Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1853-11-25 · 24 (25.11.1853) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
9 (1853)
Issue
24 (25.11.1853)
Date
1853-11-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2625941-2626010-2626034--2725-2627313
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

95 und sie zur Leitung des eignen Jdeenganges benutzt? Und man bedenkt nicht, daß Männer die Gott seiner Nähe besonders würdigte, die wie Daniel prophetisch in die Zukunft blickten, doch wol so geistig begabt gewesen waren, als die Epigonen unserer Zeit, und dennoch sehen wir sie daS Wort der Schrift also auffassen und verstehen, wie uns dies von der Tradition gelehrt wird? Allein uns liegt es ob nachzuweisen, wie aus der Schrift selbst das Vorhandensein der Tradition hervorgeht und so durch ihre Göttlichkeit docnmentirt wird. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Rheiitpreußerr. Aachen, 7. November Zu den hohen Festtagen bescheerte unS unser Prediger, Herr Rothschild, ein Hamburger Gebetbuch en miniature. Sie wissen schon ohne Messiasglauben und Opfergebet. Was meinen Sie wol, wird das 3. Buch Moscheh mit feinem Opferritus etwas darunter leiden, weil Herr Rothschild keinen Gefallen an den Opfern findet? oder wird das '2'-jmzc ob'? 2c, aus dem andern Buche desselben Moscheh minder wahr sein, weil Herr Rothschild, der Rabbinerdaran nicht glaubt? Diese Eintagsfliegen vergessen, daß auch dlp Zeit der Herostrate schon vorbei ist, und daß sich die tausendkunstlerische Reform auf dem Gebiete des Judenthums überlebt hat. Wir erwarten indeß von dem würdigen OberrabbinerBodenheimer in Crefeld, unter dessen Sprengel Aachen gehört, daß er sein oberhirtliches Veto gegen diese kirchenschänderischen Neuerungen gebrauchen werde, auch wenn es nicht helfen sollte. Fra « krei ch. Paris, 4. Nvbr. Die heilige Sache der Orthodoxie hat einen ungeheuren Sieg davon getragen. Die Eonsistorial-OberravblnatSstelle ist dem .^errn Rabbiner Ullmann aus Nancy geworden, uyd ist derselbe feierlichst, in sein Amt installirt worden. Sie dürfen uns zu unserer Wahl Glück wünschen, Herr Ullmann ist ein Mann, der ohne Scheu und Furcht das orthodoxe Princip auf seine Fahne schreibt und öffentlich für es eintritt. Seine Antrittspredigt giebt Zeugniß hiervon. Mit aller Kraft, verheißt er, dahin zu wirken, daß das Judenthum iw Haus und Synagoge wiederum in seinen alten wvn der modernen Aufklärungssucht abgestreiften Jlsstitutionen hergestellt werde, daß es seine Lebensaufgabe bilden solle, unsere Hciligthümer von den Götzen der Neuerung zu reinigen. Gebe Gott seinen Segen dazu. Holland. Amsterdams 2. Nvbr. EinetranrigeNachricht habe ich Ihnen mitzutheilen, R- Hirsch Lehren L"? ist gestorben- Fühlen Sie mit uns den so herben Verlust, den diese Nachricht in sich schließt; nicht nur wir, ganz Israel hat ihn verloren, aber wir> die seinem segensreichen Wirken nahe gestanden, denen sein Leben eiü hell leuchtendes Vorbild und Beispiel gewesen, wir werden von diesem Hingänge mehvergriffen, mehr erschüttert, In feistem öS. Jahre schied er von dannen, ganz der Religion lebend, ist in ihrem heiligen Dienste sein Haar gebleicht, seine Kraft gewelkt. Zp Ein unäbsehlichsr Zug folgte der Leiche nach und schon als dieselbe auf dem Gottesacker warwogte die Menge Noch vor dem Hause, von wannen der Zug sich in Bewegung fetzte. Die vpryop soivol als diemussten vorher haben, und dennoch war die Zahl ungemein groß, die sich herandrängte, um tnlr die rwrv berühren zu können. Der Verblichene hatte in seinem letzten Willen perfügt, daß ihm kein vw nachgrsagt werde, aber die guten Werke des Menschen sind' seine schönsten Lobredner, und die ihm dw Trauerrede hielten, brauchten nur auf seine Leistungen hinzudeuten, und es wußten die Zuhörer mit Einem, wen sie zu Grabe begleitet. mvd »k v'2v öo wbv) ob ovv '? M i s c e l l e. Die Zsraelitm m Tunis. Tunis zählt bei einer Bevölkerung von 350,000 Seelen beiläufig 40,000 Israeliten, welche größtentheils in der Hauptstadt leben. Sie wohnen schon seit uralter Zeit an der nordafrikanischen Küste, und es giebt Grabsteine, welche aus dem zehnten Jahrhundert herstammcn. Da sie im sogenannten Ghetto, oder der Judenstadt, nicht hinreichenden Raum fanden, so ist ihnen ein neues Stadtviertel angewiesen "worvön/ und unter dem jetzigen Bey, der neuerdings durch die Aufhetzung der Sklaverei in seinem Gebiete einen deutlichen Beweis von seinem Streben nach europäischer Kultur gegeben hat, genießsn die. Juden weit größere Freiheiten, als in den übrigen Barbaresken-Staaten. Während es ihnen in den letzteren verboten ist, arabisch schreiben zu'lernen, genießen sie in Tunis den Unterricht in den von Europäern errichteten gemischten Schulen. In Marokko dürfen die Juden kein Pferd besteigen, und vor den zahlreichen Moscheen, vor dem kaiserlichen Palast, vor den Häusern der Kadi's, der Mufti s rc. müssen sie baärfuß vorübergehen. Dort sind die Juden allen Arten von Demüthigungen und Schmähungen von Seiten der Marokkaner ausgesetzt; selbst die Frauen, welche doch überall, woselbst

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.