Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 24 (25.11.1853)
- Date
- 1853-11-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Tunis 2× ep/1048155
- Brilon 1× ep/1047853
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einige Gesittung herrscht, verschont blieben, sind vor Mißhandlungen nicht sicher. In Tunis dagegen treiben sie nicht nur Handel, sondern auch mancherlei andere Gewerbe und Beschäftigungen; man zählt unter ihnen Aerzte, Agenten, Rentmeister rc. Während der Kaiser von Marokko die Israeliten von allen Diensten ausschließt, hat der Bey von Tunis mehrere derselben wichtige Dienste übertragen. Sein Leibarzt Lambroso, ist Israelit; sein Schatzmeister Semara ebenfalls. Der Letztere hat auch den von dem jetzigen Bey gestifteten Orden jerhalten. Die Israeliten können in der Residenz des Bey Audienz erhalten und ihre Beschwerden Vorbringen, ihr Zeugniß ist so gültig, wie jenes der übrigen Unterlhanen, während m Marokko das Zeugniß eines Juden ganz ungültig ist. Iu Tunis sind 27 Synagogen, unter denen 2 große. Ungeachtet der großen Zahl der Armen und Kranken, bestreitet die israelitische Gemeinde alle ihre Bedürfnisse aus eigenen Mitteln. Es wird versichert, daß zur Beköstigung der Armen gegen H060 Franken wöchentlich verwendet werden. Die Gewalt der Rabbinen ist sehr ausgedehnt, wie im ganzen Orient; sie sprechen ihr Unheil in allen Angelegenheiten der Israeliten unter sich und der Eid wird in der Synagoge vor dem Sepher geleistet. Nur die peinlichen Nechtsfälle kommen vor die Landesjustiz; die Rabbinen dagegen sind berechtigt, die Schuldigen bei gewöhnlichen Vergehen gegen bestehende Anordnung mit Geldbuße, Gefängniß, Stock- oder Geißelhieben und Ercommunication zu bestrafen. Der Ritus ist jener der portugiesischen Synagoge. Der Unterricht ist hauptsächlich religiöser Art, und wird nach dem Talmud ertheilt: mehrere Rabbinen widmen sich dem Studium der Kabala, und die Amulette stehen in großem Ansehen. Die jungen Israeliten, welche sich höheren Studien widmen wollen, gehen nach Livorno; von dort her beziehen sie auch ihre hebräischen Bücher. Anzeigen. Die Psalms Ueberfttzttng, Betrachtungen und Gebeten. Ein Buch zur häuslichen Andacht für Hsraclicn., Von 0r. D. Rothschild, 12 Hefte ü 3^ Lgr. — vollständig I V, Thaler. Das vorbcnannte Werk, wovon das Lte Heft 1850 Lei Sulzbach in Bonn erschienen, ist in seinem Forterscheinen durch unbesiegbare Hindernisse gehemmt worden. — Die Unterzeichnete beabsichtigt, dieses ist seiner Idee wie Ausführung zeitgemäße Werk in ihren Berlage übergehen zu lassen Und dasselbe in der Weise seiner Vollendung entgegen zu fuhren, daß sie. um vor weiteren Storungen sicher zu stellen, solches mit einem Male in seiner ganzen Vollständigkeit erscheinen läßt, ohne eS den Besitzern des, ersten Heftes und andern Käufern zu benehmen, sich dasselbe Hcftweise in monatlichen Lieferungen deren cs 12 geben wird, anzuschaffen. Des Werk enthält die Psalme in Ucbcrsetzung. Betrachtungen und Gebeten, — Das Buch, ist zur häuslichen Andacht bestimmt und zu öffentlichen Vorlesungen in Synagogen anstatt der Predigten, oder F,r Abwechselung mit denselben, geeignet. — ' Das erste Heft ist in der Unterzeichneten zu haben und wird den Sudscribcnten gleich zugesandt.. Preis: jedes Heft. gr. 8. Fein Druckpapier, 3»/, Sgr., das' ganze Werk I V- Thaler. Später tritt er-, höheter Ladenpreis von 2 Thlrn. für die ganzen Lieferungen ein. Subscribentcn-Sammler und Particenkäufer erhalten angemessenen Rabbat. Brilon (Westphalen), im Oktober 1853. M. Friedtän-er'< hebe, uvd deutsche Bnlags-Buchdruckerei. Durch die Buchhandlung von Lsaae Kausmoun rn Frankfurt a. M. ist zu beziehen: ISO -W verfaßt vom Distrikts-Rabbiner SeUgmann Aar Kamberger zu Würzburg. Preis 1 fl. 30 Xr. rheinisch. (Auch ist dasselbe durch die Buchdruckerei der Gebrüder Konn in Altona zu beziehen.) Brie f wechsele r'on Schreiben nebst Inhalt vom2l^ d. dankend erhalten. Verlag von Adolf Lehmkuhl s-Co. in Altona. Redigirt von Dr. Enoch.