Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 13 (18.6.1852)
- Date
- 1852-06-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Heilige Schrift und die SFillenSfteiheft. Äon K. N. Reser. las kürzlich' die in Nr. I. d. Bl. enthaltenen „Briefe über orthodoxes Judenthmn." So trefflich dieselben sonst durch» gängig auch sem mögen, kann ich doch nicht ümbin, der dort ausgestellten Hypothese, eiltgegen^zu tretend- Der Verfasser jener „Briefe," will nämlich den Widerspruch der scheinbar darin liegt, daß die heilige Schrift uns die Freiheit des Willens vindizirt v''v2 En, während doch die Ausübung der göttlichen Borschriften obligatorisch von uns gefordert wird, dadurch löse», es sei der Zwang kein physischersondern nur ein moralischer. Es ist dieses jedoch ' nngegtüsthet, -indem s. Z. auch vl,y stscher Zwang angewandt ' wurde- Die Müsttwsr'tung - -Möchte .jedoch vom lalmndischewiStaüdpunkte' ans, wohl': ft'tztznde sein: Die Auffassung unseres Verhältnisses, zu Gott, ist , überall i,n Talmud eine zwiefache, und etwa »ük-dem eines lichevollen Vaters, der mit seinen Kindern, blos um sie zu beglücken und zur Würde der Mündigkeit zu erheben, einen Vertrag errichtet, iwÄ-'-zst vergleichen. Es ist daher: I) Das Verhällniß eines abgeschlossenen, ewigen und unabänderlichen Vertrages; und 2) das kindliche. Elfteres (anch v«v bis ov pivv b'' via?), erhellt aus vielen Stellen, z. B. bei der Erzählung des!-c uro in v*r.Sa"Lo -Xi, wo , es heißt: stb. Ferner anö mancher gesetzlichen Bestimmung, z. B. 7>7sb.-»wo bs? '07 denn nur bei eiuenr Bercxage, kau» der noch nicht vollzogene, aber vcrtragmäßig stipnlirte Theil deffelben, als bereits vollzogen betrachtet werden. Eine weitere Folge dieser Grundannchl ist, das; nicht sowol Erfahrungen ^ans dem Gebiete der Nalnrtcbre, auch wo solche anwendbar wären, den Ausschlag geben, als vicllnehr der buchstäbliche Wortlaut -des heiligen Gesetzes z. B. (o"i» och») '->02 i'0 27^w . Bei 7"L'7V wird eine Ausnahme gemacht, film 2'r'i r -;?, weil die vw2<"p 7--- ovsiv'2'rv ocr>^ 02^0 zu phisiologischeu Beobachtungen anleitet. Bei den rabblUischen Gesetzen l'-r-n mw finden sich Fälle, in denen derartige Erscheinungen den Ausschlag geben 'Tu, M'NoüÄv-'r,-?*7. Bisweilen wird anch in Folge dieses Grundsatzes, Mehr dem gesetzlichen Standpunkte, als dem' faktischen Sachverhalte nach, . eine Enrscheiduug gefällt, z. B. 727^ o'^27 2'2,V'P02 »"Lp VIPV^ Npvo 7>2>r> pp'innf- ^7V"VV7>-). Ans dem zweiten Theile des Verbältniffcs aber, dem kindlichen, ergiebt sich die Nothwendigkeit cister innigen, gottesdienstlichen Gesinnung, bei Erfüllung'der° göttlichen Pflichtns. - Hierbei ist die unterste S)ufe:, dieMWbnng.der Gebote, aus religiösen, -zugleich aber,auch aus materiellen Rücksichten '('*-7 'v^'vmsL^ — die Höchsts abxr: vollkommene, uneigennützige Opferfreudlgkeit. Wer aber die Gebote ohne irgend eine gottesdienstliche Absicht ausübt, hat. seiner.Pflicht durchaus nicht genügt (-7>> stb v"z 7:27 r-7) -L> -nriir^>wo> 0212 n>2'7j vsst. Ans dieser Berücksichtigung -unseres kMichets Verhältnisses zu Gott, erfolgt nun noch eine dritte Art der Pflichten, nämlich die: jede sich darbielende Gelegenheit zur Umgehung des göttlichen Vortrages znrückzuwei>en, vielmehr noch durch freiwillige Einschränkung den Kreis' dtb Pflichten zu schützen, -und zwar bei Pflichten gegen Gott, durch Entbaltsämkett Nü Erlaubten, zu den unerlaubten aber leicht führendest Geiniffen j-hei -Pfilchreir - Hegen Mensche« nicht blos dsts z« thnn, was recht, sondern mich was billig ist v'w!» si^>n«»'^.