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Der treue Zionswächter · 1852-11-26 · 24 (26.11.1852) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
8 (1852)
Issue
24 (26.11.1852)
Date
1852-11-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Letzte der Männer, welche schön Lei Gründung der bat». iSr. Oberkirchenbehörde im Jahr 1809 von dem höchstseligen Groß- Herzog Karl Friedrich die ehrenvolle Wirksamkeit bei dieser wichtigen Staatsstelle übertragen worden war. An dem Verblichenen verlieren die Israeliten Badens ihren eifrigsten Vertheidiger, ibre Jugenderziehung den treuesten Pfleger und die Religion seiner Väter ihren heißesten und aufgeklärtesten Verehrer, die Armen einen Wohlthätcr, die Familie den wärmsten Freund. Seinen Fürsten, welche ihn alle mit ihrer vollsten Anerkennung und Huld erfreuten, war er während des langen Zeitraums seines verdienstvollen Lebens mit Wort und Thai auf's treueste ergeben. , Beifolgender Nachruf in der hiesigen Zeitung dem Verblichenen geweiht, dürfte schon nin dessentwillen von Interesse sein, als er, wie bekannt, ans der Feder eines christl. Ministerial- Beamten geflossen ist: Zur Erinnerung an den israelitischen Oberrath Hrn. Epstein. Der auch in weitern Kreisen rühmlichst bekannte Verstorbene hatte seine ausgebreitcte Kcnutniß der Bibel und des Talmud, die seinen andern umfassenden Kenntnissen hohe Weibe gab, oft in ^wütdiger Weise angewendet, um auS diesen Schriften erhebende Vorträge und Gebete für feierliche Gelegenheiten zusammenznsetzen, welche für den religiösen und ästhetischen Sinn des Seligen em vortbeithafteS Zenguifi geben. ES mögen nun auS jenem von ibm so trefflich benutzten Schätze hier einige Stellen zum freundltcheu Nachruf an den Geschiedenen sich aneinander reihen. Er war ein Mann, wie er geschildert ist: „Und erbetrachtet es vorher bei sich, darnach sagt er seinen Nath und seine Lebre heraus, nnd beweiset es aus der Schrift. Was er gelehrt hat, wird man weiter predigen, nnd die Gemeinde wird ihn rühmen." Er bandelte nach dem Ausspruch des Rabbi Elieser- „Sei unermüdlich im Studium der Wahrheit, daß Du den Kotteslängner zu widerlegen verstehest"; er glaubte mit Rav Me»r, daß der Weisheit Krone erhabener sei, als des Ranges Krone. In mehr als vierzigjährigem Dienstwrrken erfuhr er oft die Wahrheit des Spruches Kobel. 1. 18: „Denn wo viel Weisbeit ist, ist viel Grämens, und wer viel lehren muß, mnß viel leiden." Weil er den Spruch des Talmud kannte: „Der Unwissende kann nie wahrhaft fromm sein," so war er, gleich R. MoseS Dessau, ein eifriger Forscher deS Guten und Rechten, denn der weise Hillel sagt: „Wer seine Kenntnisse nicht vermehrt, der vermindert sie," und „der Geist Gottes beseelt nicht den Trägen." Er hatte (Ps. 1. 2.) Lust znm Gebet des Herrn, und redete von ihm Tag und Nacht," und war „ein Sohn Aarvn's, der die Menschen dem Gesetze näherte," wie es Talm. Sdokl, i will. Daher komite er mit Prov. 8. ly. sagen: „Mein Einkommen ist besser, denn auserlesenes Silber," und es läßt sich auf ihn anwenden der Spruch des Nab Hanina Ben Dosa: „Der, dessen Tugend der Weisheit vorangebt, dessen Grundsätze bestehen ewig." Er lhat viel Gutes, denn er wußte, daß „auf Werken des Wohlwollens die Wett besteht." Er hielt an dem Talmudspruche. .Die Krone der Lehre ist Weisheit, die Krone der Wahrheit aber ist Deinuth," und deshalb gingen au ihm in Erfüllung die Worte der Rabbi LevitaS: „So aber Jemand demüthigen Geisteist, so achtet ibn die Schrift, als hätte er alle Opfer dargtbracht." Er hieß Naph thali, und machte Ehr« seinem Namen; denn er kämpfte für das Rechte, und that eS Dielen zuvor. (Gen. 30. 