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Der treue Zionswächter · 1850-04-19 · 16 (19.4.1850) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
6 (1850)
Issue
16 (19.4.1850)
Date
1850-04-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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123 chffnng : durch idie.irclurkgsten AüSüähmsgefttze rrkkärt zu finden,-^!«'watt/den UrtzküMMsex-^Ms Hsr GeschrchteinlogifcherNothwendigkeit sichergebenden KsNseqüenz, in seiner Lehre finden. : - - Sie sind, heißt'es weiter : wie es scheint, ganz HeM Talmud treu, welcher sagt: Es. gkebtkeine schlechtere Handthiernng als der Feldbau / Wer zwölf Thäler hat und dieselben aus dem Acker verwendet, der kann Kraut und Salz essen, wer sie aber auf dem Handel wendetmag Fletsch und Wein genießen. . , v Dieses mißlungene Citat nebst falscher Uebersetznng desselben, kann uns abermals überzeugen, wie bedenklich cö ist, sich auf ein literarisches Werk zu beziehen, dessen Original man nicht versteht. Oder bat etwa dieser Herr Abgeordnete sein Eitat nicht ans einem gewissen Zeitungsblatte abgeschrieben, sondern den Talmud zur Hand genommen, fragliche Stelle aufgeschlagen, und, ich will nicht sagen studirt, aber doch wenigstens — gelesen: nun so erlaube ich mir folgende Fragen an ihn: Sagt nicht derselbe: Nabbi (Elieser)- dessen Worte der Herr Abgeordnete anführt,: ausdrücklich dörtsc lbst mit Hinweisung auf Psalm 115, 16 : Jeder Mensch müsse sich ein Feld anschaffen? Sagt nicht derselbe Rabbi, dorr, auf demselben Folio : Käufe keine Lebensmittel, sondern bebaue dein Feld. selbst, und wäre auch hinsichtlich des Nutzens beides gleich, so bringt dennoch letzteres, Segen? Ferner, sagt nicht derselbe Rabbi dortselbst: Eite und kaufe dir ein Grundstück! Ich frage ferner: Konnte oder durfte es rgend einem Rabbi in den Sinn kommen, den Ackerbau herabwürdigen zu wollen und gerade dazu gegen die heilige Schrift zm verstoßendie da sagt : Fülle von Speise -giebt der Acker dem Armen, während Reichthum weggerafft wird durch Ungebühr (Prvv. 13, 23). Ferner. Wer seinen Acker bestellt hat Brot in Fülle (1. c. 29, 19)? u Doch es kann nichtMejne Aufgabe sein/ mich mit dem Herrn Abgeordneten über das Verständniß fraglicher Talmudstelle in -eine Kontroverse einzulaffen; bloß. vorübergehend bemerke ich, daß r>bv nicht zwölfsondern hundert heißt und daß beide Rabbi (Elieser^ und^ Rawa) darauf aufmerksam machen wollen/ daß d-s Mrträgniß des Feldbaues gewöhnlich nicht glänzend/ und daher der Ackerbauer verpflichtet sei, seine Bedürfnisse möglichst zu beschränken- (Vgl. MaiM: Deah-Sly), so daß die^e Stelle nur einen häuslichen Äraaßstab dcrAuögaben an 'Händen jm Talmud an uüjähligeü Stillen Fernhaltung vom Älrns und Einfachheit Muter allen LebenSverhältnissen im Hauskalte, schon um den Hochmut!) und die Ueppigkeit nicht aikfkmnmen zu lassen, dringend anempfohlcn wird. - Wenn Man erwägt, daß in der ganzen heiligen Schrift, wo als Lohn oder Straft Himmclssegen oder Fluch verheißen wird lediglich nur von den Erträgnissen des Landes die:Rede.ist; ferner, daß unsere heiligen Propheten und. spätere» Weise» eine auffallend entschiedene Abneigung gegen den Handels« stand hatten: , .„/-.r. Der Kaufmann bat falsche Waage in der Hand, liebt den Betrug. Hos. 12, 8.) Ein Kaufmann bleibt schwerlich vom Unrecht frei und ein Handeltreibender kann sich seiner Sünden wegen nicht rechtfertigen. (Ben Lira 26, 2(1). Wie zwischen Sreinfugen der Nageleingetrieben wird so drängt sich zwischen Käufer und Verkäufer die Sünde. (1. c 27, 2). so ist es leicht begreiflich, wie irrig die Vcrmnthung sein muß, daß unsere Talmudisten dem Handel das Wort reden konnten oder mochten. Wie sie hingegen zum Feldbau uttd zur gewerblichen Thätigkeit überhaupt ermahnten, darüber mögen hier nur einige Beispiele folgen. Als unser Vater Abraham wandcrte in Mesopotamien, sah er, daß die dortigen Leute Massig herumgehen, und sich nicht mit Feldbau beschäftigen, sogleich betete er: Gib doch, o Vater, Meinen Kindern Nicht Äntheil an diesem Lande. Als er aber nach der Gegend Palästinas kam, da sah er die Leute in rastloser Thätigkeit mit ihrem Feldbau be« schäftigt, der Eine pflügte, der Andere säete, und nun betete er : Möchlett doch einst meine Kinder hier in diesem Lande wohnen! Und der Herr erhörte seine Bitte. (Jalk. Genes. 12.) Wer tagtäglich seine Aecker und Wiesen besichtigt und das Mangelnde besorgt, hat einen täglichen Gewinn. (Chül/105ä)/ Besser ein MäßcheN durch Feldbau gewönne,-l, als ein Malter durch Handel/ ((Pes. 113, a ) Besser ein einziges Grundstück selbst besitzen, und dieses eigenhändig düngen und pflügenals der

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