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Der treue Zionswächter · 1850-05-31 · 22 (31.5.1850) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
6 (1850)
Issue
22 (31.5.1850)
Date
1850-05-31
Page
– (sequence 4)
Language
German
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den Stunden für Sprach- und Denkübung vor, bald gar nichts mehr, und sie hören nichts -als wie man denn überhaupt in allen übrigen Gegen- Schälle, leert Schälle. ständen für' den Religionsunterricht sich weislich in Man hüte sich auch vor immer wiederkebrenden die Hände arbeiten muß. Wendungen in der Sprache und vor beißenden Auch wollen wir nicht die katcchetische Unter- Redensarten uüd renne sich nicht fest an gewissen richtsform in ihrer weitesten Ausdehnung und aus- Formen feiner katechetifchen Ausdrucks weise, schließlich angewandt wissen, sondern fordern es 4- Lehrton und äußerlicher Vortrag daß der Lehrer die passenden Veranlassungen zn überhaupt: kurzen Vor-, Zwischen- und Nachreden nicht un- Nur wenn der Lehrer den rechten Ton trifft, benutzt lasse, passende Verse und Bibelstellen benutze, wird im kindlichen Gemüthe die, Saite erklingen, den Eindruck der Wahrheit zu verstärken und den die er mit seinem Worte berühren wollte. Es dürfen Entschluß zur treuen Uebung des Guten zu be- Harum nicht alle Katechisationen, noch alle Theile festigen. Nie/ nie lasse sich der Lehrer bei der Beeiner Katechisation aus einer Tonart gehen; unk Handlung von Religionswahrheuen auf Klügeleien nicht nur der Gegenstand der.Untekredung, sondern ein. Wo der Verstand anfängt zu klügeln, da auch die Beschaffenheit der Kinder erfordert einen läuft das fühlende Herz davon. Mit Kindern klüverschiedenen Lehrton. Im Allgemeinen könnte man geln über Lehren der Religion, heißt, so hat Jemand "ach den drei Hauptvermöge» des menschlichen gesagt, ihnen die Brust abheben und das Herz zer- Geistes unterscheiden, den ruhigen Ton der Belehschne'lden. rung, den erregenden Ton der Gefühle und den 3 . S rack kräftigen Ton der Thatkraft, und daraus den ersten . -.re pra e. Wink entnehmen für den erbaulichen Lchrton. Dann Die Sprache des Katecheten sei immer eine ^ht auch fest, datz bei allen Religionsgesprächen für die Kinder faßliche und verständliche, darum der Ton ernst und feierlich gehalten werden müsse, kunstlos und natürlich in der Konstruktion, einfach jedoch ohne alle Uebertreibung, ohne allen leeren in ihren Derbindlmgen^ doch soll sie auch ui den Schein. Eine gewisse Lebendigkeit darf dem Ton Parthien der Katechisation, die es zunächst mit der dem Vortrage auch nicht abgehen, wenn er Belehrung zu thuu haben, immer eine edle bleiben belebend werden fok und nicht zu einer gemeine,, oder kindischen herab- , Am richtigste» ,'risst man es wol, wenn ma» staken, bei allen Th-ilen der Katechisation aber, wo ^zeit sich selbst denkt, als den Vater der uns a„- nia» dringender und im Zusammenhänge ans Herz vertrauten Kinder und i» eine», recht väterliche» sprechen will; muß die Sprache stch heben, in Kind- Tone das innerste Leben seiner Seele ihrem Herzen llchkeit und in einem einfachen Schmucke auftreten; liegt denn ein passend gewähltes Wort ergreift und ein Wer da weiß, wie viel der Mensch und beuatürliches Bild belebt. Kräftig, nach dem Vorsonders das Kind vom Aeußerlichen abhängig ist, bilde der heiligen Schrift, muß sie dann erklingen, her? wird es gewiß nicht radeln, wenn wir dann wo sie den Willen zu männlichen Entschlüssen und außer einer guten Deklamation auf eine einfache festen Vorsätzen an feuern soll. Gestikulation, ein natürliches Mienenspiel, aus den Das Vielwortcumchen ist nirgends weniger an äußerlichen Anstand und selbst auf den Anzug einigen seiner Stelle, als wo man Kinder ermahnen und Werth legen. Doch weg mit aller studirten Ziererei bessern will. Wer kann die lange Ermahnuugsnud alle Künstelei, und auch mit dem leisesten Anrede aushalten? Selbst bei der Belehrung der Kinder strich von Theaterwesen. -^ Trer Lehrer muß einen ist cs nicht die ganz aus dem Munde des Lehrers festen Platz einnehmen, so daß er alle Schüler stets strömende Wortfülle, die zum Ziele führt. Wo der im Gesichte hat. Auf- und Abgehen — abgelesene Lehrer wenig und die Kinder viel sprechen, da ist Predigten gefallen nicht und verlieren einen großen man auf der rechten Bahn. Wo aber eine Masse Tdeil ihrer Kraft; jämmerlicher nehmen sich abvon Worten nur wenige oder gar keine klare Gegelesene Katechisationen noch aus- und: wir müssen danken zum Grunde liegen, da denken die Kinder darum den freien Vortrag mit zu den Beförderungs«

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