8.) Er trat auf die Wege und schaute, und fragte nach den vorigen Wegen, welches -er gute Weg sei- (Jer. 6. 16.) Auschn.läßt sich anwenden Pst SO. 10.: „Unser Leben währt siebenzig Jahre," und Kohel. S. 12.: „ES weiß der Mensch seine Stunde nicht." „Er hat Biele unterwiesen und hat lasse Hände gestärkt" (Job'4. 3.) und hat noch in dem letzten Frühling, den der Herr ihn schauen ließ, gebetet für die Glückseligkeit der LandeSobrigkeil., wie es Rav Hanina gebot. Er bat verlassen die Vorhöfe und wird getragen zum „Hgusede- Lebens," wie sein Volk die Ruhestätte des Todten nennt, und es wird ihm ergehen, wie es steht im Talmud: „Jeder, der algerecht. befunden wird, wird znm Leben gesiegelt; Der, dessen Verdienste seine Sünden überwiegrn, ist ein Gerechter." „De? Anferstehungsthau erquickt Die, " welche die drei bittem Tropfe« vom Schwerte des Todesengels kosten mußten, und er wird gehören zur ersten Klasse Derer, die auferstehen, weil er gereA war." Salomo sagt: Guter Namen ist besser. ats köstliche- Oel," und dieser gute Name wird ihm bleiben. Ja, der Tag des Todes ist besser, als der der Geburt; denn (Gen. 32. 3V.) „seine. Augen haben den Herrn geschaut, und' seine Seele ist genesen." Sch—n. Palästina. Jerusalem, den 6len Oktober. Ein kleine-Hänstein deutscher Inden welche seit einigen Monaten den Namen einer Gemeinde führen, besitzt gegenwärtig das arme Jerusalem; und obgleich die Anzahl der Mitglieder gering ist, so ist deren Qualität an Frömmigkeit, Bildung, Kultur nnd' besonderan moralisch, frommer Gesittung so bewährt, als eine der übrigen Gemeinden Palästina's. Selbst in talmndischer Gelehrsamkeit stehen unsere Mitglieder keinen Andern bieselbst nach, sind sie doch meistens die Schüler des 2512 21? in Preßbnrg, Schüler des seel. 22>2«i>2 -^t»>?",o 21? in Fürth, des seel. i'öav 222 22^ 7>2>p27 wie auch des see. -"> cz»2 '2210 o'w pSa? 22? in NicolSbnrg. Eintracht und Friede sind die beiden Grundpfeiler unserer neuen Verbrüderung, Gottgefälliges Leben in Gedankt, Wort und Lhat Zweck derjelben. Ilm nnS aber solchem Lebenswandel ganz biligeben zn können, bedarf es andrerseits, da wie bekannt, Mittel znm eigenen Erwerb weder gegeben, noch wenn auch der Fall, doch von uns als unserer wahren Beschäftigung entgegen, nicht benutzt werden können, entschieden der Unterstützung der Brüder «n überhaupt, speciell in Deutschland. Nnd zwar um so mehr, als gerade bei 25 fl. die jährlich auf jede einzelne Person der deutschen Gemeinde von den allgemeinen Collecten-Geldern fallen, wir, als die am wenigsten Begünsiigften erscheinen, nnd dürfen wir deshalb sicher darauf rechnen, und das ist unsere inständigste Bitte, die durch dieses weitverbreuete-Organ bei allen wahrbasten volle Anerkennung m Gewährung finden möge, daß nicht nur, in Bezug ans die in diesem Blatte von uns gemachte Mittheilung ben essend, und 22:0 22 znm Gunsten unserer Gemeinde, recht bald nnd vielfach in Deutschland

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