Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 23 (12.11.1852)
- Date
- 1852-11-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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wie-ihr saget z. B. mderMoral, das Wesen deS Iudenthums zum Ausdruck bringen, was wollt ibr denn mit dem V. 5 anfangen, mit denjenigen Vorschriften, die sich als Folge ans ihm erschließen, und die zwischen die heiligende Lebre deS monotheistischen Glaubens und der Mildthätigkeir eingeschobcn sind? Ein Gebot, das nach eurer corrnmpirlen Ansicht bloß eine .nbgcbruirgciie Eonniveuz gegen die herrschende Anschauungsweisc der damaligen Zeit war, dessen ganze Natur nur eine transitorische gewesen, ein solches Opfergcbot hätte' dieselbe' heiligende Kraft wie' die höchsten Sittlichkeit sgesctze,die die Menschheit keimt, und von der sie geadelt wird? Und, dennoch mißt das Heilige Wort diesem Geboz dieselbe heiligende Macht bei, und weiß ibm un ganzen Buche der Bücher keinen würdigern Platz anziiweisen, als da wo das höchste Sittengesetz seine Stelle sinder? geradeneben dem Urgrund des Iudenthums, dem Monotheismus und gerade neben der Lehre von dem praktischen, sich bethätigenden Gottesdienst, der Mildtbätigkeit? i Und wie wollet ihr V. 10 mit der Lehre von der Heiligung in Einklang" bringen? Wie keine wichtigere und „wesentlichere" Satzung konnte sich an das den Menschen adelnden und seine Würde bekundende Gesetz der Menschenliebe anschließen, als die der 2»-^ und cv^r? eine Satzung,' die ihr schon längst ans den Blättern des LebenSbuchcs gerissen, und die bei euch kaum noch ihren antiquarischen Werth behaupten konnte? Weht nicht über (V. 25) Las nach eurer Ansicht bloß Acußerliche, über die Form der Religion, der Odem des Göttlichen? Wird nicht (V. 37) znr Besiegelung des Ganzen Alles noch ein Mal znsammengefaßt und in den Urgrund des JttdenlbnmS, in den einigen Gott gelegt? Ja wenn wir diese schönste Zierde deS Iudenthums, die Heiligwerdnuz des Menschen, ausdrücklich gerade bei einer solchen gesetzlichen Verordnung anträftn, die ihr als Len blos formellen Ausdruck, als die Schale des IüdciirbnmS arischer, und welche schon längst den Boden aus cuern Häusern und Herzen verloren hat, wie dann? Und dieses heiligende Princip sinder sich bei eisirr solchen gesetzlichen Verordnung, wir meinen das Speisegescß. Im 2. B. M. 22, 30 lesen wir; rnp'r-M 'chrw 0722 H pwo „Ihr sollt mir heilige Männer fern und Fleisch emcs auf dem Felde Zerrissenen sollt ihr nicht essen." 3. B- M. 20. 25 heißt cs: MvG onov? ovoo? j'2 '7':!» r>7p »2 v'riTp Sn'w, ':> „Ihr sollt unterscheiden zwischen unreinem nud reinem Vieh n. s. w, und sollt mir heilig sein, denn ich bin heilig." 3 B. M. 11, 43, 44, 45 lesen wir: t> V'TP '2 V»2»7P 22'jst '7 '2? '2 '>2' sll? l22 V2V2V2 7>I^ >7 '2t> .machet eure Seele nicht gräuelbaft durch all das Wimmelnde n. swdenn ich bin der Ewige euer Gott, heiligt euch, ani daß ihr heilig werdet, denn heilig bin ich" u. s. w. *) Ist das mcht ein Fingerzeig für uns, wie die Lehre, zu der wir uns bekennen, zu keiner Geldeinheit ihres Inhalts sich verstehen will, wie sie sich im Einzelnen und Bcsondrrn sowol als im Großen und Ganzen als das Werk des einigen Gottes aukündigt?") ') Vcrgk. noch 5M. 14, K. 3. 