Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 17 (26.4.1850)
- Date
- 1850-04-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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zuweilen trachten derlei' Informatoren das erhaltene Frühstück denselben abzukungern. — Für den Anstand beim Gottesdienste wird den israelitischen Schülern Ungarns nicht viele Achtung: eingeflößt, denn der Sabbat, der durch heilbringende Lehren der Informatoren geheiligt werden soll, grade dieser , wichtige Tag ist der Centraltag rvv/sich unsere liebenswürdigen Söhne ins Freie begeben,: daselbst den Lehrer bereden, täuscheln, sich prügeln u. s. w. Zuweilen bringen auch solche Söhnchen üble und unwahre Nachrichten von dem- Lehrer ihren Eltern zu, solche Verläumdungen werden von den Eltern säulenfest behauptet, und dann geht es über den Lehrer los, welcher in Gegenwart deoZöglingen von den Eltern derbe Worte erhält, welches dann nach allen Gassen in der Posaune geblasen. wird. Nun wenden wir uns auch noch zn der andern Hälfte des' menschlichen Geschlechts; doch bevor ich meine refcrentalische Feder, dazu in Bewegung setze, muß ich noch einen allgemeinen Uebelstand rügen, wovon ich schon Augenzeuge war: Nach vollendeter Prüfung, — die größtentheils Samstag ist, -- erhalten auch die Zöglinge ein sogenanntes Schabbes« Obst, welches äusgeworfen wird. Dazu versammeln sich die Zöglinge,, wer mehr erhaschen kann, trägt den Sieg davon, die aber wenig erhaschen können, werden entrüstet, prügeln die siegende Partei und erbeuten ihr Gut. Was die weibliche Jugend betrifft, wird meistens so verfahren. Die Töchtercheu werden in ihrem fünften Jahre zur Schule geschickt; da wird monatlich für die Lehrgegenstände und weiblichen Arbeiten 18 Groschen bis 1 Gulden w. w. Lehrhonorar gezahlt; mehr als 30 -40 Mädchen kann der Lehrer noch die Lehrerin. erschwingen, folglich wird ein Gehilfe oder Gehilfin erfordert, deren Gehalt sich auf 20 Gulden w. w. erstreckt, bleibt noch für Lehrer und Lehrerin 20 Gulden, übrig, dafür wird Lokal,. Holz und sonstige Requisiten bestritten, demnach? bleibt: den Chefs der. Hunger und die Noth zum Lohneiübrig. Daraus läßt sich leicht auf das energische. Vorschreiten der Jugend schließen. Abgesehen die Pesther, Preßburger, Araber und Groskanifchaer israelitischen Lehranstalten, kann man noch bisher keiner erfreulichen in Ungarn erwähnen, und bei diesen finde ich ungereimt, daß von Oberlehrern, gesprochen wird. Meines ErachtMs sollte jeder gutgewäbktt und seines Faches sähMLchrev.m einem- und demselben Rauge mit dem Oberlehrer stehettaußer, selber ist such zugleich Direktor, r, uqd - alle eines Honorars rheilhafrig werden. Jedes Jahr abwechselnd soll jeder Lehrer Rektor, sein, der auf die Schule ein wachsames Auge habe, zum Beginnen des.Lehrkursus die Zöglinge in den Katalog aufnehme, die Klassifikation , nach: Perdtzust der. Kinder einrichte, Prämien ver-, theile,. aber nicht bestehe es in Schabbeshbst, die Klagen über die Zöglinge heurtheile, über dieselben, nach dem! vorgeschriebenen Schulreglewent richte,. Sqmssgge die Zöglinge versammle, um-ihnen von dem refp. Lehrpersonale erbauliche Vorträge ab-- halten zu lassen u. s. -w., denn wenn ein Lehrer Mer«. die' ist ihrem Fache zebenfo bewanderten. Lehrer,. Untergeordnete sind, herrschen beständig. Zwistigkeiten,,, diese.werden entmuthigr und ver§ fahren mit ihrqn Lerpstichtungen ganz lau^ welches die SchuLkommissiou, die blos aus Bemittelten sind nicht ans Sachverständigen besteht, zu beurtheilen außer Stand ist. Uedrigens sollten die Lehrer, die für die Lehranstalten neu ausgenommen, .aus Musterschulen genommen werden, die mit guten Zeugnissen sowol über ihr Wissen, als auch über ihre makellose Aufführung versehen sind, oder sollte ihnen von Präparanhen über ihre abgelegte Prüfung, sowol in den betreffenden Wissenschaften, methodischen Kenntnissen und so auch von einer Behörde über ihre Aufführung testirt, und wenn sie tüchtig sind, möge ihre Eristenz auf Lebenslang gesichert sein, damit ein junger Mann sich blos einem stabilen Stande widmen könne; denn das Lehrfach als Nebensache betrachten-, kann nie für die: Schule Heil bringen, kann nie den Eltern spätere Tänschung ersparen, um wieviel weniger das Wohl der Jugend auf die Zukunft befördern. Bisher sind noch jn den meisten ungarischen Gemeinden entweder S.tndirende oder besser Chqrlara.u.s und Bochrim die Leiter der Jugend,. die. das Lehrfach., als Stütze ihres Vorhabens, und nicht als wesentliches Fach betrachten, und so lange dies fortwährt, ist das- Schulwesen blos ein Pssppellspiel, und ich behaupte, Studirende und Bochrim eignen sich durchaus nicht immer zu Erziehern oder Lehrern einer Anstalt. Es, ist wirklich die Zeit eingetreten, in der die frömmste isr. Jugend unsers theuern Vaterlandes