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Der treue Zionswächter · 1850-04-26 · 17 (26.4.1850) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
6 (1850)
Issue
17 (26.4.1850)
Date
1850-04-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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auch schon'd. Bahn der Kultur betreten, und es den an Rath und Lhat nicht mangelnden Koryphäen am Herren liegen solltedie oftmals vielversprechenden Pflänzchen aus dem Schlamme zu ziehen; dann wird zweifelsohne auch der Staat sich vom Gefühle durchdrungen fühlen, federn Erdenfohne nach Verdienst Recht und Freiheit zu ertheilen und jedem Menschen nicht von Seiten seines Glüubensstammes, sondern als Gottes- und Landeskind zu berrachten, der seinem glorreichen Landeövater und Vaterlande die gehörigen Pflichten erfüllt, und Gut und Blut, ebenso wie jeder Bewohner fürs Vaterland aufopfert; und an uns Israeliten wird sich betätigen der Spruch: Fürwahr, so spricht der Ewige, der Abraham erlöste, zu Jakobs Haus: Fortan soll Jakob sich nicht schämen, und sein Angesicht nicht erblassen. Denn betrachtet man seine Kinder, in seiner Mitte gebildet von meiner Hand, wie sie heiligen meinen Namen, — und das werden sie, verherrlichen werden sie den Gott Israels, — dann kommen auch die Verirrten und Beschränkten zu besserer Einsicht, und die Mürrischen nehmen Belehrung an. Heilig. Heilig, heilig bist du Herr der Welten, Von deiner Heiligkeit, ist voll die Erve, Und überall ruft's uns ein Heilig zu. Je weiter in die Höh wir steigen und Je tiefer wir hinunter, überall Hört unser Ohr das heilig, heilig, heilig. Und selbst ans dem entweihten Boden hier Auf dieser Welt, die voll der Sündigen, Erkennt man dich und deine Heiligkeit. , Spricht's nicht der Grashalm wunderbar geformet? Auf dem die ganze Welt gezeichnet ist. Wenn ihn vergrößert nur dein Auge schauet? Spricht's nicht ein Wurm, der in der Fänlniß kauert? Spricht's nicht das Kind, das sanft bei seiner Mutter Die Aeuglein zu, die Acuglein offen hält? Ruft nicht das ganze große All' sein Heilig? Ja heilig, heilig bist du Herr der Welt.- Und du. o Mensch willst nicht auch heilig werden, Willst nicht dem großen Schöpfer ahmen nach? Willst kleinlich sein in deinem Leben, klein, , Das doch so groß, so groß du kannst gestalten? Beschränke nur die mächtige Begierde Nach Habe, Ehre und nach Glück zu streben. Und wohl! den ersten Schritt zur Heiligkeit Hast du gethan, der andre wird.bald folgen, Der Andre wieder und der letzte auch. Die Liebe wird in deinem Busen weilen. Dein einzig Strebest wird gerichtet sein Nur auf die Menschheit und auf ihren Schöpfer. Die Seligkeit wird bald dein Herz beglücken. Und du wirst heilig dann und gleichest deinemGott. Glaube. Nichts ist Vernünftiger als ein tiefer Glaube, Wenn, auch das Wissen ihm nicht ganz entspricht: Dann wär'.er's auch nicht, sondern grad' ein Wissen. Der Glaube aber steht bei Weitem höher. Was die Vernunft in ihren Gränzen oft , Versieht und manchmal auch nur fälschlich trifft, Das ahnt der Glaube in entfernten Sphären, Und lebt in Zweifel glücklich, glücklich sehr. Wie unsere Hoffnung, die das Leben süßt, Wie unsere Ahnung, die das Dasein kümmert, Obgleich sie Beide nichts als Ausgeburten Bon leichten nichr'gcn Phantasien sind. Warum willst das du aus dem Leben streichen. Was tief der Schöpfer hat in sie'gepflanzt; Den Menschen aus dem Zweifel willst dn heben, Uno führen ihn in dunkle Gräber 'nein. Die offen dann sind in der Erd' gegraben. Gerade wie ein Schmetterling das Feuer Als wärmend achtet, das bei Nacht er sieht, N»cht ahnend, daß es ihn verzehren wird; So ist die Wahrheit, die der Mensch verfolgt, Nach jagend ihr bis in den tiefsten Grund. Er findet dann in der Gewißheit Tod. —^»-»xrrxcc«- Freie Übersetzung des v-vc P-«. Die Gesänge der Nacht. Um Mitternacht, da lauscht mein Ohr, Welch' Stimmen brechen so laut hervor. Von Berg und Thal und Aü und Flur? V Es singt ihr Lied jetzt' die Natur. ' Der Schlummer deckt die Müden zur . Die Erde füllt die HimmelSruh. Der dunkle Schleier hebt sich-leis' Die Geister singen Lob und Preis- — Der Himmel tönt: wir erzählen nun Dre Majestät des starken, He^rrn. Und was ec schafft und was er thut Verborgen in den Sphären ruht. Die Erde spricht: nur ihm allein

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