Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 8 (15.4.1853)
- Date
- 1853-04-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2625941-2626010-2626018--2645-2627217- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
o 31 Stadt-Schern erscheint 1462 ein Garten im Besitze eines Juden, 1463 gehörte ein Haus in der Judengasse dem Juden Maestellin, und es kommen andere dergleichen Fälle vor. In den folgenden Jahrhunderten aber hatten die Juden Jglau ganz verlassen, und klagten deren Bürger (wie unser Autor weiter berichtet) im Jahrej1576 sogar über die, auf den städtischen Gründen haufirenden Juden von Triesch, Battelau und Lobeskirchen, verlangten deren gänzliche Ausschließung, womit sie aber wahrscheinlich von den Behörden abgewiesen worden sind, und seit dem Jahre 1708 bis 1782, wo Kaiser Joseph die jüdische seibmanth aufhob, mußten sie die jüdische Leibmauth oder das Einlaßgeld, so wie in Brünn, Olmütz und Znaim auch in Jglau mit 15 (später 17) Kr. und in andern k. Städten mit 7 Kr. für einen Tag Aufenthalt in denselben, entrichten. Nachdem wir bisher bloß die nackten Thatsachen referirt haben, Folien wir nun noch nachstehendeBeträchtung daran knüpfen. Mancher unserer Leser würde gewiß diese, damals blos auf Grund einer falschen Verdächtigung hin, erfolgte Vertreibung seiner Glaubensgenossen aus Jglau, als ein großes Unglück, für sie betrachten, da sie nach einem 81 jährigen ruhigen Aufenthalt und Wohnsitz daselbst, auf einmal nicht nur ihre eigenthümlichen Häuser, deren Aufbau oder Erwerb ihnen gewiß viel Geld und Mühe gekostet haben mochte, ohne irgend eine Entschädigung verlassen, sondern auch ihre Synagoge, die heilige Stätte wo sie so lange den Gott ihrer Väter mit Inbrunst und Andacht angebetet haben, und ihren Leichenhof, der die Gebeine ihrer Hingeschiedenen Themen und Frommen in seinem Schooße barg, dem Hohn und der Profanirung ihrer Feinde und Verfolger preisgeben mußten. ... Es wird auch jeder Gefühlvolle der Erinnerung dieses, wenn auch vor 400 Jahren, von seinen NamensgenWn erlittenen Ungemachs, eine wehmüthige Thräne -eS Mitleides weihen. Betrachten wir aber die manigfachen und außerordentlichen Unglücksfälle welche, wie sie unser Autor weiter berichtet, bald darauf die Stadt Jglau durch den Hussiten-Krieg betroffen haben, wo sie mehrere Mal belagert wurde, wie nicht minder ihre vielen Mißgeschicke in den folgenden Jahrhunderten, wo sie von großen Feuersbrünsten und Ueberschwemumugen, und vom Jahre 1483 bis 1605 zwölf Mal von der Pest heinigesucht wurde, der jedesmal Tausende als Opfer fielen; und noch insbesondere jene außerordentlichen Leiden während des 30jährigen Krieges, besonders zur Zeit der 2.s,jährigen feindlichen Occupation der Schweden, und der Monatlichen Belagerung durch die kaiserlichen Truppen zu erleiden batte, von welcher Zeit unser Autor schreibt: „Daß es schwer zu schildern sei, was die Bevölkerung gelitten hat, so daß Durst, Hunger, große Noth, Kälte, unausgesetzte schwere Arbeit, Mißhandlungen und Todesssrrcht, ihr Elend zu steigern gcwetteifcrt haben," und daß Jglau^welches zu Anfang des 17. Jahrhunderts noch 13,600 Einwohner zählte, durch Unglücksfälle und Auswanderungen im Jahre 1647 bereits so herabgekommen war, daß dessen