offenbarung des Herrn umschließt, noch immer derselbige reine Kanal, durch welchen der göttliche Geist strömt. Seine Lebensreglung muß demnach eine andere sein, als die anderer Völker, der Inhalt seines religiösen Daseins verschieden sein, von dem verschiedener Anderer. Und zu dieser Richtschnur des israelitischen Lebens ward ihm Gottes Wort. Ist es nun das geschriebene, das geschriebene allein? Ein geschriebenes Gesetz ist der individu, ellcn Auffassung preisgegeben und also der Wirrniß, dem Irrthum des eigenen Urtheils. Kann es da noch die Lebensregelung Israels sein, da es von Verschiedenen verschieden gedeutet, nimmermehr Einheit deS religiösen Bewußtseins im Volke, wot aber Zwier- und Vielfältigkeit Hervorbringen mnßte? Sollte Gotteswort seinen Zweck erfüllen, so gehörte nothwendig eine strickte Auslegung dazu, eine einzige, göttliche, die keine andere zuläßt. Sie mußte mündlich sein, weil im umgekehrten Falle, wäre sie auch schriftlich gewesen, dasselbe hätte stattfinden können, daß die individuelle Auffassung sich ihrer bemächtigt hätte, .'und so dem Irrthüm ein weiter

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