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Der treue Zionswächter · 1852-04-23 · 9 (23.4.1852) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
8 (1852)
Issue
9 (23.4.1852)
Date
1852-04-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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W die übrig, welche ihn an der Quelle nicht niederknitnd, sondern bequemlich mit der Hand zu ihrem Munde den Labctrunk sich luchten. Schwächlinge, denen sittlicher Ernst nicht beiwohnt. Feiglinge, dir da erzittern vor der süßen Last unserer Religion^ können nicht unter der Fahne Israels stehen bleiben. Sie thun wohl, daß sie gehen, wenn nur dieTapfern Zurückbleiben! Ja wohl, sage ich aber, ja wohl, wenn sie gingen! Sie Men aber nicht, sie schämen sich umzukehren und bleiben im Lager, verbergen da fein behutsam ihre Feigherzigkeit, geben sich als Schildhalter des Wappen Israels aus. und passen so im Dunkeln an allen Strassenccken auf. um jeden treuen Bürgcrsinn, jede tapfere Entschlossenheit und jede muthvollc Thatkraft, die das schlichte Volk beseelt, zu untergraben. Haben sie nur einmal einen großen Theil für sich gewonnen, geben sie vor, die Armeen sind mißmülhig und zaghaft geworden, die allzu großen Züge sind ihnen beschwerlich, man muß neue Maaßregeln treffen, und es ist vor Allem der Rückzug nöthig. Doch wasbrauchcich lange metaphorisch zu sprechen: Werkcnnl nicht die bekannten Manipulationen ncologer Rabbiner die eine lange Reihe von Zähren, jenes gehalt-und sinnlose Glaubensschisma, das die Geiftcsfalschhcit eines schwachköpfigen Wollüstlings irgend gezeugt, und jede verdrehte und verkehrte Ansicht über Ncligionsgrundsätze und Tradition in allen vier Enden der Welt herum trugen? Wer weiß eS nicht, wie sic selbst durch Wort und Schrift unsere geheiligte, zur Bewunderung aller Völker Jahrtausende sich rein erhaltene Religion mit zerstörenden Elementen durchsäucrtcn, und alle ihre frische Lebensadern unterbanden, damit sic in sich selbst zerfalle und vermodere? Wer weiß cs endlich nickt, wie solchergestalt Alles, was einem Israeliten werth und heilig sein muß, mit »maßloser Arroganz und mit zügelloser Frechheit verhöhnt, verspottet und hcrabgewürdigt wurde? Und nachdem sic nun viele Wankende und Schwankende inZchuda nur für den Materialismus empfänglich machten, und jeden höhern Sinn für Geistiges und Göttliches in ihnen mcuchclmördcrisch tödteren, nachdem sie nun der Ruhe rmd den Seelenfrieden vieler frommen Glaubensgenossen auf immer ein Ende machten, und die Fackel der Zwietracht in die Mitte vieler Gemeinden, in die Mitte vieler Brüder und Schwestern geworfen haben, schreien sie aus voller Kehle: Es ist ein Bruch zwischen Gott und Israel, größer denn je gekommen, es ist Alles kalt, schaurig und matthcrzig geworden, ein Zndiffercntismus bemächtigt sich aller Geister, das neumodische ästhethische Gefühl ist höher aufgeschraubt, es kann sich unmöglich an den alten abgeschmackten Formen und Ceremonicn senhaltcn. man muß vieles abzwackcn, man muß rePrmireii! Es sind also nicht furchtsame Glaubcnsflüchtlinge. es sind Vcrräthcr die wir zu befürchten haben! Um diese, ehe sie unS noch gefährlicher werben» aufzubecken. ist'jebe^ Israelkken heiligste Pflicht 5 B. Mos. 13. 8. tpn 6^',Lr znw mw?'S Jene Verräther sind es, die doppelzüngig mit zuckersüßer Rede, pfäffischklug. bald den Frömmler bald den Rabdnälistcn spielen, viele fromme Herzen tinek trügenden Sirene gleich anlockend. Sie sind es, die dek Stürm in die Troüipcte gchlasen und eine Welt die noch nie ruhig und friedlich war, in tumultarischc Bewegung gesetzt. .Ja, sie:find es, die mit grenzenloser Anmaßung es sich herausnehMen^ an Götilickes zu modeln und zu meistern wie es ihren weltlichen Interessen am Meisten entspricht, Königreich Bayern. Mau liest mit Vergnügen in dem segensreich wirkenden „treuen ZiouSwächter", wie bereits allenthalben das hereingebrochene Unheil des Unglaubens und Abfalls in seiner Entstehung erkamtl, und schon zu dessen Beseitigung der rechte Weg betreten wird. Es wäre in der Tbat auch zwecklos, auf dem Standpunkt eines ewigen Kampfes wider die Revolutionäre und gegen, ihre arbltrarischen Mutationen und Abrogationen in der Sphäre unserer göttlichen Dogmen und Nitualgesetze das Heiligtkum unserer schriftlichen und traditionellen Lehre zu schützen. Dieses steht ewig fest und unwandelbar, wenn auch die Vorsehung dem gottlosen Treiben der Neuerer langmüthig nachsieht. Endlich schwindet die Sündhaftigkeit, Frevler sind nicht mehr, und die Orlbodoxie, in ibrer etymologischen Bedeutung wird wie'e . wie Noch.immer nach Len Stürmen fanatischer Umtriebe, die. einzige und bleibende Norm werden, welcher das Volk und seine Vertreter lmldigcn. Lasset uns nur, soweit wir zür Abhülfe, berufen sind, die Quelle jenes eingetretcnen Unheils verschließen, d. b. die Ignoranz im Gebiete der Religion beseitigen, aus welcher die verderbliche Arroganz jener Turbulenten hervorging, — lasset uns zum ernsten GesetzeSsindinm wiederkehren, und bald werden alle, Herzen Israels für ihren angestäinmten Glauben wieder gewönnen sein. Briefwechsel. A. und B. Schreiben nebst Inhalt vom 19. d. M. dankend erhalten. Ferner setzen Sie statt Pden 4. Buchstaben des Ponzeichcnü Ihrer Briese, statt A. das W. unseres Wächters, das Räthsel istMlöst, denn kerErfobg uns gesichert. E. L. Wir haben es bereits bei einer andern Gelegenbeit erklärt, daß derartige Persönlichkeiten ganz und gar von uns unberücksichtigt bleiben müssen. Wir begreifen es übrigens nicht wie vom Standpunkte der Ortbodorie aus, man es mit seinem Gewissen vereinigen kann, durch derartige Ergießungen, schwerlich der beabsichtigten Persönlichkeit, entschieden aber der gemeinsamen Sache zn schaden. — —c— Derartige Nachrichten find leider in der Regel stets nur zu wahr, indeß müssen wir doch die öfficielle Betätigung, die uns jedenfalls baldigst zngehen muß, abwarlcu.! , — Von diesem Blatt erscheint, abwechselnd mit dem j'-h ->mc, wöchentlich einmal, Freitags, eine Nummer. Das jährliche Abonnement beträgt 5 P. Crt. (2 Th. pr. Crt.; 3 fl. 30 Xr.) für alle beiden; 2 A 8 /? (1 Th. pr. Crt.; 1 fl. 45 Xr.) für eines der beiden Blätter. Man abonnirt bei sämmtlichen löbl. Postämtern des In- und Auslandes. _ - Redigier von Dr. En och in Altona. Druck von Gebrüder Bonn.

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