Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 13 (18.6.1852)
- Date
- 1852-06-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Glaubens-Angehörigen, wieder mit froher Zuversicht genährt, und. die Hoffnung rege gemacht wird, daß diese, in rcligionswissenschaftlicher Beziehung vor dem so öde Provinz, dereinst noch zum Garten Gottes, zu einem Eden werden könnte- So z. B. ist vom Directoriate, des, sowohl hinsichtlich seiner reichen Mittel, als 5 auch seines segensreichen Wirkens, alle ähnlichen Institute überragenden Vereins zur Ausbildung von Lehrern uud Handwerkern, in Münster, im Oktober v. I. unter Mitwirkung des Herrn Consistorial-Rabbiners Bodenhcimer. ein Programm erlassen worden, nach welchem, neben' der Einführung eines Seminar-Gottesdienstes, auch die Anordnung getroffen ist, daß die Aspiranten zum Schulamte, -bei ihrer Aufnahme, gründliche Vorkenntniffe in der heil. Schrift und den Cemmentaren. mitzubringen haben. Aber auch in manchen einzelnen Gemeinden hat sich bereits ein regerer Sinn für Religions-Angelegenheiten, kund gegeben. Wir wollen hier nur eine der kleineren, die circa 40 Familien zählende Gemeinde Beverungen erwähnen.; vielleicht werden auch größere den Ausspruch v'-vp!-vwvr-Heil dem Zeitalter, in welchem die Großen den Rath der Kleinen annchmen! beherzigen! Schon zur Zeit des Westfälischen ConsistoriumS. hatte die fragliche Gemeinde die Aufmerksamkeit dieser Behörde, welche den jetzigen Herrn Oberrabbiner Sutro in Münster, als' RabbinatS-Adjuncten dort anstellte, durch mehrere ihr angchörcüde distinguirte Mitglieder,, auf sich gezogen. Wir erwähnen hier z. B^ den verstorbenen Lazarus Hellwitz, dessen Name auch in weiteren Kreisen, durch splendide Mildthärigkeit und ausgezeichnete Urbanität, vereint mit religiöser Gesinnung, rühmlich bekannt war. (Beschluß folgt) Königreich Hannovcr. Auf Anordnung des Königl. Ministeriums des ZnnetN find sämmiliche Landräbbiner des Königreichs in diesen Tagen hier zusammcngctrcten, um über Verbesserungen des jüdischen Culkus- (?) und Schulwesens im Königreiche zu berathen- Hanuovrr. Die hier versammelten Landrabbiner haben beim Könige um eine Audienz nachgesucht. Der . König ließ sie durch seinen Adjutanten in dieser Beziehung zwar abschlägig bescheiden, da ihm überhäufte Geschäfte den Empfang der Rabbiner nicht gestatteten, er werde jedoch sehr gerne eine Adresse derselben entgegennehmen. Freie Städte. Lübeck. Zn der nächsten Bürgerschaft wird auch der Senats-Antrag, daß in unscrm Freistaate die Bekenner der jüd. Religion mit den übrigen Staats Angehörigen, so wie in staatsbürgerlicher, so auch in gewerblicher Berechtigung gleichgestellt sein, sollen, welches letztere bisher, nur in, Folge der deutschen Grundrechte stillschweigend angenommen war- 'zur Abstimmung kommen und ohne Zweifel genehmigt werden. Wenigstens wird auch in dem CommissionSbcricht des Bürger- Ausschusses es dringend empfohlen, aus Gründen der Gerechtigkeit und Humanität, welche nur zn lange, in. nnserm Freistaale mißachtet werden, zur Beseitigung von, Zuständen der Entwürdigung und Entsittlichung, welche sich ohnehin in Moisling gebildet hatten und leider nur allzu lange bestanden haben, um in ibren Folgen völlig verschwunden zu sein, endlich auch schon deshalb, weil die israel-Glaubensgenossen sich kraft bestehender Gesetze im Besitze des vollen. Staatsbürgcrrechtes befinden, kraft desselben zu allen Ehrenämtern vollberechtigt, auch aller und jeden bürgerlichen Lasten - und Pflichten. unterworfen sind. Größherzvgthum Pöserr. Pinna. Unsere Gemeinde geht jetzt damit um, die seit beinahe einem Jahre vacant gewordene Rabbinerstelle wieder zu besetzen. Es haben sich, wie zu erwarten stand, mehrere Rabbiner, auch, solche, die bereits längere Zeit im Amte sind, dazu gemeldet. Unter Viesen ist es besonders Herr Rabbiner Munk aus Krojanke, der den Lesern Ihres Blattes bekannt ist, welchem wahrscheinlich die Stelle zufallen wird. Derselbe hielt hier drei Vorträge, und hatten , dieselben, wie besonders dessen Persönlichkeitsich des allgemeinen,- ungetheiltcn Beifalls zu erfreuen. Wir unsrerseits können unsrex Gemeinde zu einer solchen Wahl Glück wünschen zumal wir oft Gelegenheit hauen, uns mit Herrn Rabbiner Munk zu unterreden, und ihn als einen ächt religiösen und gesinnungslüchtigen Mann, kennen lernten. M- Bri efw e ch s e l. D. R. in B. a. W. Beide Einsendungen würden uns je öfter, desto angenehmer sein. Beabsichtigt der in Jbrcm Schreiben Genannte dort oder an. cinem-andcxn gecigneu.n Orte jenes wahrhaft jüdische Werk zu fördern? In letzterem Falle muß ich ganz besonders unfern Ort empfehlen, wo bereits Manches, wenn auch immer noch nicht ausreichend in diesem Sinne selbst von weiter Ferne her geleistet wird. — Schreiben vom 13nebst Jnbalt für P . A dankend erhalten. Beim Schluffe des 1. Semesters unterlassen wir nicht daran zu erinnern, daß diejenigen Abonnenten, die diese Blätter durch die löbl. Post-Aemter beziehen, ihre desfalligcn neuen Bestellungen vor dem 1. Juli machen müssen, wenn keine Unterbrechung in der regelmäßigen Zusendung eintreten soll. Die Redaktion. Von diesem Blatt erscheint, abwechselnd mit dem wöchentlich einmal, Freitagseine Nummer. Das jährliche Abonnement beträgt 5 A Crt. (2 Th. pr. Crt.; 3 ff. 30 Tr.) für alle beiden; 2 A 8 /§ (1 Th. pr. Crt.; 1 ff. 45 Lr.) für eines der beiden Blätter. Man abonnirr bei sammtlichen löbl. Postämtern des In-und Auslandes. Redigirt von Dr. Enoch in Altona. Druck von Gebrüder Bonn.