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Der treue Zionswächter · 1853-12-09 · 25 (9.12.1853) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
9 (1853)
Issue
25 (9.12.1853)
Date
1853-12-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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und dem Menschen ob. Ein Mensch der einen kostbaren Gegenstand seinem Nächsten verkauft, betrübt sich darüber, während der Käufer sich damit freut, er wird daher Letzteren nicht noch sonderlich ermahnen, daß er denselben sorgfältig aufbewahren und erhalten soll; der H. g. s. e. aber hat sein Gesetz Israel gegeben, und freute sich darüber, weshalb er sie auch (Spr. 4, 2) ermahnt, „da ich euch eine gute-Lehre gegeben habe, verlasset daher nicht diese meine Thora." , . 10Z Raba sagte: „Wenn sich jemand von Leiden heimgesucht sieht, so stelle er eine genaue Untersuchung über seinen sittlich-religiösen Lebenswandel an," so wie es (Klagel. 3, 39) heißt: „Lasset uns upsern Wandel untersuchen, prüfen und zum Ewigen ^uns bekehren!" Findet er an demselben nichts auszusetzen, schreibe er es seiner etwaigen Fahrlässigkeit im Gesetzes-Studium zu; wie es (Ps. 91, 12) heißt: „Glücklich der Mann, den du züchtigst und dadurch zum Studium deines Gesetzes veranlassest." Kann dies auch nicht der Fall sein, so müssen diese Leiden nur als eine Züchtigung Gottes aus Liebe zu ihm, betrachtet werden, um nämlich hiedurch seine Frömmigkeit und Tugend auf die Probe zu stellen, wie es (Spr. 3, 12) heißt: „Denn den Gott liebt, züchtigt er." 11) R. Simon S. Iochai pflegte zu sagen: Drei vortreffliche Geschenke gab der H. g. s. e. Israel. Alle drei erlangten sie aber nur nach früher übezstandenen Leiden, bas heilige Gesetz, das gelohte käfid, und das jenseitige ewige Leben. Denn vom Gesetze heißt eS (Ps. 94, 12): „Glücklich der Mann den du züchtigst, und nachher dein Gesetz lehrst." Dom gelobten Lande (5. B. M. 8, 57): „Wie ein Vater seinen Sohn züchtigt, züchtigt dich der Ewige dein Gott, damit du seineGebote beobachten sollst u. s. w." und darauf heißt es weiter: „Denn der Ewige bringt dich in ein vortreffliches Land. Vom jenseitigen Leben endlich heißt es (Spr. 6, 23): „Belehrende Züchtigung führt zum wirklichen ewigen Leben." 12) Dem R. Huna sind auf einmal 400 Faß Wein sauer geworden, da besuchten ihn R. Juda und andere Gelehrten, und sagten zu ihm, mögest doch, Herr! genau deinen Lebenswandel untersuchen, um zu sehen, ob nicht irgend ein Fehltritt dir diese göttliche Strafe zugeführt habe. „Wie? verdächtigt ibr mich vielleicht gar eines Vergehens?" fragte dieser? Um so weniger, entgegnclen jene, können wir den Allgcrechten verdächtigen, daß er einem Menschen unverdient ein Unglück zufügt. .'„Run, so sage jeder der etwas Ungerechtes von mir weiß, eS nur gerade heraus" versetzte R. Huna, worauf die Gelehrten sagten, wir hörten, daß du denAntheil an.. die Weinreben^deines in Pacht auf tkcilweise Nutznießung gegebenen Weinberges, welcher dem Pächter gebörtMihm ungerechter Weise vorenthälst." Als sich jener aber damit entschuldigen wollte, daß ihn der Pächter weitmehr stiehlt, erwiederten diese, „dies entschuldigt dich ganz und gar nicht, denn Wiedas Sprüchwort sagt, „ist auch derjenige, welcher einen Dieb bestiehlt, als ein solcher zu betrachten." „Nun, so will ich ihm künftig auch diesen Autheil zukommen lassen, sagte R. H. Hierauf habe sich, wie - einige erzählen, der Wein gebessert und den früheren Werth wieder erhalten, nach andern aber, ist der Essig im Preise derart gestiegen, daß er daran keinen Schaden mehr erlitten habe. 13) Als N. Elosor, der sehr arm und kinderlos war, einst erkrankte, besuchte ikn R. Ivchanan, und da er ihn in einem sehr finstern Gemache liegend sah, entblößte er seinen schneeweißen Arm, wodurch das Zimmer einigcrmaaßen erhellt wurde. Als er dann bemerkte, daß R. E. weinte, fragte er ihn, „warum weinst du? Ist es deshalb, weil du bis jetzt noch nicht genug im Gesetze geforscht hast? Haben wir ja doch gelernt, daß derjenige, der diesfalls nur wenig geleistet, demjenigen der darin viel geleistet hat, gleich sei, wenn er es nur mit reiner Absicht und zur Ehre Gottes gethan? (welches bei dir gewiß auch der Fall war). Oder geschieht dies weil du so armselig bist? Bedenke daß nicht jeder Mensch Beides zugleich haben kann, Gelehrsamkeit und Glücksgüter. Weinst du endlich deshalb nur, weil du keine Kinder hast? Siehe da! dies Beinchen ist leider der einzige Ueberrest vom Körper meines - zehnten verstorbenen Sohnes, was ich mir zum ewigen Andcnkn auch stets aufbewahre, tröste dich daher mit meinem ähnlichen Liesfälligcü Unglück. Nein, sagte jener, ich weine blös ob dieses so schönen Körpers wegen, der einst auch wie die andern in der Erde verwesen wird. Ja darüber, entgegnete R. I. ist wirklich zn weinen, und so weinten auch beide. 14) Aba Binjamin sagte: Wegen zweier Dinge war ich stets in meinem Leben sorgfältig bekümmert: 1) daß ich gleich sobald ich des Morgens meine Lagerstätte verließ, beten soll, 2) daß meine Lagerstätte mit ihrer KopfundFußseite stets gegen Norden und Süden gerichtet sein soll. Denn dieses soll nach der Meinung des N. Ehama zur Erzeugung männlicher Kinder, und nach R. Nackmann auch zur Verhinderung frühzeitiger Fehlgeburten viel beitragen. 15) Rabbah, nach Einigen R. Iosua Soh» Lew» sagte: Aus dem Umstande, daß cs (Könige 2,20, 2) von Chiskijahu heißt: „Und er kehrte sein Angesicht zur Wand und betete zu Gott," entnehmen wir> daß kein scheidender Gegenstand zwischen dem Betenden und der Wand sein dürfe (damit er nämlich nicht in seiner Andacht gestört werden solle.) 16) Aba Binjamin sagte.- Wenn 2 in einer Synagoge beten, der Eine, nachdem er früher sein Gebet vollendet, weggeht, und den Andern noch betend allein zurückläßt, so begeht er damit eine

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