Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 3 (1.8.1851)
- Date
- 1851-08-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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10 den Todesstoß giebt, eS hat zuvor HautDuud Körper, durchbohrt. So war eS auch bei dem geistigen Untergange Israels geschichtliche Entwickelung, die der Tcmpclzerstörnng und der erste» Vertreibung Israels aus seinem Lande vorangegangcn. Nicht mit Vertäugunng der Erkenntnis; des Scköpsers von Himmel und Erde,, nicht mitiErlödtnug dc§ Moralnnd Litklichkeitsgefühls — dem Herzen des Glaubens — battedicVersunkenbelt.begounen, sondcni zuerst mir Verletzung der äußern Schntzivchr, mit Verachtung der Glaubenswäcbtcr. vz ,12- 7L>-v'i-m» vsin '»vsv v'i>5> »:-r:v2 2'22'io 0.—> 7— sagen unsere Weisen. Jerusalem ward nicht eher der Zerstörung prcisgcgrben, als bis sie die Schriftgelebrten verachtet, denn so bezeugt die Schrift: „Sie spotteten der Gesandten des Ewigen, verachleicten seine Worte und böbntcn seine Propheten/' Diese Verachtung der Wächter und Lehrer des Gesetzes nnd Niedcrrcißung ibrer Umzäunungen,, hatte dann die Verachtung des Wort Gottes, der gcoffcnbartcn Lehre selbst zur Folge, bis endlich dieser Stamm, dieser Körper vernichtet war, und mit chm auch der Kenn dahinwclkte, auch das Herz erstarb. Israel kannte 'einen bimmlischen Barer nicht mehr, der Kern seines Stammes war vernichtet, sedc edle Regung für Tugend und Recht war in rbm enterben, bis der Zorn des Herrn entbrannte, und er seinen Erdcnlemvä den Flammen prcisgab. Die Neihefolgc der r»ivL? bezeichnet den geschichtlichen Gang dieser geistigen Vernichtung Israels Heil. Sic batte damit begonnen, das; w'sKn p »in das; die Worte Irrem., des großen Propheten, der jene Zerstörung mir erlebt, nnd ibr durch die Kraft seiner eindringlichen Ned^ einen Damm zu setzen bemüht war, ungehört geblieben, weil man Lebrer verspottet nnd Propbeten verachtet. Schon aber war jetzt, als Folge davon, das Verderbnis; näher ans Herz gerückt; scholl mußte man Israel Zurufen — rnrvro sgr» rvs '? 12? mvV -iir» r»s — wollt auf eure Lehrer ihr nicht hörenist Prophetenwort euch nicht heilig, 0, so bvre doch Haus Jakob aus Gotlcswort, ^vcrnebmt Familien des Hauses Israel doch,, was euer Schöpfer ans Sinai euch offenbart. Als aber auch diese Mahnung spurlos vorübcrgcgangenals man mit Prophctcuwopt auch t^ortcswort verachtet, dann trat ein und kam an die Reche , p'v viw' hv rin vrgoss p w»a'v', das prophetische Gesicht, welches lange vorher scholl, bevor cs zur Wirklichkeit geworden, Iesaia, Amoz Dvim über Iehudo und Jerusalem erschauet, wo er die tiefste'Versunkenheit Israels schildert, wie alles gcigigc Leben in ihm errödtct, alles Gute und Edle in ihm erstorben ist; wie es seinen Schöpfer vcrlängnet, während Ochs nnd Esel seinen Herrn erkennt; wie von Kops bis Fuß nichts mehr Gesundes an ihm geblieben; wie Mörder da Hansen, wo sonst die Gerechtigkeit gethront. II. Das dreifache Verderblich batte eine dreifache unglückselige Folge. Das Licht, welches der Sonne entstrahlt, ist. es, welches der Erde Leben giebt, und alle Thätigkeiten. ermöglicht. Ohne solches, was wäre die Erde mit allen ihren Natiusschönhciteu, wenn sie ungesehen im Finstern verblühen müßten, was wäre der Mensch mit allen seinen Fähigkeiten und erhabenen Anlagen, Wenn diese von ewigem Dunkel umlagert