Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 23 (12.11.1852)
- Date
- 1852-11-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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S1 Für unsere arme» Brüder im heiligen Kastde. Lin Wärt äst unsere reichen jSrÄLer? ' . . . '"i >". I" - I vom Nab.diaer Ar. Kal-wo« Cohn. . ' Es gab eine Zeit Und die liegt stoch gar nicht so weit hinter unS/ wo schon kter bloße.Ääine deS heiligen Landes, mit wunder« mächtigem Zauber ans uns wirkte, wo mit ihin äÜ' 'die freudigen nnv ivehistü tlngeii' Ernniernngen uns ins Herz hiiwistklängen' unaus zamNivider'stedlicher Theilnahme hinriß. Wet fühlte da kn seinem'Hase« ein jüdisches Herz' schlagen' und chatte den Wunsch noch nicht gehegt, .auf diesen wuuderthätigei^ statten, wo iinsl Gottes allgewaltige,Urgft' so Großes. und. Unbegrcifli^eS geschaffen, zu wandeln"? dort wo sede Fußbreite, ein Monilinciü geschichtlicher Thaten des Indepthnms ist, zu weisest? dort wp dex Prophetey.slammcudcs Wort in.dsst' erkalteteirSeeien Begeiftersuig zündete und . der., liedreiche Psalter Herzen.-fottriß, zu -leben? Weß' Seele war da, nicht, poncher Sehnsucht ergriffe worhen, das-Land zu schaueg, das. Gott zUiseinenZ SH sich.erkoren, wo Israels, große Vergangenheit in Strpm und. Berg, und Wald rcdet?->an den Trümmern zn-weinen, die so viele Herrlichkeit verdecken, auf-die-Gräber sich zu werfen,;, worunter hie Zierden des Menschengeschlechtsdien Lehrer. und Meister' unseres Volkes die Ruhe fanden? O --cs gab eine solche 'Zeit-, wo das Heiz ergriffen ansbebre ,. wenn der Gedanke an das--heilige. Lauv es berührte, wo' wir so - gern -den Erzählniige» ftastschlcst,' > deren' die ans oeist;heiligen Lande heimwärts kehrendeistMänner'voll wären, und 'wo wir mit andächtiger Mer ihrä Worte verschlängen, ' die uns von dem geweihten, auch hcstte noch ivAderwirkenden'Äoden der Väter' die ÄkudL. brachten. Und wie war-' da diese chripe Sehnsucht.zur lhatkräftigsten Liebe gewandelt! Wie gern steuerte da jeder eine frouline, Gabe für diejenigeu^ herbei, die Helinath und Familie binter sich lassend,, von dem mächtigsten..Drange Hingerissen, das heilige, Land, aussuchten, um dort unter biktttster Roth esnvou htttPerflüchtiznngcn des WelrgctriebeS gbgczogenes und freies Lebey, in Gott führen zu können. Wer., fühlte,.sich zu. arm, um nicht eine fromme Spende dem KoUdnrchdrungeneu Beter in Zernschalem zu weihen? wer.sich nicht reich genug..AM sem-Ohr und seine Hand vor dein audrängenden ,Rnf'aizsder verödeten Burg. Zion zu verschließen? Keiner, Keiner! -Wem es selbst versagt war-r den Sranb zu küssen, .der Israels Hejlrgrhümer begräbt, wer^ selbst aus daS Glück Lerzichten mußte,, dort anzubeten, wo einst Gottes Herrlichkeit aus seinen Himmeln niedergestralstt — seine 'Gäbe sollte und. dürfte nicht fehlen; so wie einst ganz Israel zu -den Motgest- und Abendvpfern beitrug, so wollte-er, daß auch sein Schärflein als Opfer nach der-heilrzeu Stadt gelänge, ^um 'als wolgefälliger Dnft zu dem erbarmttngsreichcn Vater-äilszusteigen. Und diese Zeit, ach, sie scheint däbin zu sein. Verklungen sind die wehtnütbigLn Tone, die sonst ans jeder Brust nach dein geweihten Land hinzittcrten, und keine Thräne feuchtet inebr niid verdunkelt däS Auge um ZionS versunkene Größe. Als mären allL-Wurzeln äbgeschnittcn, die aus dem Lande der Väter in das jüdische Volk hineinwnchsen, als wären die Queüen versiegt, die von dort aus den Strom der jüdischen