Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 22 (28.10.1853)
- Date
- 1853-10-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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86 breitimg ihrer Produktionen uns lebendig vergegenwärtigen;' und wer weiß nicht, wie man in manchen Kreisen mit Sturmschritt, das was man als Ziel der Menschheit im Auge bat, zu ereilen strebt, wie man Versuche macht die Zukunft, wie mit Zaubergewalt in die beengte und beschränkte Gegenwart zu bannen. Mit unermüdetem Eifer endlich wird.daran gearbeitet das trennende Hinderniß der Sprachverschiedenheit, das ein Volk von den Geistesprovukten. anderer Völker der Jetzt, und Vorzeit fern häit, durch Übersetzungen aus dem Wege zu räumen. Diese letztere Thätigkeit wollen wir in Bezug ihrer Wirkungen auf dem Gebiete des Iudenthums etwas genauer in's Auge fassen. Abgesehen von den gewöhnlichen, durch die Verschiedenheit der Sprachen erzeugten, im Allgemeinen unschädlichen Eollifionen, können alle Übertragungen innerhalb sonstiger Gebiete des Denkens, selbst wenn sie aus dem Zusammenhänge Gelöstes bieten, nicht leicht für unzweckmäßig oder gar zweckwidrig erklärt werden, da sie dann entweder Gegenstände behandeln, deren Elemente gewöhnlich Anschauungen, nnd im Bewußtsein der Menge lebendige Vorstellungen Hilden, oder solche, die, wie fast sämmtliche Antiquitäten, ohne Interesse des größeren Publikums der richtigen Auffassung und genauen Prüfung Sachgelehrter anheimfallen, und wegen ihres anscheinend losen Zusammenhanges mit der Gegenwart ohne wirklichen Einfluß auf die Gestaltung der Verhältnisse derselben für die.Gesammtheit bleiben; Gegenstände, wo fast durchgängig dem Buchstaben seine ganz? Bedeutung nur im Worte, dessen Theil es ist, und diesem wieder sein ganzer Werth nur im Verhältniß zum Satze gegeben wird, dessen Inhalt als Production des menschlichen Geistes auch der Reproduktion durch denselben fähig ist. Bei Übersetzung jüdisch-religiöser Schriften — die ethischen und philosophischen kaum ausgenommen— fehlen alle diese Bedingungen. Nicht allein die Verhältnisse unter denen sich das Vorliegende in stetiger lebendiger Entwicklung gestaltete, sondern auch die dem Ganzen zu Grunde liegenden religiöszn Anschauungen, sind der außer, jüdischen Welt gänzlich unbekannt geblieben, und innerhalb des ihnen ursprünglich zugehörigen Kreises leider so matt geworden, daß es ihnen an Lebendigkeit und Kraft gebricht, richtige Fortbildungen zn Produciren. Noch mehr! Während Ln den- Gebieten des nunmehr Hingeschiedenen außerjüdischen AlterthumS höchstens ruhmjüchtiger Unverstands sich breit zu machen pflegt, wird unsere jetzt noch l^ensvolle, urkräftige Antiquität inmitten einer immer wechselnden Gegenwart nebst der Verkehrtheit des Unverstandes auch der entstellenden, die Gesichtspunkte verrückender Böswilligkeit zur Beute. Die Beziehungen, in die fast Jeder zum Jndenthume gesetzt ist, machen es einerseits znm Gegenstände allgemeinen Interesses, während sie andrerseits die aus vorurtheilSfreier Forschung hcrvorgehende'rvohre Kenntniß desselben hindern. — Wenn nun dieser doppelte Uebelftand, die Theilnahme eines größeren Publikums trotz seiner völligen Ignoranz und seines theilweisen Vorurtheils, die Uebertragung der Erzeugnisse jüdischen. Geistes in ein anderes 'gänzlich. fremdes Sprachgebiet nicht wünschensWerth - und rakhsam macht, so wird ste — und dies ist unserer Ansicht nach entscheidend — völlig unmöglich gemacht durch den wesentlichen Werth der hebr. Sprache in Produktionen des acht jüdischen Geistes. In der auf unmittelbarem Befehl Gottes niedergeschriebenen hat sedes Wort, ja der einzelne Buchstabe, selbst wo er ohne sprachlichen Einfluß auf den einfachen, schlichten Wortsinn des Ganzen bleibt, das unbestreitbare Recht, eine selbständige Bedeutung für sich zu beanspruchen. Daher oft Ein Wort als Quelle oder mindestens als Stütze für beschränkende oder erweiternde Bestimmungen dient, die als in menschlicher Sprachweise unbegrüudct der Uebertragung entgehen müssen. Die einem Jeden einleuchtende Unmöglichkeit dem Buchstaben in einer Übersetzung sein Recht zu wahren, schließt die Möglichkeit einer entsprechenden Uebertragung solcher Werke überhaupt aus, dies gilt insbesondere für die Orthodoxie dem Grundsätze unserer 01,55 zufolge: p icH -)m!> o-wc aus dem von v5",5 angegebenen Grunde 'w vvcoi icobc oirö s'cö) wc'crc icob M ivbL '52 Daher unsere alten Autoren in ihre» chatdäischeu oder arabischen Abhandlungen uud ComMentaren nicht nur Bidelverse. sondern auch die Stellen aus cvcv und Hw, in ihrer Ursprache anführen, wie z. B. ein Blick in die^hc 'hnh lehrt. Zeitungsnachrichten. Ungarn. Preßburg. Das eifrige Streben der Ortbodorie, den wahren Glauben vor unzarter Betastung zu schützen, so wie das wahrhaft religiöse Wirken im Gebiete der Literatur, berechtigt, sowie alle Israeliten, auch die israelitische Gemeinden der Insel Schütt, zu den schönsten und trostvollstcn Hoffnungen einer schöneren Zukunft. Nicht etwa, daß wir befurchten, daß die sogenannte moderne Richtung, > gleich Pandora's Büchse im Nn, alles Urtheil über das ganze Judenthum ausschüttcn werden. Nein! dieser wie jeder Unglaube sei fern von uns; wir können das Jndenthum, dies schauet unbezwingbar von feiner unersteiglichen Höhe herab, und auf seinem hocherhabenen Hügel erhebt es stolz sein Blick ('c-r o Allein, das Gebot, «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", legt unfern Herzen die Pflicht nahe, manchen unserer Brüder und Glaubensgenossen zu-