Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 13 (18.6.1852)
- Date
- 1852-06-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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50 das Gesetz der Ordnung beobachtet; haben wir getreulich uns an unircm Berufe gehalten, wie der Krieger au dem ihm angewiesenen Lagerplatz; sind wir auch stets nqserer Fabne trek" geblieben, und haben wir uns um dieselbe gesammelt, schwebte der heilige Name .des GplkB niisM.r Stammväter, der Jahrtausende schon von nrisrrn Vorcktcrn" als Siegcsptlnier.det Wahrbekt'den Bölk«n vorangctragcn worden, jeder unserer Gesinnungen und Handlungen vor, uyd^haben wir somit auch für'unsern Tbcil den göttlichen - Änsspnrch tuiscres Textes bcwäbvt — „jeder der.-Kinder Israel -soll sich bei seiner Fahne, mach den Zeichen seines väterliche)! Hauses halten" — so lassen Tie uns auch danach streben, stets auch dcu Schlußsatz unseres Textes an uns zu bewahrheiten — L!-' hvw!: a>22 7L0 — daß wir uus nänüich rings um das Hciligthum nach den vier Weltseilen lagern sollen. Auf jener Seite, wo die Sonne ihre frühen Strahlen schießt, wenn die verjüngte Natur in majestätischer Pracht den schonen Morgen der Schöpfung feiert, dort hielt Jnda's Lager, bei seiner Fadm versammelt, Wache um das Hciligthum. Auf der Seite, wo, wenn die Sonne böber gestiegen, sic nur Ihren mittäglichen Strahlen den Aether durchglübt, und die emsige, angestrengte Tbäligfeit der Erdeitbewohner beleuchtet, dort - bewachte Rubens Lager bei seiner Fahne versammelt das Heiligthnm. Da, wo die Sonne ihren Standpunkt hat, wenn sie sich zum Untergänge neigt, und der Arbeiter, abgespannt und ermüdet vvn den Mühen des Tags nach Abendküble und Rübe sich sehnt, dort hatte Ephraims Lager bei seiner Fahne versammelt die Wache um das Heiligthum. Und endlich an jener Seite, wo die Sonne, nachdem sie unsrem Gesichtskreise entsunken, ihren unterirdischen Kreislauf macht, während erquickender Schlummer die Erde und ihre Bewohner zu neuen Arbeiten und Genüssen stärkt, dort auf der mitternächtlichen Seile ward das Hciligthum von Dan's "Läger, bei seiner Fahne bewacht. Ich habe Ihnen, m. Th.! bereits angedeutet, daß die heilige Tbora, das göttliche Gesetz, welches wir in Sinais Fcuerslammen empfangen, das Hciligthum ist, welches die Gott geweihten Schwuren, bei Vergegenwärtigung seines heiligen Namens als ihr Siegespanier, zu beobachten, zu beschirmen, zu vcrthcidigeu haben. Darum, Ihr Bewohner der Mvrgcnlcite des Daseins, Ihr Jünglinge und Jungfrauen Israels! die Ihr, von Leu Frühstrahlen der Sonne des Lebens anzclächeli, den schönen Morgen des Daseins feiert, o! Halter, Euch fest Eurer Fabne anschließend, getreulich Wache um das Hciligthum Eures Herzens. Keine der Verführungen des Lebens, so lockend sie auch Eurem jugendlichen Sinn sich gegenüber stellen, finde das Heiligthnm auf Eurer Seite unbewacht. Schöner blüheu die Blumen, von sorgsamer Haud gepflegt, und lieblicher duften sie, wcun wucherndes Unkraut mau aus ihrer Nähe entfernt; köstlicher schmecke» auch die Freuden des Lebens, von Unschuld gepflegt und gewürzt, wenn entfernt von dem Gift- Hauch der Sünde daran Ihr Euch labet. Auch Ihr, Bewohner der Mittazsellc des Lebens, Ihr Männer und Frauen Israels! die Euch schon die Sonne des Daseins hoch gestiegen, die Ihr