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Der treue Zionswächter · 1850-04-26 · 17 (26.4.1850) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
6 (1850)
Issue
17 (26.4.1850)
Date
1850-04-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sanhedrin beruft, dennoch über fraglichen Gegenstand in Zweifel sein konnte. Ganz entschieden sprach sich dieses Sanhedrin darüber aus, wie folgt: »In den Augen aller Israeliten ohne Ausnahme ist die Unterwerfung unter die Gesetze des Landes die erste Pflicht. Es ist von allen Juden angenommener^Grundsatz: daß in Allein, was das Bürgerliche und Politische betrifft, das Staatsgesetz als das höchste Gesetz zu betrachten sei. Die von einem anderen Herrn Abgeordneten vorgebrachte Verdächtigung bezüglich des Eides können wir hier um so mehr übergehen, als dieser Punkt ohnehin schon Gegenstand vieler besonderen Dissertationen und Monographien jüdischer Theologen war; und als es überhaupt für den Unbefangenen, die Grundlehrcn des Judenthums kennenden Gelehrten eine unbezwcifelte Wahrheit ist, daß sowol die heilige Schrift als auch der Talmud dem Israeliten den Eid in seiner lautersten, rückhaltslosesten Auffassung und Heiligkeit unverbrüchlich gebietet. Jedoch wahrhaft unerklärlich ist die ausgesprochene Verdächtigung eines andern Herrn Abgeordneten, wenn er von unseren Glaubensgenossen sagt: „Ich bin überzeugt, daß nur wenige aus diesem Volke mit jener Liebe und jener Anhänglichkeit alt ihren König hängen werden, in der das Volk lebt, welches glaubt, daß sein Fürst von Gott eingesetzt, und seine Krone von Gottes Gnaden ist. rc." Was wurden nicht von jeher schon für falsche Anschuldigungen gegen das jüdische Volk erhoben! Eine solche Anschuldigung aber, daß Israel nicht mit derselben Liebe und Anhänglichkeit an seinen König hänge, wie jedes andere Volk, hat (etwa Haman ausgenommen. Esther 3,8) noch kein Judenfeind ausznsprechen gewagt. Wie, also nur das christliche Volk lebt des Glaubens, daß^ sein, Fürst von Gott eingesetzt und seine Krone von Gottes Gnaden sei? Glanbt Jsrael vielleicht dieses nicht? Ist denn den Juden nicht ein König, ein Gottgesalbter, ein Königssohn? Oder gilt dieses vielleicht nur von einem jüdischen Könige! Wird nicht sogar der heidnische Cyrus ein Messias -^- Gesalbter Gottes — genannt? (Jsa 45, 1). Welche Religion flößt ihren Bekenner« eine solche unbegränzte Ehrfurcht ein gegen gekrönte Häupter, eine solche Anhänglichkeit und Liebe zu denselben, wie sie zu allen durch Gesetz uud Herkommen geheiligten Staatseinrichtungen, wie die Mosaische? Man zeige uns doch außerhalb der jüdischen Überlieferung ein ähnliches Gebot, wie es der Talmud und die Kasuisten dem Juden verschreiben: Wer einen König von den Völkern der Welt sieht, muß den Segen sprechen: Gelobt bist du Gott, u. s. w., der du von deiner Majestät dem Sterblichen mitgetheilt hast." (Berach. 58, a; Orach. Chaj. 224, 8.) Befiehlt nicht schon die heilige Schrift und der Talmud das Glück des Staates möglichst zu fördern und für dessen Wohl zu beten? (Jerem. 29, 7; Aboth 3, 2.) Wahrlich, wollten wir durch Belege aus der heiligen Schrift, aus den Talmud, aus den Midraschim und Kasuisten Nachweisen, wie der talmudische Grundsatz: .»die irdische Herrschaft ist ein Abglanz des Himmlischen" (Berach. 5 a) in diesen Schriften durchgeführt, und darin dem Jsrae- Uten die Pflichten gegen König und Vaterland ernst mahnend ans Herz gelegt werden, wir wären in die Nothwendigkeit versetzt, ganze Seiten von Zitaten aufführen zu müssen! Ich glaube jedoch, daß ein solcher Nachweis, der Geschichte — dieser unpartheiischen Nichterin — gegenüber durchaus überflüssig ist. Wer die Geschichte kennt, der weiß es recht gut, daß das jüdische Volk in seiner bei weitem größten Mehrheit, unter allen Lebensverhältnissen seine Pflichten gegen den Staat, den Vorschriften seiner heiligen Religion gemäß, treu erfüllte. Hier spricht die Erfahrung .aller Zeiten, sogar der des größten, entwürdigendsten Druckes und der grausamsten Verfolgung; und .wo jene als Zeuge gegen die Verläumdnng auftritt, da bedarf es sicherlich keiner weiteren Erörterung, Doch gerade, „ein Momeut der neuesten Geschichte isses, welches jener Herr Abgeordnete^als,Zeuge gegen uns aufrnft. Hörenwir.ssesne eigenen.-Wor^^ »»Meine Herren! ich ^sgge es und erinnere, sie an ein einziges Moment der Geschichte; ein Jude war es, der den greisen Bürgerkönig: im entscheidenden Momente verrieth.^ Selbst die geschichtliche Wahrheit dieser Angybe angenommen, muß nicht jeder Unbefangene einsehen,

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