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Der treue Zionswächter · 1853-05-27 · 11 (27.5.1853) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
9 (1853)
Issue
11 (27.5.1853)
Date
1853-05-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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42 Tonewie er aus dem Herzen kommt, aber in heiliger Sprache und von den frommen Empfindungen der Mitbetenden laut begleitet, vertrauensvoll zum Himmel zu entsenden. In solcher Einfachheit des Gebetes, des Vortrages ans der heil. Tbora und der übrigen beim Gottesdienste vorkommenden ou?-», mV» findet der Orthodoxe vollkommene Befriedigung; sein Herz Md Gefühl bleibt wach und empfänglich für Tugend und Religion, man steht ihn nie theilnebmend an den sinnlichen und sinnlosen Ergötzungen der Neueren, die auf dem lauten Markte des Wohllebens von einem Genüsse zum andern umherschweifcn, und ihre Lust am äußerlich Schönen auch im Religiösen, da ihnen ein solches doch einmal nothwendig scheint, befriedigt sehen möchten. Dieses eitle- Verlangen wird noch besonders durch die Nenovationsgier der modernen, ihnen gleichgesinnten Geistlichen angeregt und bereitwillig unterstützt, und von diesen dazu alle möglichen Auge und Ohr täuschenden Mittel außerhalb des Judenthnms erborgt und in dasselbe hineingezogen. Auf dieselben näher einzugehen, liegt unserem Thema zu fern, aber-fragen möchten wir, nach den auf die Jugend und das Volk sich äußernden Wirkungen und Folgen aller jener Neuerungsversuche. Wenn, um nur einige wenige Beispiele anzuführeu, der feierliche Act der Katechisationen die Anwesenden so tief rührt, wenn die Zöglinge selbst ihre wohleinstudirten Rollen trefflich spielen und unter den feierlichsten Versprechungen und Gelübden auf Tugend und Religion vor zahlreich versammelte» Zeugen in das pflichtvolle Jünglingsalter übertreten: woher dann der himmelschreiende Abfall vom Glauben der Väter? Ist es denn nicht gerade diese junge aufstrebende Generation, welche des Heiligen und Göttlichen spottet? Wenn ferner die mit Mund und Geld ihrem modernen Geistlichen huldigenden Anhänger so aufmerksam, so gespannt, so begeistert ans die Lehren achten, die ihnen vorgepredigt werden, warum bleiben sie der wahren Religion und diese ihnen so ganz fremd? Warum lassen sie sich nicht bewegen, den heiligen Sabbath und die heil. Festzeiten vorschriftsmäßig zu feieni, Läden und Bnreanx an denselben zu schließen, den ehelichen Verboten, den Speisegesctzen rc. zu folgen, ihren Kindern die heilige Thora zu lehren und sie religiös zu erziehen? Vermag der Prediger nicht das zu bewirken, dann nn-w wpw: om. Beruht ihnen etwa die ganze Religion auf der-vorgeblichen Nächstenliebe allein, oder wollen sie diese nach bloßen Vermmftgssetzen üben, — wehe, dann weiß der persönliche Bortheil Ausflüchte genug, sich vo o-,,» zn sein, und die Vernunft so zn blenden, daß sie für Len Nächsten immer die eigene Person ansicht; aber besondere Pflichten gegen den allgütigen Vater im Himmel hwv wv yiar», wollen diese eingebildeten Weisen nicht anerkennen, si >"ri2 2? a vnow? >,? S'v 710 vnvw »ina.'! aw ö'.-r 7,2^ vmrwa. 