Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 25 (9.12.1853)
- Date
- 1853-12-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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99 solche Sünde, daß dadurch sein eigenes Gebet nicht nur unerhört verworfen wird, sondern er veranlaßt auch durch eine solche lieblose Behandlung seines Nächsten, die Entfernung der göttlichen Herrlichkeit aus der Mitte Israels (dessen entartetes Mitglied er ist). Wartet er aber auf denselben, sv werden ihm, nach N. Jose Söhn Chanina, all'vie Segnungen zu Theil werden, welche der Prophet (Jesaias 48, 18—19) auf die Befolgung der göttlichen Gebote verspricht. (Nach an dieser Stelle, ist hier aber nur von den vormaligen, auf dem Felde einsam gelegenen' Synagogen und nur vom Nachtgebet die Rede.) 17) Derselbe sagte ferner : Wenn es dem menschlichen Auge gestattet gewesen wäre, jene Anzahl schädlicher Wesen die ihn überall in der Lust umgeben, zu sehen, möchte Niemand vor ihnen bestehen können (aus Furcht nämlich). Nach der gewöhnlichen Worterklärung versteht er darunter die bösen Geister; vielleicht deutet er aber hiemit bloß auf die schädlichen Jnfusionstbierchen hin (?) von welchen nach der Meinung aller Naturforscher die Luft überall voll ist, und schreiben dieselben nicht nur das Jucken der Krätze einer gewissen Art unsichtbarer Milben zu, sondern selbst die Cholera wollen einige Neuere blos dem Einflüsse gewisser eingehäuchker schädlicher Jnfustonsthierchen zuschreiben. 18) Aba Binjamin sagte ferner:- Das Gebet des Einzelnen wird von Gott um so eher, erhört, wenner es in der Synagoge "öffentlich verrichtet, so wie es (König. 1,8,18) heißt: „Du wirst dich wenden zu erhören die Gesänge und das Gebet das dein Knecht vor dir verrichtet." Dieser Vers will dahin deuten, daß wo die Gesänge der Gesammtgemeiude ertönen, dort auch nur per Einzelne sein Gebet verrichten soll. 19) Rabbi S. R. Äba im Namen R. Jizchack sagte, daß der H. g. s. e. in der Synagoge, so oft zehn Personen das Gebet gemeinschastlich verrichten, zugegen sei, kann aus dem Verse (P s. 82,1) „Gott steht da in göttlicher Gemeinde^, entnommen werden, und daß seine Herrlichkeit auch wo drei. Personen zu Gericht sitzen, zngegegcn sei, erhellt aus den 2ten Theil dieses Verses, wo es heißt: „Er (Gott) richtet mitten unter den Erdenrichtern." Daß dies aber auch der Fall sei, wo zwei sich gemeinschaftlich mit den Gesetzes-Studinm beschäftigen, ersieht man aus (Malachi 3,16) wo es heißt: „Wenn Gottes, fürchn'ge sich mit einander unterreden, veruimmt und hört es der Ewige, und cs witd vor ihm int Gedächtniß-Buche eingetragen, ja sogar wenn sich nur Einer mit dem Gesetzes-StUdlüm beschäftigt, ist auch die göttliche Herrlichkeit gegenwärtig, wie cs (2. B. M. 20, 24) heißt: „An jedem Orte wo ick meinen Namen erwähnen lasse, werde ich zu dir kommen und dich segnen." Wenn aber dies schon bei Einem sich mit deck Gesetzes-Smdium Beschäftigenden der Fall ist. was haben solche 2 vor ihm diesfalls voraus? Daß nur ihre Worte, nicht aber die des Einen im göttlichen Gedächlniß.Buche zur Belohnung gleichsam verzeichnet worden; und daß dies bei 3 zu Gericht sitzenden Personen erst ongedeutet werden müßte, ist, weil man hätte glauben können, daß das Rechtfprechen nur als Friedens- Stiftung, zwischen den streitenden Parteien, nicht aber als ^Gesetzes-Studinm betrachtet wird. Zehn Betende haben endlich dies noch vor den drei Richtern voraus, daß bei ihnen dieHerrlichkeitGottes gleichsam schon im Voraus erscheint (sobald sie nämlich ,mr den frommen Vorsatz zn dieser gemeinschaftlichen Gebetsverrichtung fassen) bei den drei Richtern aber nur wenn sie bereits zu Gerichte sitzen. 20) R. Asche sagte: Aus dem Umstande, daß (Malachi 3, 16) jene die an den Namen Gottes denken den wirklich Gottesfürchtigen beigesellt werden, ist zu entnehmen, daß demjenigen der ein göttliches Gebot auszuüben beabsichtigt, daran aber durch irgend einen Unfall verhindert mird, cs doch nach der heilige» Schrift so angerechnet wird, als hätte er es wirklich ausgeübt, da nach diesem Verse auch jene die nur an Gottes Namen zur Fassung eines fromme« Vorsatzes denken, auch in dessen Gedächtniß- Büch zur Belohnung gleichsam eingeschrieben werden. 21) Die Worte (5. B. M. 26, 17—18): „Du hast den Ewigen heute ausgezeichnet, u. s. w. und dek Ewige hatdich auch ausgezeichnet u, s. w." deuten dahin/als wollte der H. g. s. e. hiemit zn Israel sagen: „Ihr habt mich als den Ewig-Einzigen in der Welt anerkannt, so wie cs (daselbst 6, 4) heißt: „Höre Israel! der Ewige unser Gott ist ein ewiger einiger Gott," daher will ich auch euch als ein einziges Volk aufErden auszricknen, wie es (Chronik 1, 17, 121) heißt: „Wer ist wie dein Volk Israel so ein Einziges Volk auf Erden." 22) Rabbi S. R. Ada im Namen R. Jizchak sagte: „Wer gewöhnlich die Synagogen fleißig besucht, eS aber einen Tag zu thun unterläßt, nach dessen Wohlbefinden erkundigt sich gleichsam der H. g. s. e. (d. h. nämlich, daß sein Wegbleiben ihm von Gott zur Sünde angerechuel wird, insofern ihn nicht Krankheit oder eine andere triftige Ursache davon verhindert hat, so wie es (Jesaias 30, 10) heißt: . „Was ist mit dem Gottesfürchtigen unter euch, der jetzt im Dunkeln wandelt?" 23) R. Jochnan sagte: Wenn der H. g. si e. in der Synagoge nicht die, zur Verrichtung des gemeinschaftlichen Gebeten erforderlichen zehn Personen antrifft, erzürnt er sogleich, so wie es (Jes.30, 2) heißt: „Warum komme ich und finde keinen, rufe und keiner qntwortct?" (Beschluß folgt.)