Bürgerschaft mit ihren Frauen und Gesinde nur 299 Personen zählte. Wenn wir nun dieses Alles in Erwägung ziehen, und den Umstand noch insbesondere in's Auge fassen, daß ein großer Tbeil der Jglauer Stadtbewohner, welche 100 Jahre hindurch eifrige Anhänger deS damals neu aufgetauchten protestantischen Glaubens waren, durch die dann erfolgten GlaubenSzwangsdecrete des Kaisers Ferdinand II. im Jahre 1625 gerade 200 Jahre nach Vertreibung der Inden aus Jglau, mit Zurücklassung des 4ten Theils ihres beweglichen Vermögens, selbst die Stadt freiwillig verließ, und nach Ungarn auswanderte, so erkennen wir hierin nicht nur die alles Unrecht vergeltende und bestrafende Hand Gottes, sondern wir sehen uns auch veranlaßt in Beziehung der scheinbarm Leiden unserer damaligen Glaubensgenosse», mit dem frommen Rabbi Mba auszurufen 'v 77 »M2) . 7'22 dovn-, 7>2L7 ov!>2 (2*2 (Beschluß folgt. Geographische Schilderung der Umgehung von Jerusalem. (Fortsetzung.) Wir sehen in den nördlichen Sternbildern ein Häuflein kleiner Sterne, welche das Siebengestirn (kleiLäen) bilden, desgleichen sehen wir auch südöstlich von Jerusalem ein Siebengebirg, welches man die Plejaden nennen könnte. Hier hat die Natur ein kleines Universum erschaffen, einen Berg auf den andern gesetzt — wrn »22!-§ pvp wen, hier sührt das Thal Kitron zuweilen seinen kleinen Bach oi!»» it>2 in der Stille rieselnd, der Münduag des todten Meeres zu. Nie wird das Auge des Menschen genug satt, dieses wunderbar schöne Gcbirg zu betrachten, und denkt bei dieser romantischen Aussicht der Worte mono, v»-w pH, ein Gedirg, welches seinen Lauf von Nordwest nach Südost nimmt. Die Nähe dieser Gebirge. eines auf und neben dem andern, die Oberfläche rund geformt, stellt dem-Auge ein irdisches Paradies vor. Der Anschauer sicht es, hier ist der Mittelpunkt der Welt, der Himmel hat hier feine Tragbalken. So scheint diese schöne göttliche Natur, wenn man innerhalb der Stadt steht, von einem niedrigen Standpunkt aus, wo der Horizont diesen Gesichtskreis schließt. Wie groß ist die Liebe deS blickenden Menschen auf dieses kleine Universum, wie wünscht er sich, daß doch baldigst das heilige Land in die Hände eines cul» tivirten Beherrschers käme, um diesen Boden zu cultiviren! Schauet man von einem höhern Standpunkt der Stadt, z. B. man sitzt auf der Bank in der Synagoge des Herrn H. Lehren, so schimmert ein kleiner Thcil des todten Meeres spiegelnd dem Gesichte zu; aber dieses gilt nur im Anfänge des Frühlings, wenn das todte Mcer größer wird. Der Weg nach Hebron führend oder nach Bethlehem, ungefähr eine kleine Stunde, südlich der Stadt, wo ein offner Horizont zu sehen ist, und der berühmte Frankenberg wie ein Kegel auf dem Gebirge steht. Wer diese schöne heilige Natur betrachtet, preis't die Allmacht des höchsten Wesens; er sieht das blaue v>722 '-w so reißend schön sich gegen Südwefien fortziehen; das Ziebcngebirg entfaltet sich jetzt völlig, eine unvergleichlich schöne Aussicht bietet sich dem Auge. Man steht aus einer hohen Ebene und sieht in der Ferne unter sich hohe Ebene! Berge, Hügel. Thäler von Osten und Westen. Hier bekennt der Mensch: dieses ist das heilige Land, nur die Natur konnte künstlich ihre 12 Gränzen nach der 12 Stämmen durch Berge