Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 2 (21.1.1853)
- Date
- 1853-01-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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geweiht sein in die erhabenen Handlungen? das wöhlthätige Wirken, den beharrlichen unverdrossenen Gehorsam unserer Erzväter, um alsdann in unserauf solche Weift vorbereitetes und bearbeitetes Gemüth, den Satzungen der Religion nm sö mehr Eingang zu verschaffen, auf daß sie in unserem Innern um so tiefer Wurzel schlagen und zu den erfolgreichsten Früchten reifen konnten. Wenn daher unsere heilige Thora mit der Schöpfungsgeschichte beginnt, wenn sie uns dann etwas von der Geschichte unseres Ursprunges, unserer Erzväter wissen läßt.- so hat dieses keineswegs den Zweckuns'mit Naturwissenschaft und der Geschichte der Vorzeit bekannt zrr machen, sondern es waltet.vielmehr dabei die , Absicht ob, uns auf wichtige Religionslehren zu leiten, unS drirch große und erhabene Vorbilder zu belehren, welche GesmnupgM unser Gemisch durchdringen sollen, welche Dmkungsweift wir uns zu eigen machen müssen, um mit Erfolg in dM heiligen Kempel der' Religion eintreten zu,können" So wenig daher auch die Aufzählung der Begebenheiten vom Beginn der Schöpfung das Gebiet -der. Religion zu berühren scheint'/ so' unbedeutend, so i nutzlos die Mittheilüng 'der Lebensgcschichte früherer^Men^ scheu dm: mach .Glaubenssätzen Dünstenden sein'mögen- .ja,, so. auffallend; es,selbst manchem erscheinen,könntq, -Moschichts.no^ tizen als Einleitung; zur heftigen .Lchrej zu -finden-, . .sinh,.es dennoch grade diese Begebenheiten, diese Geschzchtsf^glncnte. welche das Fundament des Glaubens aüsmächcn, tvelche als die unhrschüttcrlichcn Pfeiler zur Festhaltung des großen Reli« gionygebäüdes 'Geltung haben. - - So- M: uns die Erzählung der - Schöpfungsgeschichte den Schlüssel zu den 'Pforten des. Gtaubenstempols^ die, wichtige Lehre m Hände/r geben, daß es ein unerforschsiches Weseneinen Gott gebe, der -das ganze Umversum aus,-NichtS hcrvorgerufen hat,-, dessen Allgewalt sich daher über alle Wesen in der Schöpfung erstreckt, dem Alles untergeordnet ist; daß der Mensch als das edelste Geschöpf zum Herrscher aller Wesen eingesetzt, als der alleinige Zweck der ganzen Schöpfung zubetrachten ist; daß nur er würdig gefunden mordcn im Dienste fernes Schöpfers, im Gehorsam gegen Gott ftmrn wahren Beruf, seine wahre Bestimmung zu finden. Um uns aber ein lebendiges Bild.vor Augen zu tzeljen., auf welche Weise wir diesem uns vorgesteckten Ziele nachstrebcn sollen, dazu soll uns die Bekanntschaft , mit der Geschichte unserer Vorfahren dienen. Sie söll uns zeigen, daß das Streben zur Erreichung desselben entgegen zn-gchen haben, keine Beschwerde fühlen, keinen Rückhalt. kein Hinderniß achten, keine Mühe sparen, keinen Nachthcil befurchten, keinen Verlust berücksichtigen, keine Gefahr scheuen dürfen, wo es der Erfüllung unseres wahrhaften Berufes, unserer höheren Bestimmung gilt, wo es unsere heilige Pflicht erfordert, unserem Schöpfer zu dienen, dem Willen und den Geboten unseres Gottes nqchzukommen. Wir sollen das Heiligthum der Religion mit gebührender Ehrfurcht betreten, ohne darin etwas antastcn oder umstoßen zu wollen, vielmehr mit unserem Erzvater Zacob sprechen: 7,?