Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 9 (23.4.1852)
- Date
- 1852-04-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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35 sachuuge« Md hart«« -Fügungen der Zeit und de- Schicksals, welche die Vorsehung allweislich lenkt, ein mit Geduld ausgerüstetes Herz entgegenstelleift Solche Geistesstärke erfülle die frommen Herzen aller Orthodoxen, diese erleichtert ihr den Kampf und den Sieg über ihre von nn oun> trotzenden Opponenten. Hier und da fehlt es nicht an Wendungen des Schicksals, durch welche die Vorsehung dem irdischen Leben einige Netze entzieht, um sie dem religiösen Leben zuzuwenden, und die Umstände bessern die Abtrünnigen und führen sie zur Ueberzeugnng, daß das Menschenleben nicht unter dem Spiele des blinden Ungefährs, sondern unter Fügung d'eS' Himmels stehe. Widrige Geschicke vermochten noch, immer, den Menschen aus dem Taumel der Sinnestlust der eingebildeten Hoheit und Unabhängigkeit zur Gotteserkenntniß, zur Demuth und Frömmigkeit zurückzuführen. Aber der Ällgütige bewahre uns vor der strafenden Rache, der auch oft der Schuldlose säumst dem Schuldigen unterliegt. Und er, der sein Volk Israel unb die zu dessen ewigem Glücke ihm geoffenbarte Religion vom Anbeginnen bis auf diese Tage mit seinen schützenden Fittigen deckle, der Sünden und 'Wssethaten großmüthig vcrgiebt, der die Vcffernng der Menschen, nicht ihren Untergang wünscht, Er erleuchte die Pfade und Herzen der Irrenden, richte aus die Wankenden und Fallenden und leite uns allcsammt in Eintracht mit Milde und Gnade zu unserer ewigen, Herligen Bestimmung. Zeitungsnachrichten. Königreich Hannover. Hannover. Dieser Tage erlebten wir hier den interessanten Fall an 2 erwachsenen Knaben von 8 und 10 Zähren nv» vorgcnommen zu sehen. Obschon seit bereits 18. Zähren verhciratbct, war cs der Mutter, einer Christin, trotz unaufhörlicher Bemühungen bisher nicht gestattet worden, sich als aufuebmen lassen zu dürfen; endlich ist es den allseitigcn Anstrengungen gelungen, alle cntgegenstehenden Hindernisse und Schwierigkeiten zu beseitigen und p?-' mo den Eintritt in der Gemeinschaft Israels vorzunehmen. Bei den Akt der rH» selbst, dem die größte Dessentlichkcit, gegeben wurde, war eine überaus große Vcrsainnilung zugegen, und alle sreueten sich des günstige-' Erfolges, der es jenen ernst Wollenden möglich gemacht, einzukehrcn unter düs schützende Obdach des religiösen Judenthuwö. Kursürstenthum Heffen. Cassel. Worauf wir seit längerer Zeit bereits vorbereitet waren, ist in der That erfolgt. Der 8- 20. unftrer neuen Berfassüngs-Urkunde hebt die Emancipation förmlich auf, macht den Genuß bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte wieder einzig vom Bekcnntniß zur christlichen Religion abhängig Daß nach dem 20jährigen Besitze vollkommenster Gleichberechtigung dieser plötzliche Umschwung tief schmerzen mußte, bedarf wol kaum der Erwähnung; nur der eine Gedanken vermag zu trösten» daß specicll unsrerseits gewiß keine Veranlassung zu solcher Maaßrcgcl gegeben, daß selbige vielmehr uur, als aus den allgemeinen politischen Constellationen hervorgehend, geboten erscheinen konnte. Zndeß hegt man aller» feitS die feste Hoffnung» daß^ ein specielleS Gesetz bald die Mischen Verhältnisse ordnen werde, und zwar in einem Sinne, wie eS der Humanität und Gerechtigkeit gleich entspricht. Zugleich mit der Emancipation ist übrigens die bisher gesetzlich gestattete Mischehe gefallen und somit in religiöser Beziehung ein hinlängliches Acquivalent geboten» für den Verlust allerdings wertvoller,, doch jedenfalls nur weltlicher Güter. Meklen-urg-ScÄwerin. Wc Besetzung unserer vacanten Landrabbiner Stelle ist zwar stets noch nicht erfolyt, doch von Tag zu'Tag gewinnt die einzige Möglichkeit eines streng religiösen Candidatcn auch ans dem Lande mehr Raum. Ein glänzendes Zeugniß in der Tbat für den tief eingewurzelten rcligrosen Sinn unserer Glaübensbrüder, der, kaum der beengenden Fesseln entledigt, alsbald in erneuetcr Innigkeit und Tiefe sich Bahnibricht. Schade nur, daß von orthodoxer Seit? bisher nur Bewerber zweiten Runges sich vernehmen ließen, unbekannte, mittelmäßige Persönlichkeiten; wir wünschen aber — und möchten zmiächst^diesen Zweck hiemit erreicht haben — baß die Coryphäen der relrgipsen Partei, ans den Wahlplatz mit erscheinen mögen, überzeugt, daß nur so. bei gleichen äußeren Vortheilen, der Sieg der Religion über den Unglauben in hiesigen Landen dauernd gesichert werden könne. V n g a r n. Wenn ich unsere Tageslitcratnr zur Hand nehme, und sehe so an, wie die Zeitereignisse aus dem Gebiete >wr Synagoge hingenomincn und gewürdigt werden, so kommt mir vfr der Gedanke, daß sie von Seile der Ächtgläubigen geringer beherzigt und in ihrer Bcdeuuing veranschlagt werken, als sie cs meines Erachtens verdienen dürften. Aber warum dies? warum treten nicht mehr das Wort Gottes und seine Lehren in diesem geschätzten, weitverbreiteten Blatte öffentlich zuvcrtheibigcn auf? fehlt cs etwa auf der orthodoxen Seite an tüchtig gelehrten Männern? warum zeigen sie so wenig Mmh? warum beben sie vor den Schatten eines Schlangenschweifes zurück? Freilich, ich weiß eS, wird man mir begegnen: Wir haben auf unserer Seiles das Licht der göttlichen Wahrheit^ wir haben die vollkommene Ucberzeugung und können demnach ganz ruhig bleiben. Die Gährung welche sich überall an-und eingesetzt wird, zu einer Lösung des Bestehenden hinausführrn. und ob früher oder später^ wir sind unseres Sieges gewiß. Noch andere werden mir artworten: Die Reformatoren haben keinen Anhaltspunkt, sie bestreiten keine Lehrsätze, sie nehmen keine neue Prii'.cipicn an; sie widerlegen nichts, sie beweisen nichts, sic verwerfe» nur. Was läßt sich aber auf grundloses Verwerfen cinwenkeu! Noch Andere werden darauf sagen: Die Wirren der Gegenwart sind für uns gar Nicht erschrecklich, wir können ihnen vielmehr eine tröstliche Seite für die Synagoge abgcwinnen. Die Scheidung rer Geistes ist eine Revue, die' Gott in sciucm Lager hält. Als.Mr.cvn seine Schaaren gegen die Mirjauiten führte, ließ er Allen antenten, die da wollten, könnten nach Hause ziehen; und behielt am Ende uur noch