unter Ihren brennenden Strahlen Euer Feld bestellt, Euren Acker befurcht, die Euch bei emsiger Geschäftigkeit der Schweiß vom Antlitz » rinnt, der SorzcrssErnsi die Stirne furzet, o! "beschützt auch Ihr sorgsam das Heiligthum Eures Herzens, das Heiligthum Israels. Arbeit', Ernst und Sorgen sind zwar natürliche Schutzmittel gegen Verführung und Lüsternheit. Doch hat auch diese Seite des Lebens ihre.Verlockungen zum Abfall von Gott und sein heiliges ' GeschO MK- Leichlsilrn' fsündigt,; Hä Jugend/ Zaus dckbstsuchl, Eigendünkel und mangelndes Gottvertrauen sündigt der Mann. Darnm mnrstr auch Jbr, Tbenre! aus Eurer Hut sein, um Eure -Fabne gelagert^- Gült und. seine Allgüte -Euch -stelsf MtgegWivärtigend, das Hciligthum Eures Innern zu bewachen. Reichlicher lohnt das Feld Müde und Arbeit seinem Besteller, "wenn er gegen Rau'b'sr'es gehütet, gegen Naubthiere es beschützt; ergiebiger sind die Nahrilngsquellcn, wenn Recht und Redlichkeit sie umzäumi, wenn das Gesetzte beschattet, wenn der Gottesfurcht sie entsprndcln. Auch Ihr, die Ihr aufder Abendseite des Lebens lagert, auch Ihr bejahrte Vätern. Müllerin Israel! dieEuch die Sonne Eures Daseins am Abcndhimmel steht, die Ihr ermüdet von des TagcS Hitze». Arbeit der Ruhe pflegt, in der Abendkühle des Lebens mit Euren Nachkommen Euch freuet, bewachet auch Ihr noch auf Eurer Seite, um Eure Fahne versammelt, das Heiligthnm Israels. Nicht Verführungen der Sünde, nicht Verlockungen des Unglaubens sind es. gegen die Ihr Euch zuin Schutze des Heiligthnins waffnen müßt; dieses bewirken bei Euch schon die Ermüdung des TagS und die Kühle des Abends. Nicht.für Euch, für Eure Nachkommen müßt Ihr wachen; in der Aufsicht über Ihren Wandel müßt, das Gesetz Ihr beschützen. Angenehmer ist die Äbendnibe, erquickender die Kühle, wenn seine Tagesarbeit man geborgen weiß; angenehmer und erquickender ist auch die Rüde des Alters, wenn das Bewußtsein' sie würzt, für Religion gearbeitet, für ein gottesfürchliges, kommendes Geschlecht sein Tagwerk vollbracht zu haben. Und endlich auch Ihr, mir denen ich nur im Geiste spreche, Lagerer ans der mitternächtlichen Seite .des Daseins, Ihr reinen Verblichenen, die Euch die Sonne des Lebens schon in das Meer der Vergangenheit binabgesnnkeis, und Ihr nun den süßen Schlaf im diinkeln Schoos; der Erde schlummert, auch Jbr bewacht hier das Heiligthnm noch, wahrend das Licht Eurer Seele schon jenseits strahlt. Eure Vorschriften leiten Eure Nachkommen in den Wegen des Gesetzes; Euer Vorbild leuchtet aus Euren Gräbern dem lebenden Gcschlechte als Muster der Lugend und Frömmigkeit. Änd tragt Ihr astch nicht mehr Eure Fahne, die Ihr so glorreich im Dasein vcrtbeidigt, so lagert Ihr dennoch um sie versammelt; sic schwebt, von unsichtbarer Hand getragen, über Euch und bewacht Euren Schlummer, wie Ihr sie im Leben bewacht! Einst über ertönt die Stimme der großen Wcltposaune durch das All, schallender noch als sie am Tage der Offenbarung auf Sinai die Schöpfung durchzitlcile; dann erwacht Jbr freudig am neuen Morgen, dann erhäscht fröhlich Ihr wieder die Euch wohlbekannte Fabne, und schwingt sie munter in dcu Hallen der Ewigkeit, wie hier im Leben Ihr sic geschwungen. — '? rni> qstoi — ewig strahlt die Herrlichkeit Gottes über euch; nie mehr entsinkt Euch dort Euer Siegcspanier — Amen. "