- B!.'U'Erst<tM«ng'-'emer' verjährte» Schuld, .um vwa? vvw nÄ'iinmr» vri'NÄÄSn^ -'Im weiteM SistNe gshören Gebote dev Humästität s(v»2w 7,72 ssst ä'r -22) und sogar Erfordernisse des Anstandes,'in diese Categori«, weshalb auch auf diese die Pflicht der Nächsten-Belehrung v'2ib MLM ausgedehnt wird (. strw''^7 -72127 l"v j'2727 . ^7 N272)- N>'2'^ i^j'i>2'2b 727 17'2N2 v-np Es wird nun diese Selbsteinschränknng im Allgemeinen als Pflicht erkannt-sowivv 7-21 ^ip stw'r^L" v»2>7p Ä svm). Weil i aber EnthÄtsansteit nur relativ, und nach der individuellen Lage der Person geübt werden kann, ft mstsite M jAnwetiditstg ist den vorkommenden Fällen, dem, Er»iesscn jedes Einzelnen überlassen bleiben (221*207). . Während Lader-heg eigentlichen Berborcu^ geschweige denn bet Verbrechen, keine Ausnahme stattfiiiden^ d. b. der Zweck niemals die Mittel heiligen kaum?istchej diesen Pflichten der Enthaltsamkeit: allerdings: ein Erwäge« der ttwaigcn Folgen zulässig (2> 2*2,7'») 'y»t> 2' N2 VS»? »:»' L'P7P ^"2 h2, 702b 77'22' 7^2 . Hiermit, lost.sich der obige Widerspnich,, indem bei den zur 2. uud. 3. Classe zäblenden Pflichten, die Freiheit der Wahl v»M2 »722, anwendbar ist. - Zeitungsnachrichten. P r < u H e n. ÄnS Mestphaien. Wenn Ihnen, geehrter Herr Redactcur! aus den Fluten Westphalens, bisher wohl nur spärliche Berichte über israelitische.P^hältujssc'.gugeMNlgen sein Mögen so wird dieses wohl weniger in dem Streben seiner israelitischen Bewohner, um nach salomonischem' Rathe, durch HMn im Schweigen,' für weise zu' gelten, seinen Grund haben, als vielmehr wnl des Erfreulichen wenig zu berichtest war, und eS Manchem widerstrebt, die wenn auch all zst ^wahren, doch schost so oft vernommenen Jereniiaden über Rrligionsverfall, zu wiederholen, oder die Zustände mancher Gemeinden zu perhorreseiren. Zwar habest die meisten derselben seit den letzten Jsthrzchsttenin numerischer Hinsicht bedeutend gewonnen; es möchte aber daS. derart in Erfüllung gegangene ^72 >,2!, nicht ohne satyrische NebenbedeiMntz anzuwendeN sein, indem in vielen derselben, Jndiffereytismu-.^nd Glaubensverachtung, ihren zerstörenden Einfluß geltend machen. ES wird jedoch dem aufmerksamen Beobachter nicht entgangen seist, daß in den jüngst "vdtflosseNen Fahren, keine weiteren Rückschritte auf dem ReligiönSgebiete gemacht wölben sind. Wird es nun bei physischest Leibest, als ein Zeichen beginnender Genesung angeseben, wenn ein Schadm sich nicht weiter ausbreitet 2"7w van? 722 7271, sö dürfte man bei dem ihm verwandten geistigen Leben,. sich doch wohl nicht'minder berechtigt halten, öre Zakünft in reineren, lichteren Farben herännahcnzU sehen, ünb didss EtsMnustg, als ein Zeichen der Besserung zu begrüßen.' In der That ist seit kaum einem Jahre, Manches lnS Leben getreten, wodurch das Herz jedes