7, Haben denn diese ivv pvoh vmrv-ur v'-M als lLuleclrounrsuvi nicht gelernt und öffentlich bekannt, daß die Pflichten zerfallen erstens rn solche gegen Gott, dann ac. — Treffende Anwendung auf sie finden die Worte des Propheten Jeschajah, Eap. 30 V. 9. Jedoch nicht den trifft unser Vorwurf, und wir bedauern nur diejenigen inLo;v v'Li«, welche ohne ihr eigenes Verschulden auf Irrwege geriethen. O, wir glauben es gern, Biele würden das Heiligthum unserer Religion nicht so gleichgültig verscherzt, verachtet und verworfen haben. — Viele würden gern noch mit uns gemeinsam und frommen GcmütheS bete», ohne nach äußerem Prunk zu verlangen. Viele von ihnen würden bereitwillig auf pecuniären Vortheil, auf Bequemlichkeit und. Vergnügen verzichten, nm mit uns o'»> mv zn feiern, vom Verbotenen fern Ln bleiben, or'ip? wmm zn ehrenund.zu. lehren; würde ihnen nicht, gerade durch -ihre Lehrer ürid Prediger das 'Alte als veraltet, das Ehrwürdige als verehrungswürdig dargestellt und ihnen ein Zeitgeist im Fortschritt eine Entwickelung, als nothwendig vorgemalt und äfifgedrängt werden, die die hohe Gottesfurcht bis ans den letzten Funken verlöscht.'- Das ist die Folge aller jener Reformen, dazu kommt es dnrch jene neuen Institutionen, die dem,W;sey Md.drr Lehre, des Judenthums völlig fremd, sind, und das lst Pie Wirkung der zur Beschönigung und Ausschmückung des Jrrthlllns und der Sunde mißbrauchten Beredtsauikeit, welche dem Wahne, dem Eitlen ünd Verwerflichen durch eine gefällig schimmernde Einkleidung ein den befangenen Hörer blendendes Ansehen verleiht,. Wenn-demnach diese Kunstfertigkeiten weder bei der Charakterisirnng eines Nabbinen, noch weniger für dessen Wahl maaßzebend sein können, so bleibt uns noch die Frage zu erledigen, worauf anders aber das Augenmerk zn richten sei, um für die Bekleidung eines Rabbinats einen Mann zu gewinnen, welcher der Fertigkeit seines Bemfs und deren Anforderungen zu entsprechen verstände. Die einzig richtige Antwort erschließt sich uns aus der Betrachtung der Pflichten, welche der Rabbiner für dckt ihm 'mngewiesenen Wirkungskreis üher- . nimmt. Auf ihn müssen wir uns stützen, daß unsere v'Mm vnwis in Betracht ihres Wissens und ihrer Gewissenhaftigkeit ihrer wichtigen Function gewachsen find; er ist verantwortlich, daß uns fromme, wohlunterrichtete und. gewandte vnms sowol 'irv 71M als p^nnd mm» liefern, durch die wir unserer heiligen religiösen Obliegenheit ohne Bedenklichkeit wegen 0^ 021a und mlv tioa täglich geuügen; — er hat dafür zu sorgen, daß unsere r> Sipo ganz 1-202 gebaut und erhalten werden; ihm überlassen wir der Gültigkeit-der p»a die Enthüllung jedes Zweifels und die Entscheidung jeder casuistischen Frage, so wichtig, so umfassend, so tief eingreifend und so heilig sie auch sein mag; seiner Obhut, Aufmerksamkeit und Gewissenhaftigkeit vertrauen wir unser Leben und unsere Seligkeit an, venu durch ihn können wir vor 7's»> »12 mp!:» >a»m '--w bewahrt, aber auch >"r> dnrch seine Unkunde und Gewissenlosigkeit in diese fürchterlichen Strafen verwickelt, durch ihn zum wahren Dienste LeS Herr» angehatten, aber auch davon abgehalten, gebessert, aber auch verschlimmert werden; er vorzüglich ist berufen, ^-,-»2 oiw s>ai» zu sein, durch seinen Einfluß und unter seiner Leitung soll unsere Schuljugend gründlich unterrichtet und fromm erzogen, nach seinem Vorbilde endlich soll die Gemeinde zu einem tugendhaften und gottesfürchtigen Leben angewiesen, und dadurch zu pflichtbeflissencn,' treuen und gehorsamen Bürgern des Staates und des Himmels herangebildet werden. Wem kann es sofort mehr räthselhäst bleiben, welche Vorzüge den Rabbiner auszeichuen müssen, um das zu sein, was seine Bestimmung von ihm fordert? Ungeheuchelte Frömmigkeit und tiefe umfassende talmuvische Gelehrsamkeit,- diese beiden Bedingungen sind unerläßlich, und auf diese ausschließlich

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