Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 26 (28.6.1850)
- Date
- 1850-06-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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206 M L S e e l l e. Dev Zan-erev (Beschluß.) Jüngling: Bin ich doch der Zweite — an des Königs Seite, — habe seine Töchter gefreit, -— mich bald des Glücks gefreut» —7 eineschmucken SöhnlelnS, — ein Wunder deS SchönseinS! — Auf dem Drunyengitter ritt' er — und brachS in Splitter; — da ist er hinunter gesunken — und wohl im Brunnen ertrunken;— oder im Sturz hernieder —- zerschellten die zarten Glieder! — Darum wein' ich und klag* und verzage — an diesem herbsten meiner Tage, .— irr' umher von Weh durchdrungen, — wie eine Mutter beraubt ihrer Zungen, — abfallend wie ein Blatt in rauher Luft, — meinem Sohne nachfahrend in Trauer zur Gruft! — Da sprach der Egypter: — Gemach, Betrübter! — sei ruhig und verzweifle nicht, — auch dieß war Wahn und Scheingesicht; — denn der Inhalt deiner Geschichte — und die Zeit deiner Berichte, dein Unglück und Mißgeschick — ist nichts als ein Augenblick! — Hier der Becher, den du geleert, —? dessen Taumeltrank du verzehrt; — damit du dich eines Bessern besännst, — meine Kunst erkennst und bekennst! — Abbildung des Mannes, nm seinen Sohn Trauer gebückt Und des EgypterS mit dem Becher, der Jenen berückt. Diese Rede den Züngling tief bewegt, — und hohe Bewunderung sich in ihm regt, — und er gesteht: Du bist als Zaubrer auSerwahlr; — in dir weht ein höherer Geist, der dich beseelt; — in geheimen Zeichen — gibtS Keinem deines gleichen, — mit dir im Bunde — ist göttliche Kunde, — du bist der Erste an Kraft — und Wissenschaft, — Wunder von Dingen — zu vollbringen! — Du lassest trinken, und man schaut Gesichte, — und auf dein Winken sind sie zu nickte! — Drum bin ich zu deinem Dienst bereit,-deinerKunst sei mein Leben: geweiht; — du wirst mich beleben und erheben,—nichr>räüschen mein Streben, wirst mich zu deiner Höhe leitend — in deiner Nähe vorwärts zn schreiten! So ließ er noch einige Zeit verstreichen, — zu lernen der Schwarzkunst Sprache und Zeichen. — A«S -eu „FuchSfa-ely" Rabbi Berachja. - (Einleitung.) ES spricht Rabbi Derachja Sohn Natronai^S der Punktatüvr , Den Einfältigen zu führenauf lsebrrlegung, — den Knaben auf^ Kunde Wh ^r^gWg, hah' ich ein Gutes auf Kunde und Erwägung, — Hab' ich ein Gutes ersonnen, — die Herzen zu erfrischen, wie den Garren ein Bronnen, durch Fabeln von Füchsen und anderen Thieren-. durch Gleichnisse, die im Munde führen — alle ^Kinder der Welt, — und die zu Papier wurden gestellt pon Männern aller Sprachen, — Doch unterscheidet sich weine Manier. eS zu machen; -7da ich so Manches dran — vermehret und hinzugethan — an Versen und Gedickten —- wie Saffirsckichken, — woraus der Leser Allerlei erfährt, — was mehr als Gold und Perlen werrh, — wie sick'S chm gewiß bewährte Der Loy»e und die Thiere. Ein alter Löwe erkrankte und feine Lende wankte, —, er verzagte in feinen Wehen, — man wußte nickt, was mir ihm gescheht, — ob er gefunden werde oder vergehen. — Da kam,: sein Lager z u besehen, — alles Gethier herbei — auS allen Enden der Welt und der Wüstenei,-- Dieser aus, Liebe, ihn zu sehen bang, — Jener zu schauen den Untergang. — der Eine zu reißen an sich die Macht, der Andre um den folgenden Herrscher bedachr. — Dock der Löwe ward schlimmer, daß nicht zu erkennen, — ob er noch lebend oder Tod zu nennen^ - Da kam der : Ochse, versuchte und stieß, — ob Heu Löwen . schon die Kraft verließ, das Kalb trat ihn mit Füßen. ^-7 d?r Huchs versuchk'S am Ohrzipfel mit Bissen, — daS Schaaf schlägt den Schwanz an seine Mähnen — und spricht: „Er sterbe ohn' Erwähnen!" — Die^ Augen pickt ihm aus der Hahn — und - bcstreut mit Kies dey Zahn. -^-Da ermannte — der Löwe sich;<unh Erkannte -— der^ Feinde Hphy-7- und. begann m Klagetonr,-— ^,Meh' dev.TagS^» wie meine Macht in Nacht, meiir Schimmer?in Zamipex sich verwandelt. — Mein sonstiges Gefolge, meine Anhänger —. sind jetzt weine Verfolger Änd Dränger, meine ehemaligen Freunde — verkehrten sich in Feinde!" Und betrachtend. : diese ^Empöcung, — des. Fürsten schmähliche Entehrung, — wand er sich im Leiden« drang, — und sein Klagcsang erklang.