Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 16 (19.4.1850)
- Date
- 1850-04-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Dein Ja soll ein Ja, dein Nein ein Nein sein. (Bab. Mez. 49, a). Tie heilige-Sckrift sagt" Aug um Ang, Zahn u n Zahn, d. h. angemessene Geldbuße nach Ausspruch des Richters." (Bab. Kam. 81 a.) Wer den Himmel um Rache" gegen seinen Nebenmenschen anrufl, den trifft zuerst die göttliche Strafe. (1. c. 93, a.) Wenn dein Freund und dein Feind zn gleicher Zeit deiner Hilfe bedürfen, du aber kannst nur einem von beiden dienen, so mußt du dem Feinde beifteben, damit die Leidenschaft in deinem Innern unterdrückt werde. (Bab. Mez. 32, b.) Wer in Gegenwart von Leuten Almosen spendet, ist ein Sünder. Besser kein Almosen geben, als öffentlich geben. (Chag. 5, a.) Nur jenes Almosen ist wahrhaft gottgefällig, welches heimlicher Weise geschieht. (Bab. Büth. 9, b.) Las Almosen wird nur in dem Maße belohnt, als das Wohlwollen war, womit es gespendet wurde. (Suk. 49 a.) Wer seinen Nachbarn liebt und dem Dürftigen in der Noth beisteht, von dem sagt die heilige Schrift: Du wirst rufen, und Gott wird dich erhören (Sanb. 76^ b.) Lein Gebet sei kurz in stiller Andacht. (Brach. 31, a; 3a, a«) Sei versöhnend und bete: Möge der Herr demjenigen verzeihen, der mich gekränkt hat. Meg. 28 a. Nur derjenige, der auch andern Menschen verzeiht, wird selbst bei Gott Verzeihung finden. (Rofch. Hasch. 17, a.) Wer am Fastlage keine milde Gabe spendet, sondern diese Wohlthätigkeit auf einen andern Tag verschiebt, begeht eine schwere Sünde. (Sanh-35 a.) Weder Sack noch Fasttag, sondern nur Besserung und gute Werke vermögen die göttliche Strafe abzuwenden. (Tan. 16 a.) Sammle dir bleibende Schätze, die dir keine irdische Macht rauben kann; himmlische Schätze, die dich in die Ewigkeit begleiten. (Bab. Bath. 11 a.) Das Auge ist der Ausdruck des ganzen Körpers, ist jenes gesund, so bedarf dieser keiner weitern Untersuchnug. (Tan. 25, a.) Herz und Augen sind die beiden Unterhändler der Sünde. (Jalk, 229, a.) Sorge nicht ängstlich für die Zukunft; denn Sorge» hat schon viele Menschen das Leben gekostet. (Sanh. 100, b.) Wer für heute zu leben bat, Und dennoch sagt: Was werde ich morgen zu essen haben? der ist schwach in seinem Gott vertrauen. (Sota, 48, b.) Was der Allbarmherzige über ^uns verhängt, ist sicherlich zu unserem Besten. (Berach. 60, b.) Wenn daS Thier und der Vogel in der Luft ihre-Nahrung finden, um wie viel mehr das edelste Geschöpf, der Mensch, dessen Bestimmung es ist, seinem. Schöpfer zu dienen! (Kid. 82, b.) Geht doch kein Vogel unter dem Himmel verloren, um so weniger ein Mensch. (Jerusch. Scheb. 9; Beresch. Rab. 79.) Dieses nun die auf unseren Gegenstand bezüglichen Stelle»; und es war bei Aufführung derselben keineswegs meine Absicht, zn zeigen, daß der Talmud neben seinem religiösen, traditionell gesetzlichen Hauptzwecke, gehaltvolle und lehrreiche Sittensprüche, die Zusammenstellung derselben würde ein dickes Buch füllen, -7sondern ich wollte bloß beispielsweise zeigen, daß der wesentliche Inhalt der Bergpredigt im Talmud enthalten und daß es überhaupt keine schwere Aufgabe ist, den größten Theilder im neuen Testamente enthaltenen sogenannten christlichen Sittenlehre dortselbst aufzu. finden. Und doch soll es, wie unsere Gegner sagen, der Talmud sein, der so manche bedenkliche Lehre enthalte, ja sogar den Israeliten vom Ackerbau und von der gewerblichen Richtung abschrecke: Dies führt uns nun zn folgender Frage: 3) Was lehrt der Talmud über Gewerbsamkeit überhaupt, besonders aber über Feldbau? Es ist wahrhaft zum Erstaunen, welchen Spürsinn unsere Gegner austieten. Um wenigstens nur ein geringfügiges Etwagegen uns zu erhaschen. . Aus den zwölf Foliöbärden des Talmuds wird eine scheinbar zweideutige, eigentlich aber ganz klare und nur miß verstand eue S telle - hervörgefucht, um sie als Waffe gegenuns zu gebrauchen: Einem Herrn Abgeordneten beliebte ks nämlich zu sagen: »Die Juden treibch keinen Feldbam"^^^^' Und statt den wchren Grund in der Jahrhunderte zählenden Entfrmduug des Israeliten vom Ackerbau, in seiner Vadrängüng Und Fernhaltung von Grundbesitz, in dr Erschwerung seiner Nieder-