Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 15 (12.4.1850)
- Date
- 1850-04-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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116 lehrten anerkannt^ ,dgß Ln denr. tiefen Ocean des Talmuds köstliche Perlen perborgen sind, und sie suchten zuweilen einige derselben herauszuholen. (Vgl. Blätter der Vorzeit von Herderz Palmblätter von Herder Md Libkind.).- - . z; Undes'-istrmmso auffallender^ wie andere weit minder chierinL stimmfähige Männer so wegwerfend vom Talmud zu sprechen.Mgten. _ -7 - .7 > Kurz, esMnterl^g^ MrchauK.Mnem Zweifeldaß,; wer nicht vornherein;Wit gehässigem Voruriheile ans Werk geht, nur eine xgediegene Glaubens- und Sittenlehre, neben yielem Andern Lehrreichen und Nützlichen im Talmud siuden muß Sehr richtig sagt Fürstenthal in seiner rabbinischen Anthologie : Der Leser bes Talmuds, er gehöre zu welcher Religion er woste, wird sich überzeugen, daß wol sene; Schreier nicht ganz^ ehrlich zu Werke gegangen sein müssen, wenn sie ^rkuuhen herabzuwürdigen gesucht haben, die mit .derFastel der Philosophie und der Worat beleuchtet, keinem neuern Werke der Axt etwas nachtzeben, manches aber bei weitem übertreffen. Ein besonderes äytigUrischeö Interesse wird es aber dem philosophrschenDeschichtsforscher gewähren, in einem auf, weit über die christliche Zeitrechnung hinäufreichende, Traditionen gegründeten Werke, auf Grundsätze zu stoßen, welche mau in unfern neuesten Zeiten Mt so vielem Prunke verkündiget und geltend zu machen hemüht ist< Diese letzte Wahrheit Hhrt uns zu einer weitern Erörterung, unseres Thema hinsichtlich der Frage: in wie fern unsere Neuzeit ein Recht hat, für ihre, manchmal mit mehr Gepränge als innerer Wahrheit der Ueberzeugung ausgesprochenen Lehren. her HleLchhejhDMkonWöneller>M^iehungddr NächstMeW M Doftlchnz rc.> ein auMtteßlicheS ßigenthum Ln Artspruch zu nehmenals fei man rstihr d^DMlbqrung.dieser Prinzipien^schuldig. Vir WpllMdeWlchMen^ MchMMlmud, dieser jielgeschmäht.e; TMud. und RqbbiniSmüS nicht:!anz humane,ttfbeachmende-Lehren, gegen Andersläubige aufstellem . Hier nur einige Deispiele: „Wer den Götzendlenst -verwirft, heißt Jude Meg. 13. a,);, und es ist, als exkenne er das ganze sesetz unserer Thora am. (Nedar 25, a.) : Me Frommen der Völker der Welt haben An- -eil an der künftigen Glückseligkeit. (Sanhed. 105, a; Hgh Mimr Teschutz., s-5; Edoth 11, 10; M-l-ch. 8, 11.) , , , (Also keine Rede Ln diesem Lehrsätze davon, daß: „außerhalb der KirchekemHril sei"!) - So wie Israel die ihm gegebenen göttlichen Gebote^ hält, so halten andere Völker auch ihre Gebote; und so wie Israel den Allerheiligsten, gelobt er, anbetet, .ebenso beten ihn andere Völker an; wie geschrieben steht. Mal. 1, 11. Don Sonnenaufgang bis zu ihrem Niedergang ist groß mein Name unter den Völkern." (Tanch.Ekek 1.) " Auch der Nichtisraelite, sobald er mit seiner Glaubenslehre (der Noachiden) sich beschäftiget, ist ehrwürdig wie der Priester. (Sanhed. 59, a.) ' Das Gebot: Vor einem grauen Haupte sollst du üufstehen, und ehren den Greis (Lev: 19, 32), gilt auch von dem Nichtisraeliten. Selbst einen greisen Helden. bist du verpflichtet mit freundlichen Worten zu begrüßen Und ihm die Hand Zu reichen damit er sich an dich stützen kann. (Kidüsch 33 b;, Maim. Talm. 6, 9; Iore Deah. Ä11- S.) ' Öffnet euch, ihr Pforten, daffeinziebe ein gerechtes Volk! (Isams 2ü 2). Dib'^heillge Schrift sagt nicht, daß Priester, Leviten und Israeliten -77sondern Gerechte- — weß Volkes sie auch seien —^.hatten,^ ihren Einzug.'.',—' Ferner steht geschrieben: Gott zeigt sich gütig den Güten, die redlichen Herzens sind, 'mögen sie auch Heiden sein l (Toseph. Sab. Kam. 38, 1; deutlicher in Siphrah Parsch. Achre K. 13.) Himinel und Erde^rufe ich zum Zeugen auf: Es sei Einer Jude oderHeide, es sei Mann oder Frau u. st W., je nach seinen Werken ruht der helll'ge Geist auf ihm. (Ialk.Schoph. 15 fol. 9 a.) Auch die heidnischen-Armen Müßt du ungehindert an äffen milden Genüßen von deinen Felderttägnissen Antheil nehmen lassen. (Git. 59 b.) Die' nWsraelitifthen Armen soffst du verpMeu niit vestWäölitischen; ebeüso ihre Kranken besuchen, ihre Todren beerdigen, damit stets Friede und Eintracht bestehe. (1. c. 61, a.) Auch heißt eS Hr (Ps. 14s, 9.) Gott ist gütig gegen Alle, und seine Barmherzigkeit erstr^kt.M, auf alle seine Werke. (Maim.- Melach. 10,, 12; Iore Deah 151,12.) Schließlich noch eine interessante Stelle aus dem