wären? Das wohl- -4 Hätige WpMlicht s kaM aL^ in sdxeifach^MAft entzögen werden. Die eine Weise entfaltet sich, meine verehrten Zuhörer! in den nächsten Tagen als ein Naturereignch vor unfern Airgen. Sonne und Erde behalten ihre natürliche Stellung gegen einander; sie strahlt hoch am.Mittag nnd sendet der Erde ihre erleuchtenden Strahlen zu; doch plötzlich, tritt eine Verminderung ihres Lichts 'ein, welche, bis zur ziemlichen Verdunklung sich.steigert und fast nächtlichen Schatten über die Erde ausbreitet, nicht weil die Sonne ihr Licht verloren, sondern weil der dunkle Mond ans seiner Bahn zwischen sie und Erde getreten und.dieser das Licht entziehet. Aber das. Sonnenlicht crfordcrt auch, wollen wir seine» wohlkhätigcn Einfluß genießen, daß wir uns für dasselbe empfänglich machen. Wer feine Angen gegen dasselbe, verschließt oder verdeckt, wer im dunkeln Raume weilt, in dem keine Öffnung sich findet, welche dem Lichte Einlaß gewährt, der entbcbrt in zweiter Weise, und zwar durch eignes Verschulden das wohlthätige Sonnenlicht, lind endlich entbehren wir alle solches in dritter Weise, wenn es sich selbst unfern Blicken entzieht, wenn am Abcndhimmel die Sonne sinkt, in andren Sphären zn strahlen, und Dunkclbeit den Halbkreis der Erde deckt. Gott ist die große Sonne des Alls; ihr Licht gießt Heil und geistiges Leben auch über die Erde und ihre Bewohner ans. Aber auch dieses Licht kann uns in den drei Weisen entzogen werden, wie das Sonnenlicht der Erde. Die erste Weise schildert der Prophet Iesaia, indem er zu Israel sagt: rmrsv vck' 07»- -4, »»Lwo '-i v v2»:H v2»72v nv vr'wr's v6'2 — „Wahrlich! die Macht Gottes ist nicht unzureichend, daß er nicht helfen, sein Ohr auch nicht verstopft, daß er nicht hören könnte; eure Sünden aber find es, die einen Zwischenscheid gemacht, zwischen euch nnd eurem Gotte." Die ewige Gnadcnfonnc über euch ist nicht verdunkelt. Wahrlich, sic strahlt ungetrübt in-ihrer ewigen Bahn; aber eure dunklen Sünden, eure finstern Miffethatcn, sind zwischen sie und euch getreten nnd entziehen euch ihr wohlthätigcs Licht. Auch die zweite Weise, in der wir das Sonnenlicht'cntbehren, indem wir' ihm'selbst den Zugang verschließen, findet Anwendung bei dem Lichte der großen Sonne des Alls. Klagt ja schön in nuferer hente-gelesenen vH«? der Prophet im Namen Gottes unsere Voreltern des Vergehens an, - -daß sie ihn vergessen und nicht gesucht, 'u, sirw »2-!:w »2 22'i"26 wjv oü. „Sagt an, — spricht er — was haben euere Voreltem an mir entdeckt, daß sic sich von mir entfernt, bethört nach Wahn wandelten? Und nicht dachten, wo ist der Ewige, der aus Mizräim uns geführt, der Ms m de'r Wüste geleitet hat, in dürrem öden Lände, wo Wüste und Todesschatten wohnen." Meine Gnade leuchtet über ench und ibr sucht sie nicht? Ich bin nahe, Jedem der mich anrnst, und ihr entfernt euch von mir? Verschließt im Dunkeln eures Wahnes euch, damit mein Licht euch nicht finde?. So sprach die Allgnadc .des Herrn zu seinen Kindern, bei ihren Sünden noch unter ibnen weilend, damit die über ihrem Haupte schon schwebende» Strafgerichte sie nicht treffen. 7^- aber ach! erfolglos. Nun aber war die Laugmnth deS Herrn ermüdet und erschöpft, Emd es trat ein, was er in der Urzeit schon durch Mo schch angedeutet — rw' v?v »rv »Mstvv, — „Ich werde mein Antlitz Israel verbergen und es wird den Leiden preisgcgebea