§> 7,2 v,pvo ov c'w. -u'ö 71, 7:'7i!7>z v- >2, wir dürfen kein Bedenken tragen, das Leben ber Lehre uNterzusrdnen. unfern Willen dem Willen des Höchsten selbst noch alsdann unbedingt zu unterstellen, wenn nns die Ursache, der Zweck desselben unbekannt bleibt. So dachtcn und handelten-imsere^Erzväter, davon zengt das unS vorgezcichnete: ^irke^s , sistfErben; sie weihetcn alles, was ihnen'wrrth und thcüer war,'dem Dienste des Herrn, opferten ihre.Gemächlichkeit,- ihre zeitlichen Vortheile,, ihr Vermögen und selbst ihr .Leben dem Willen-ihres Schöpfexs. Was uns aber noch, besonders, aus all ihrem Thun eindringlich .entgegen leuchtet, ist die Beharrlichkeit und der feste, zinbeugsame ^ille, i^it Welchem sie ihren Bemf verfölgftn, und dieses rst.eS, wns hauptsächlich in unserer Zeit angeregt,zu werden chon hoher Wichtigkeit ist. In einer sp chcwWen frivolen Zeit, in welcher urcht der innere Gehalt unser«, tze/ligenbeachtzs und sie nur' nach ihrem äußern Glanze beurtheift wird» ftn einerZeit, in welcher unsere herrUchsten Institutionen, unsere wichtigsten, heilvöllstm Ein« richtuggen und Gebräuche,Yiit^üßen, getreten werben, wo die Religion chem Eigennütze weichen, geg^ett profane Zwecke/ gegen vergänglichen Glanz, gegen irdischen Gewinn vertauscht werden soll; 'in einer Zeit, i^ Welcher Heuchler unter dem scheinheiligen Deckmantel den gesunkenen Glauben wieder anfzurichten, ilber " äll^ äußern Zeichen ' und Merkmale beffelLm ^M Stad zm'brcchbn suchen/'wo sogarsölche. welche sich Hirten des Bolfesnennen.' veM Rcligionskörper'Glieb- M'Gkied abreiffelt zu wollen' sich'sticht entblöden -ja selbst nach deffm Pulsadern greifenihm den Lebeitssaft zuentziehm: in einer solchen Zeit ist eS die nicht genüg zn empfehiende Aufgabe, die'wahrhaft deliziöse'Pflicht der acht GlästbtgM sich züfammcn zu schaaren Und in -Gemeinschaft'mit' unüberwindlicher Beharrlichkeit, mit ftsteini'Willen' -und' unverdrossener Ausdauer den Schändern und Verstnm melern unserer Glauben sichren entgegen zu treten , und mit Sicherheit ist banst einem glücklichen Erfolg entgegen zu sehen.' Die Beharrlichkeit istdie' stothwendige Bedingung zur Dertheidigung einer jeden Sache, zur Ausführung und Vollendung eines jeden Planes, zur Vervollkommnung in, einem jeden Beruft. Sie ist der Lichtpunkt im Farbenspiegrl der verschiedenartigsten menschlichen Verhältnisse. Sie giebt oft selbst alSdann noch Leben und Erhaltung, wenn schon nach allen menschlichen Einsichten und Berechnungen jede Hoffnnng auf Erfolg aufgegebcn werden muß. Beharrlichkeit ist cs, welche den Schwachen zum Helden macht, den Nieder-gebeugten anfrichtet, den vom Schmerz Erfüllten beruhigt, den Unentschlossenen zur Festigkeit bringt, den Schlaffen wieder mit Muth erfüllt. Beharrlichkeit ist cs, welche den Scepter in der Hand der Herrscher erhalt, welche den Ruhm der Gekehrten der Nachwelt überliefert, des Künstlers phantastisches Bild in die Wirklichkeit übertragen hilft, den Krieger im fürchterlichen Schlachtgetümmel ermuthigt, dm Pilötm'ernmnfttk den Stürmen zu trotzen, dm aüfgcthnrmten Meereswogm furchtlos entgegen zu steuern. Beharrlichkeit ist es. welche dem Mmschm die Schätze in der Tiefe der Erve erschließt, die entftrrrtesten'Himmelskörper seinem Äuge nach ihrem Umfange, ihrer Gestalt, ihrem Verhältnisse anschaulich macht; sie ist es, welche