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Der treue Zionswächter · 1850-04-26 · 17 (26.4.1850) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
6 (1850)
Issue
17 (26.4.1850)
Date
1850-04-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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132 um dem Hauptbedürfnisse genügend zu entsprechen, um des Wohls der Jugend sorglich zu pflegen, und verwaisten Kindern, Elternstelle zu entsetzen, Trost und Glück in die kleinsten Hütten verwahrloster Kinder zu bringen. Eine der unstreitig wichtigsten Pflichten auf welchen jetzt in den achtbarere jüdischen Gemeinden unseres vielgeliebten Vaterlandes so wetteifernd Rücksicht genommen wird, ist das ersprießliche „Schulwesen". — Diesem so philanrhropischen Zwecke, fühle ich mich höchst schuldig, einige Worte zu widmendessen gute Seiten zu loben, und wo es erheischt, dessen Mängel und Fehles sonder Parteilichkeit zu rügen. Die achtbaren jüdischen Familien Ungarns eilen mit Riesenschritten dem Vorschreiten der Lehranstalten entgegen, sparen keine Kosten und ihre Spenden sind so beträchtlich, daß sie das allgemeine Lob eines jeden Menschen verdienen. Die betreffenden Lehrer der Schüler, werben möglichst gut besoldet, und ihnen, insonders sic sich mit ihren Zöglingen auf öffentlichen) Prüfungen anszeichnen, die größten Shrenbezesigungen gezollt, die Kinder, welche vorgeschritten sind, mit Prämien beschenkt, sogar auch jene, die keine Günstlinge Mamons sind, so weit es thunlich ist, mit den nötigsten Saison-Kleidungstücken versehen, dafür kann ihnen wahrlich das größte Lob von Jedermann mit Freuden ertheilt werden. Das Zweckwidrige mancher dieser Schulen aber muß ich leider mit folgenden Bemerkungen belegen. Oftmals wohnte ich schon öffentlichen Prüfungen bei, wo ich mit größtem Bedauern in Erfahrung brachte, daß die Lehrgegenstände unmethodisch vorgetragen werden, indem die Zöglinge zur Täuschung der Anwesenden in der Nationalsprache beim Rede- Worte sind, bevor sie noch das Vorhergehende wissen, fragt man einen Schüler über die Abänderung oder Steigerung, so sitzt er wie vom Schlägt gerührr, ohne Aufschluß geben zu können. — Dies kömmt mir ebenso vor, wie ein Musikmeister, der seine Zöglinge ein Paar Wochen schon) ohne Schule und Skala, auswendig ein Paar Ländler, Galopps und wie diese elektrischen Tänze noch heißen mögenabfledeln läßt. Dem Laien kitzelt so was das Ohr, aber das des Sachkenners wird zum Davonrennen beleidigt. So wenig aus solchen Musikzöglingen Virtuosen werdenebenso wenig werden aus den oberwähnten Schulkindern Gelehrte; was bleibt ihnen endlich übrig, als wieder, das Chiffon Pfeifchen in den Mund zn stecken, und Fetzen zu sammeln! Die Grundfache liegt Darin, daß in den meisten Schulen solche Individuen' angestellt sind, die Jahre lang mit ihrem Bettelsacke umherwandelndsich in ihren früheren Jahren dem Talmud widmeten, endlich diesem untreu geworden, ohne Vorkenntnisse die philosophischen Wissenschaften hörten, einer sich durch ein geputztes Aeußere, der andere durch seine scheinbare Demuth das aufmerksame Auge der betreffenden Gemeindeglieder auf sich ziehen. Solche sollen die Zukunft der Jugend mit Blumen be-' streuen? Diese sollen ihr Mentor fein und sie von den Kinderschuhen an der Civilisirung entgegenführen? Nein, solche gewiß nicht, die einer Erziehung und Besserung noch selbst bedürfen! Männer, die nicht für das Wohl und Vorschreiten vor Jugend, sondern nur auf ihren Unterhalt bedachend, können auf keinen Fast den Keim der Jugend ausbilden; denn die Jugend siehr keine gute Beispiele und so bleibt der alte Ton bei vielen Kosten und Spenden, welches ehedem mit viel geringeren Kosten geleistet wurde. Non anständigen Betragen der Schulkinder ist gar. keine Rede: denn geht ein Zögling durch die Gasse, so läuft er längs derselben, wie ein Nennthier, ohne seine.Vorgefetzten zu kennen, vielweniger zu begrüßen; kömmt man in die Gasse der Schule, hört man an der. Ecke derselben ein fürchterliches Geschrei, die Schüler demoliren beinahe das Schulgebäude^ oft prügeln sie sich weidlich ab, laufen hin und her wie wilde Thiere! und so sieht es mit der Schulbildung, der Jugend noch in gar manchen Gemeinden Ungarns ans. Alles das hier in Erwähnung Gebrachte. findet indeß bloß in. den Provinzial-Statschulen statt, aber. in. den Dörfern verwildert ) die- Jugend wie die Hüronen. Diese lernen gar nichts, sie bilden sich in sonders in der Gymnastik/ allein, ohne Lehrer ans,, sie gehen in die: Pserdheerde, reiten herum, fechten mit Knitteln/ spielen blinde Kuh. und. bleiben aber anch in der Blindheit und Dunkelheit. :-' Und woher rührt diese so. lobenswerthe Lehre für die Jugend? Blos daher, da.man daselbst kleine Buben) die als Schächter engagirt, für die Kost als Privatkehrer aufnimmt, und diese tragen den ihnen selbst nur um einen Zoll entwachsenen Knaben höchstens das vor, wie man unreifes Obst bis zur «Gröps abschotet," ja

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