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Der treue Zionswächter · 1851-07-18 · 2 (18.7.1851) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
7 (1851)
Issue
2 (18.7.1851)
Date
1851-07-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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aWdir -Judedessen ssre'iM: imerbittticht -'Kordeknitzm zu irfüllntthake -^ich-aber will ML Lev ÄNM'attidrrMSkigion sprechest,''däS Leben hat das ZiidenMni istcts Zum Widcrsptnch gehabt! Denke doch nur an die SchabbiithverordnnNgen in der Wüste, wie da die Leute hinitusgingen und samineln wollten die' Nahrung, gerade wie in unsetn Tagen — denke an die Wanderungen nach Jernschalajiin, am Peßach, Schcbudth und am Sukkoth .wo jeder seinen heimischen Hcerd verlassen mußte auf Wochen, vielleicht oft auf Monate; das Leben bar gewiß nein! gesagt zu solcher Forderung — denke an Schcmitah und Zobel und sage, ob nicht von jeher ein gewaltiger Konflikt zwischen dem Zndcntbnin und dem Leben vorhanden war. Und die Speisegetzc? Die Araber aßen und essen beute noch Kameele, Kaulnchcn und Hasen und andere den Israeliten verbotene Thiere, das Leben bandelt und spricht ganz anders hier, als die Religion, und glaubst du nicht, daß, wenn das Kamcel eine deutsche Kost wäre, Ihr den Genuß desselben dem Israeliten sofort gestattet hättet? Und wann lebte das jüdische Volk selbst in Palästina so isolirt, daß cs von den Litten und Gewohnheiten der andern Völker unberührt geblieben wäre? Sind die Flammenreden der Propheten nicht, eben gegen das Leben gerichtet, daß sich über das Zlideutbum geltend machen will? Nein! der Gegensatz des Zndenthums und des LebcnS ist ein nnanslöslicher, wenigstens so lange als Ihr Euch nicht entschließet jüdisch leben zu wollen. Denn ist daS tobende, treibende Gewühl, die Versenkung in Genuß und Lust, die Einwnrzclung in die Interessen des Staubes, das Leben, das wahrhafte Lebens Das Indcnrh:-in kennt noch ein anderes: „ibr sollt beobachten meine Gesetze und Rechte, das; „der Mensch sie übe und darin lebe, ich bin der „Ewige." B. M. 1-4, 4), das ist ein Leben, das niemals im Widerspruch mit dem Indenlduw.e kommt, das eben das Indentbum zum AnSdrnck und znr Verwirklichung bringt, das war das Leben unserer Väter, ein solches Leben will auch ich führen. Doch mcnlu-, in r«- ns! für einen letzten Brief — und ich erwarte auch keine Antwort, denn wie solltest Du, nachdem Du meine „finstern" Ansichten kennen gelernt, noch Lust empfinden, eine solche Korrespondent fortmsetzen? — für einen letzten Brief also, ist dieser, glaube ich, zn lang geworden; ich bin auch wirklich zu Ende, nur will ich noch blos einen Punkt berühren. Du nennst mich Heuchler, ein Anderer, der etwas gelinder mit mir verfuhr, nannte mich inkonsegnciit. Aber könnte ich nicht ebensovon Dir, und den meisten Reformern behaupten, Ihr seid Heuchler, Ihr seid inkonsequent? Gab es nicht eine Zeit, wo-Du-ebenfalls eine andere, der jetzigen ganz entgegengesetzten Richtung verfolgtest? Ist blos der Weg vom Glauben zum Nickstglauben, der konsequente, der wahre, und darf cs nicht der umgekehrte auch sein, der Weg vom Nichtglauben zum Glauben? Welchen Vortheil bringt denn hent zu Tage die Orthodoxie, heute, wo jeder Spott und Hohn cinerntet, der nicht zu Euch Aufgeklärten zählt? Doch ich will schließen, um nicht noch mehr sagen zu müssen. ' K. Diö KeU«tnifi deS ZndenL-»mS ist mrr Kufen, en eignen Quellen zu schöpft«. Es hat noch keine Zeit gegeben, -die - so mannigfach als die unsre für die Vermittelung alles Getrennten nud Entfernten gewirkt bat. Entfernungen des Ortes vermindern, sich durch dle rastlos bewegende Gewalt hes nach Ungebnndenheit ringenden Dampfes; die Vergangenheit wird durch Auffindung und Verbreitung ihrer Produktionen uns lebendig vergegenwärtigt, und wer weiß nicht, wie man stets noch in manchen Kreisen mit Sturmschritt, das was mau als Ziel der Menschheit im Auge hat, zu ereilen strebt, wie man Versuche macht, die Zukunft, wie mit Zanbergcwalt in die beengte und beschränkte. Gegenwart zu bannen. Mit nnermüdetem Eifer endlich wird mehr als je daran gearbeitet, das brennende Hindernis; der Sprachverschiedenheit, das ein Volk von den Gcistcsprodnktcn anderer Völker der Jetzt- und Vorzeit fern hielt, durch Übersetzungen ans dem Wege zu räiimcitt Diese letzte Thätigkeil nwllen nur in Bczng ihrer Wirkungen ans dem Gebiet des Jndenthnms etwas genauer ins Auge fassen. Abgesehen von den gewöhnlichen, durch die Verschiedenheit der Sprachen erzeugten, iin Allgemeinen unschädlichen Kollisionen, können alle Übertragungen innerhalb sonstiger Gebiete des Denkens, selbst wenn sic aus dem Zusammenhänge Getrenntes bieten, nicht leicht für unzweckmäßig oder gar zweckwidrig erklärt werden, da sie dann entweder Gegenstände behandeln, deren Elemente gewöhnlich Anschauungen, und im Bewußtsein der Menge lebendtge Vorstellungen bilden, oder solche die, wie fastfsämmtliche Antiquitäten ohne Interesse des größcrn Publikums der richtigen Auffassung und genauen Prüfung Sachgelebrter anheimfallcn und wegen ihres anscheinend losen Zusammenhanges mit der Gegenwart, obste wirklichen EiNfinß ans die Gestaltung der Verhältnisse derselben für die Gcfammtbc't bleiben; Gegenstände, wo fast durchgängig dem Buchstaben seine ganze Bedeutung nur im Worts dessen Theil es ist, und diesem wieder sein ganzer Werth nur im Verhältnis' zum Satze gegeben wird, dessen Inhalt als Produktion des menschlichen Geistes auch der Reproduktiondurch denselben fähig ist. Bei Übersetzung jüdisch religiöser Schritten fehlen aber alle diese Bedingungen. Nicht allein die Verhältnisse unter denen stsich das Vorliegende i» steter lebendiger Em- - Wickelung gestaltet, sondern auch die dein Ganzen zn Grunde liegenden religiösen Anschauungen, sind der anfrerjüdischen Welt gänzlich unbekannt geblieben, und innerhalb des ihnen ursprünglich zugehörigen Kreises leider so malt geworden, daß es ihnen an Lebendigkeit und Kraft gebricht, richtige Fortbildungen zn produeiren. (Schluß folgt.) Beschreibung deS heiligen Landes in drei Theile. Dom Rabbiner I. Schwarz. Ins Deutsche übersetzt von E- Bodenhcimcr. L Wilde Thiere. 1) Die Gazelle (Ajol) Ist in Palästina nicht selten, nnd wird in der Gegend von Lntl» und Nemala heerdenweife astgctrossen. Ihr Fleisch dient, weil sie

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