Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 17 (26.4.1850)
- Date
- 1850-04-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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131 däß eine solche That ebenso wenig gegen das Judenthum einem-Beweis liefert/ als das Werk einer Mariana (Muv) Toledo, 1599, worin er den Königsmord -in gewissen Fällen in Schutz nimmt, gegen den Katholicismus etwas beweisen könnte? Wie wäre es, wollte man die Gräuel der Jnqui-' sition und anderer ähnlicher geschichtlicher Ereig-! nisse, die doch sogar im Namen der Religion verübt . wurden, nicht dem Fanatismus und dem Wahne einer:.barbarischen Vorzeit, sondern der Religion selbst /oder der Gesammtheit der Christen zur Last legen? Wenn übrigens jener geistliche Herr Abgeordnete die -hohe Kammer auf Frankreich hinweist, so möchten wir ihm, ohne uns auf etwas Näheres einznkassenblos entgegenhalten/ daß Klement und Ravaillac, die Mörder Heinrich 3. und 4 , und so viele andere Staatsverräther keine — Juden waren. Wir schließen mit der Versicherung, daß wir mit dieser letzten Erinnerung, sowie mit dem Ganzen dieser Erörterungen überhaupt keineswegs die Absicht hatten, irgend ein-Gefühl zu verletzen, sondern daß wir blos zeigen wollten, wie ungerecht es ist, die mehr oder weniger begründeten Fehler des. einzelnen Israeliten :der Gesammtheit unseres Volkes oder gar dessen Religionslehre aufzubürden und gestützt auf diese Mängel, diesem vielgeprüften Volke seine Menschen- und Bürgerrechte länger noch vorznenthalten. Israel, schon Jahrhunderte lang unter dem schweren Joche der Unterdrückung und der Beraubung der heiligsten Rechte in allen Lebens-, beziehungen seufzend, fand zu allen Zeiten grausamer Verfolgung und schmählicher Zurücksetzung seinen einzigen Trost in seiner heiligen Religion. Sie war es, welche sein Herz-kräftigte und seinen Sinn : stärkte, die schrecklichen Leiden, welche der unmensck- Fanatismus einer barbarischon Vorzeit ihm aufs erlegte, in gottergebner Duldung zu ertragen. Sie war es, welche sein Inneres stählte und ihm Trost Hoffnung und höhere Zufriedenheit gewährte; ja, Ln solchem Grade gewährte, daß es trotz äußerer Verachtung dennoch sein edleres Selbstgefühl, seine Menschenwürde als ein köstliches Kleinod bewahrte; und trotz äußerer Fesseln/: -dennoch eine solche beglückende in nere Frei hei t fühlte, daß nicht nur feine damaligen^ Verfolger, sondern auch andere mehr civilisirten Völker es mit Recht darum beneiden durften/ Diese seine göttliche und erhabene Religion war es . auch, die den Israeliten an den Tugenden und an dem bessern Geist der Menschheit nicht irre werden ließ. Mit gottvertraueudem Herzen erwartete ,er stets eine bessere Zukunft in welcher die Fürstew und Völker die .ihm auferlegten Fesseln sprengten,.und es selbst einsehen werden, daß ihm seine Menschenrechte nicht länger vorenthalten bleiben dürfen, daß seine Gleichstellung mit andern Konfessionen nicht etwa ein Akt der Gnade, sondern der Gerechtigkeit ist; und daß unsere andersgläubigen-Mitbrüder daher suchen werden, durch Herbeiführung einer an Liebe reichern Zukunft eine lieblose Vergangenheit zu sühnen, und — wie die heilige Schrift sagt: Alle Vergehungen deckt die Liebe (Prov. 10, 12) — sie gänzlich vergessen zu machen. Diese längst ersehnte beglückende Zukunft, zum Heile Israels und der ganzen Menschheit, scheint, nun unserer neuesten Zeit Vorbehalten geblieben zu sein. Möchte doch nunmehr aufgehen die Sonne des Glückes, und stets Keller emporlenchten das scgenverbreirende Licht der Wahrheit, der Humanität und der brüderlichen Eintracht! Möchte doch stets walten ein Geist der Liebe unter allen Menschen! Haben wir denn nicht Alle einen Vater? Hat nickt unS allesammt ein Gott erschaffen, warnm sollten wir treulos sein, Bruder gegen Bruder? (Mal. 2, 10.) ->»»a »2><§»o kr««- Das Schulwesen Ln Ungarn. Von L. S. in P. Der Genius der Mildthätigkeit senkte sich endlich nieder auf unser herrliches Vaterland, und brachte Trost den Dürftigen, Balsam den betrübten Kindern^ Er war es, der die Herzen so vieler Gönner und Freunde der Armen entzündete,, auf daß die Flammen der Milde und Nächstenliebe als willkommenes Opfer emporlodern zum Throne des ewigen Vaters der. Barmherzigkeit. Mit freudiges Herzen sieht jeder Menschenfreund, der das ..Sckulbedurfniß" wirklich fühlt, wie in unserm geliebten Ungarn auch diesem Drangsale mehrere Helfer und Förderer des Guten erstehen; wie sich unterstützt lobenswerthen Eifer der Obrigkeiten, durch den allmählig der Born menschenfreundlicher Impulse sich ergießr; wie die Edelsten der Nation sich brüderlich die Hanv