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Der treue Zionswächter · 1925-11-11 · 23 (11.11.1925) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
9 (1853)
Issue
23 (11.11.1925)
Date
1925-11-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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90 der entfesselten Leidenschaft, der hochmüthigen Selbstsucht, sie wird angeregt, voran in den Kampf geführt, und die sie handhaben, die sie leiten, es sind die eigenen Söhne, die um so sicherer treffen können, weil es der wohlbekannte Mutterbusen ist, gegen den sie ihre mörderische- Waffe kehren. -Wir dürfen, nicht ferner schweigen. Einen Schaden leugnen hat Heilung nie gebracht. Hülfe ist nur von wohlbedachter, freier SelbstthLtigkeit und Gegenwehr zu erwarten. Lasset uns der Makkabbäer Panier vom Neuen entfalten, seien wir bereit zum Handeln, bereit zum Opfern. Nicht rohe Gewalt, wol aber entfesselte Leidenschaft, wird gegen unsere Religion geltend gemacht, Selbstsucht und Genuß! Wolan, wir bannen jene zahmlose Leidenschaft, zügeln den übermäßigen Genuß, die allverzehrende Selbstsucht. Kein tyrannisches Machtgebot verbietet um blutigen Lebenspreis uns die Befolgung des Gesetzes, wol aber glcißnerischer, trügerischer Schein, tausendfältige Verführungskünste werden angewandt, um uns unserm einzigen, wahrhaften Lebenselemente zu entfremden, dessen Dasein in uns zu ertödten! Wolan, wir entlarven jenen heuchlerischen Heiligenschein, widerstehen jenen gewaltigen Höllenkünsten, klammern uns desto inniger an den allcrnäbrenden Mutterbusen unserer geheiligten Religion, bekennen in ihr unser einziges, unser wahrhaftes Lebenselement. Die so gegen unö aufstehen, sind uns nicht als Fremdlinge geboren, nennen sich mit demselben Namen der unsere höchste Ehre ynv Zier! Wolan, laßt es uns muthig vor aller Welt aussprechen, wer sich Jude nennt, muß sich zum Judenihume bekennen, jene sogenannten Juden sie sind cs nicht, das Judenthum verbietet uns, als solche sie anzuerkennen. Menschlichkeit — dem Menschen, Liebe — der Welt, Brüderschaft — zunächst dem Bruder. Das aber sind sie nicht, wollen sie nicht sein; deshalb Trennung. Euer und unser Judenthum? Die Kluft zwischen Sein und Nichtsein möchte eher auszufüllen sein, als jene beiden Gegensätze; Vereinigung, Ausgleichung ist da unmöglich. Das lasset unö öffentlich aussprechen, ohne Scheu, sonder Zagen; demgemöß lasset uns handeln, für diese Idee opfern. Und in diesem Sinne möchte ich meinen Vorschlag angesehen wissen. Wiedererweckung, Kräftigung, Förderung des religiösen Lebens nach innen Muth, Widerstand und Opfer nach außen. Gleiches Interesse müßte alle jüdischen Gemeinden zunächst des Vaterlandes, bann weit über die Grenzen Desselben hinaus, endlich überall da, wo jüdisches Neligkonsbekentttniß noch Wahrheit ist, — und das ist es so ziemlich auf der bekannten Erdoberfläche — verbinden und vereinen, für einen und denselben Zweck mußten alle denken, sprechen, handeln, opfern. Kräftigung zuerst im wahren Judenthume, Versenkung in die Lehren und ewigen Wahrheiten desselben, Kenntm'ß seiner weisen Ur« schätze, Bewahrung der ihnen innewohnenden Würde und Seligkeit durch unser eigenes Dasein, durch unser ganzes Leben hindurch; dann Widerstand gegemdie, deren Lebensaufgabe eS ist, solches Gottesgebäude unaufhörlich mit ungeweiheter Hand an, zutasten, schwache oder keimende Zweige dem grünen Lebensbäume der - Mischest Netrgion s zu entreißen, das wäre würdiges Ziel, ernste Aufgabe unseres zu begründenden Strebens. Sollte es zu Stande kommen? Ob in Form, Gestalt und Gliederung gebracht. 'wage ich nicht zu behaupten- (obwsl nach den, in demselben Sinne, zur Nealisirnng desselben Zweckes sich so mannichfach kundgebenden Erscheinungen und Wahrnehmungen, die ohnedies schon an und für sich selbst den wahren Stamm jener neuen Versuche, freilich mit ausgedehnterem Wirkungskreise, bilden würden, zu schließen, dies allerdings nicht Sache der Unmöglichkeit wäre) aber seinem Geiste, der ihm innewohnenden, zü Grunde liegenden Idee nach so gewiß, wie Judenthum nie aufhören, wie Gottes geossenbarte Religion in ihrer ewigen, untastbaren Gestalt in uns fortleben wird, von nun an bis in alle Ewigkeit. -—-»-SYS»-- Das Westjor-anland. Von dem schneebedeckten Hermön, dem jetzigen Dschebel Esfcheikh, der einige Stunden nördlich vom Meromsee fein Haupt erhebt, gehen zrüei Ausläufer nach Süden, der eine auf der Westseite des Sees, der andere auf dessen Ostseite. Diese westliche nach Süden sich immer mehr senkende Bergreihe ist das galiläl'sche Gebirge oder Gebirge Naphtali, dessen Name nur einmal in der heil Schrift, Jos. 20, 7> erwähnt ist. Dieses Gebirge entspricht dem heutigen Dschebel Szaffad, der sich auf einer wellenförmigen Hochebene, der Hochebene, von Galiläa ausbreitet, die von Norden nach Süden 9" bis 10 Stunden lang, von Westen nach Osten aber 8 bis 9 Stunden breit ist. Auf dem höchsten der nördlich aufsteigenden Berge des Szaffad. leuchtet eine der vier heiligen Städte Paläftina's, Sapket, „die Stadt, die auf einem Berge liegt" (M. 5, 14), mit den stäkt, lichen Mauern des 1847 durch ein Erdbchen zerstörten Kastells. Die Hochebene von Galiläa, welche sich westlich allgemach in die Meeresniedernng von Acre, südlich steiler in die Ebene Jcsreel, östlich aber am steilsten und tiefsten zu dem See Genezarcth und ) dem oberen Jordan hinabsenkt, war einst trefflich angebaüt und unbeschreiblich bevölkert. Der jüd» Geschichtschreiber Josephus sagt von Galiläa: „Die ganze Landschaft ist fetf und weidenrcich, hat Anpflanzurgen von Bäumen mancherlei Art, so daß sie durch ihre Fruchtbarkeit selbst solche anlockt, welche gar wenig Neigung zum Ackerbau haben. Es ist von den Bewohnern durchaus eultivirt, kein Theil desselben ist unbenutzt; auch liegen hier eine Menge

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