Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 11 (27.5.1853)
- Date
- 1853-05-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judenthums. r» Jahrgang, sr. Mai 1858 l Altona. I Z">1N -!"r« v' 1t Antworte« der Versammlung der israelitischen . Deputirten, berufen' nach Paris im Juli 1806, auf die Fragen, die ihr auf Befehl Sr. k. k. Majestät vorgelegt wurden. Fortsetzung. Neunte Frage. Diese Wahlforwen, diese Polizeigerichtsbarkeit, sind sie vom Gesetze geboten, oder bloß durch den Gebrauch geheiligt? Antwort. Die auf die vorhergehenden Fragen gegebene» Antworten machen eö nnnöthig über diese etwas zu sagen- Man tank nur bemerken, daß, wenn mag voranssetzt, dgß die Rabbinen unserer Zeit einige Gerichtsbarkeit beibehalten haben, was zwar nicht der Fall ist, diese Gerichtsbarkeit und die Wahlforwen nicht von dem Gesetze verlangt, sondern nur durch dejr Gebrauch ringeführt wären. 1 Zehnte Frage. Verbietet das Gesetz den Juden Professionen? - Antwort. Ei» solches gicbt es nicht; im Gegentheil der Talmud (siehe Kidnschiu Kap. I) erklärt ausdrücklich, daß der Familienvater, der sein Kind keine Profession lehrt, es für das Räiiberleben erzieht. " (Fortsetzung folgt.) . -»-80S-«-- ' Die Rabbinerwahl. Don A. In jüngster Zeit sind wieder einige erledigte Rabbinate besetzt worden, die unser Gefühl, das Mr die heilige Sache unserer Religion immer wach ist, auf's Angenehmste berührt- In ihr erkennen wir ein Wiedererstarken des religiösen Volkssinnes, und, versprechen uns daraus eine bessere Wendung der jüdischen Verhältnisse. Es gehört aber auch die Wahl eines Rabbinen zu den ernstesten und wichtigsten Angelegenheiten, auf welche die Gemeinden und ihre Vertreter scharfen Blickes.und sorgsame» Herzens achten sollten.' Wir sind durch die-Erfahrung auf dre bekrübcndfte Weise zur Ueberzengnng geführt worden, welches Unheil von einem unwürdig znm Nabbiueramte gelangten Candidaren sichüber die Gemeinde, über den District. über die Schule ja oft über das Zudcnthum im Allgemeinen verbreitet. Man ließ sich seither nicht selten durch eine gewisse rednerisch« Fertigkeit, zuweilen auch von einem philosophisch-literarischen Rufe oder von ähnlichem Flitterwer! in der Wahl für ein Individuum bestimmen, die mau bald bereuen mußte. Wenn wir auch zugestehen, daß die Beredsamkeit durch glückliche Natnranlagen zur möglichsten Vollkommenheit gebracht, das Publikum bei verschiedenen Gelegenheiten zu erbauen, mitunter zu Thräney zu rühren, ja auch zu manchem Entschlüsse zu bewegen im Stande ist, so wird doch hoffentlich diese. eine Richtung geistlicher Thätigkeit noch nicht für die gesammte Berufstüchtigkeit entscheiden sollen, die man von einem Rabhiuen zu fordern berechtigt ist. Verbände Befriedigung, so müßte eben derselbe dennoch eiuränmetr, daß in all diesen Sparten noch keine Auszeichnung, für den Rabbinen liege. SMso wenlg ftommet der Gemeinde da- Wettgeschreider in der Synagoge eingesührteu tzhöre und jede andere theatralisch eingesührte, pomphafte Gaukelei. Durch all diese Ae«ßerlich?eiten hat das Jndenthum weder an Jsntelligenz, noch an Pietät gewonnen. und man muß es al* irrige Ansicht tadely, wennJeinaud deshalb auf eine allgemeine Hebung des CultuS schließe» wollte, weil derselbe hie und da reichliche Theilnahme findet. Wäre dieser Schluß richtig, so gälte auch das Theater, jede musikalische und manche andere Kunstproduktion als eine Anstalt, zur Er, bauung des religiösen Sinnes. Hebt man zur Unterscheidung in sein einfach ansgestattetes Gcbethans voll heiliger Scheu seine Tritte, NM dort den Inhalt der Gebete zwar in schmucklosen