Geschichte anschwellteu, so hat Israel Aug' und Herz von dem heiligen Bodenabgewendet. Eine fsiltstunige Gl^chgültigkut ^tcgk wie eine Eiskruste um unsere Seele, und sie will keinen weichenerwärmenden Strahlder Milde hineindringen lassen. Wie viele Seelen sind demt noch erglüht von der Sehnsucht nach Zion, rw wie vielen bat das' Verlangen nach det-Stadt GotteS eine überwältigende Kraft gewonnen? iWol dringt der SLotbschrci von-den heiligen Stätten zu'«ns hinüber, aber wje wird er von uns gestört? Wie armselig, wie karg fließen die Gaben, so r» sich um unsere Brüder in Zernschatsm bandelt! „War ich denn für Israel eine Wüstenei, ein Land granser Nacht und 'Schreckniß" sIirm 2, 31) könnte der geweihte Boden uns znrufen, war nicht vielntebr ans seinem Schooße der Gegen erbrochen und beglückte uns ltnd das ganze Mcnschcnchuin mit dem was des Menschen ewige Zier und Krone bleibt? - Ist denn alles Gedenken in uns schon erstorben^? Hat demi -unsere Vergangenheit keine Sprache mehr And ist-unsere Geschichte^ ans den Blättern des Lebens gänzlich verblichen? Und unser Herz, - ist -es denn znr Wnmie vertrocknet,-'wogt dann kein Pulsschlag mehr für Menschenwohl? Ist Israel, zu dessen schönsten Ruhm die Wöhlthätigkett gehörte, so starr And felsig geworden, daß in ihur keine warme Ader nwhr für Brudernolh schlägt? -Sehen wir ans die andern Eonfessionen. was wird da erstrebt, erwirkt, geschaffen, .wenn von dem heiligen Lande^ber"Rüs darnach 'eriviit"; "wle'''Mle? Anstalten'sind da ins Leben schon -ünselss ')yj«LMeRWe' ip«1dKt-ge-^det, Zeugniß ablcgeild von dem Geiste der Milde und des Erbarmens, die sie beseelt, und nur Israel' bleibf zurück, Israel, dessen Lebenöboden Zic»n.-einst waf, Hessen LebetPjyzden Zion .wjed^ werden soll? Ist es ja so weit: gekommen, daß. man--von:-anderer Seile unsrre Trägheitm -der Schaffniß, -von' Liebeswerkeu schlau. benutzt, und Hospitäler, für kranke Israeliten eingerichtet'-hat, umvondem 'siecht» Körper däsl-künftige Seelenheil' zn erschachern, daß »n -Augenblicken wo das 'kräiike Haupt und-damatte Herz die Welt im-Zwielichk der Täuschung und der'Ungewißheit vor sich hat, rvo-der'Geist in wildest Sprüngen sich ergeht und keines festen Gedankens fähig ist,/daß in solchen Augenblicken - dem armen, sich unbewußten Franken eist fremdes Bekestntülß ans die Znstge gelegt wird, mit welchem et. wenn er genesest,' ans der Änstalt geschickt wird, um in die Gemeinde'der Gläubigen ausgenommen zu werden. Wollen wir da,/ISraeliten, ,zurü.ckbseibcn? sim so mebr, als, wie wir wissen, unsere armen Brüder lieber eines elenden Todes sterben, lieber auf dem unwirtbbaren Sicchbette im eignen Kämmerlein verzweifelnd zusammenbrechen, als Eingang in jene Hospitäler sich zu suchen? Wißt ihr nicht-'st rr-re-p»:?-2!wo und jener andere Sah '>:> -72stov ^2? Darum zur Tl at heran, ihr reichen Mästner in Israel, zur mestschenbeglückenden Tbat der Liebe und des Erbarmens, in Jerusalem da stestt ein Altar, der täglich Opfer fordert, und ihr seid-die Priester, von 'Gott berufen, das Werk zu'vollziehen. ' Eure Brüder dorr auf helligem Boden, sie sind der Altar stnd^ihnen gehören enre Opftrgaben. Säumet nicht, stehet nicht an, greift'tief hinein in eure Kasten und Truhen, und unterstützet, erguicket, und belebet die .Schmachten-e»; an euch ist M dle^Nacht dsS Elends zu lichten, die sich dort so schwer gelagert hat; an euch ist es, den Kummer von den Herzen zu scheuchen, die dort sonst erliegen, au euch ist