2Ound unsere Abhandlung ln diesen Blättern ..die Bedeutung des Indeuthürus ,n der Gegenwart" 1850 No. 7. Siehe :'r> zn 3, B. M. 25. Wie sie deshalb das anscheinend Wichtigste mit deM^an scheinend Uiibedciltendsten untereinanderstelltc, damit wir daran erkennen, daß Gott nur daun einen Unterschied in seinen Aussprüchen gelten läßt, wenn er selbst ihn hervorhebl (z. B. bei Len v>r„ g772 7"'>2N7 und -?>w MM rnL,.'); sonst aber keinen Unterschied dulden will? Doch wir sind iu unserer Forschmig za chlcm noch ganz andern Ncsultake gelangt. ' ' . - . r Die moderne Skepsis hat sich auf die Forderung gcsteisl, der Mensch müsse in den Kreis seiner Betrachtungen nur "das'- genige hineinlaffen, was seiu«.' VimMUrM.fifLMnHkiS^Hbjeft werden kann, das sich also den Gränzen der menschlichen Dcrniui/t fügt, was diese aber nicht begreift, als unvernünftig von sich fern zu halten, es keiner Beachtung Werth'Mltesi '.vo Zuerst wurden, ui Bezug aus das IudenthW/^-seiue/Zlistitutionen angegriffen, Speisegesetz, ,rvaw, voi «sti, der Pcrhöbnnng prelsgcgebcn, und es'konnte' nicht fehlen) daß auch vsv, or'i MM gvv r,^2st als änkiqNirte 'Reste ans einer sinstent' Zeit in dcsi Verfall geriethen. Nur was dcN Menschen wahrhaft macht, das sei 'Religion, was ihn aber ditr'ch 'ein'besonderes Bekenntniß'iüdividualisirt, ein verbraucht^, abgenütztes Bebels früberer Zabrhünderte. Dies humanlsircnde 'Gtschlccht hat aber nur das eine vergessen, daß in Betreff der Menschlichen Vernunft die ganze offene NaMr ein mit sieben Siegeln verschl'ssstNes Buch' Hoch immer ist, daß trotz Mr''meüsrhlHeil'EMn«tüiß'''Älch Nicht die geringfügigste Erscheinung in derselben'eine trschöpscndii Erklärung gefunden) daß in dem weichehalrenen Ausdruck ,,^-aff" alles Wissen sich abschließt; daß in Bezug' aus düs JNdentbum 'doch etwas mehr sein Inhalt ist als das dürre Skelet einiger Moralsätze. Und wir kominen Haber'^U der Annahme, weil Israels Religion in seinen 613 positiven und negativen Geboten zum größten Tbeil den Israilittn in sich schließen, daß diese das Wesen unserer Religiv'n bilden; 'die auf das' Mcttschsein in uns bcznghab'enLen Gebote aber Mir den Nebenzweck verfolgen, auch außerhalb Israels Gemeinschaft einen des Menschen würdigen Begriff von Gott und dem Menschen zu lehren. Denn schon in der Mcnschenbrnst ist ein Gesetz niedergelegt, bas'ihn Mstfrkeniilliiß und zilin Bewußtsein der Verpflichtnng solcher Menschhcillicher Gebote bringt, das Gewissen ist die'Lündestasel für den Menschen, dorr hat Gott für ihn eiiigegrabcn was Recht und Unrecht, die noachidischen'Geböte wären da, noch bevor Gott seine Tbora ans Sinai offenbarte, Israel aber soll sich bewußt werden, daß das Meiischsein, an sich nicht sein einziger Berus, sondern daß es die Kraft in sich trage sich in jene übersinnliche Well huiaiisznschwingcn lind den unsterblichen Geistern gleich zu werden.'-) Gerade der in der bestimmtest änSgeprägten Norm cirtballeiic Cbarakter des JudciithiimS ist sein WcM, gerade die blos sörmellcn Anssprüche— d. h. was ihr Förm des Inden, thums nennr — der Tppns und die Jndividnalitäl desselbenünd leichter ist cs allerdings Las Jndenthnm ans einige leere Sittlichkeitstendenzcn zu rcHilzircu, als es in senmn ganzen Jnbalr zur normativen Bestimmung seines Lebens zu mache». -) Siehe Sohar säir. SLanr. kol. 152 2 und 181 »5 ua. m. St. ,