Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1850-04-05 · 14 (5.4.1850) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
6 (1850)
Issue
14 (5.4.1850)
Date
1850-04-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2625941-2625942-2625956--2294-2626810
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

allgemeinen Wahlen einmal ein für die herrschenden Ansichten etwa* weniger Künftiges Resultat liefern, wird man auch hier wieder: anfangen, gegen, das verderbliche System der Kopfzahlwahlen zu eifern,, den Äeim zur A^urchie^ den^ Grund alles UebelS in ihnen entdecken und -Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um sie wieder auszürvkken Dann, wird allerdings eine solche Anschauung in der das Familien- und Sivpr fchafreinrereffe .repraftndircndek Bürgerschaft ihre eifrigste V-rirernng finden und es läßt sich eben Voraussagen, zu welchen praktischen Folgen dies führen wird, wenn es noch eine Schirmherrschaft mit Kreuz und Schwert in letzter Znsianz anzurufcu giebt. Dagegen ist die bürgerliche Gleichstellung der Juden mir den christlichen Einwohnern ein fsit uveomxl! von der An derjenigen die sich nicht mehr rückgängig machen lasten. Man bedanerr eS freilich,- aber man kann es nicht andern. Eine beträchtliche Anzahl jüdischer Familien sind bereits von Moisling, diesem Lübeckischen Ghetto, in die Stadt gezogen, ' und haben sich hier Mt'brenrheils als Mitglieder der Krämer-Compagnie niedergelassen; von den übrigen werden noch manche folgen. Nachdem sie m dieser Weise hier Besitz ergriffen haben, wird man/sie'nicht Mehr' daraus vertreiben können, ein so starkes Gelüste man auch dazu an manchen Orten verspüren mag. Nach den sogenannten Bcfreiungskritgen hat man eS freilich vermocht, aber was damals möglich war, ist es heute nicht mehr, und dann würde es jetzt an dem Schein der Lrgalikät für eine neue Austreibungsmaßregel fehlen, den man jener Zeit in der Unrechlmäßigkert der französischen Herrschaftden die Juden , ihre damalige Gleichstellung mit den Christen zu verdanken hatten , finden konnte. Kann man nun denjenigen Juden, welche Staatsangehörige sind, ferner nicht verwehren, an jedem belier Ligen Orte des Staatsgebiets sich mederzulassen und müssen alle HoffnÜMen.M eines neuen Ghetto fromme Wünsche, llleibett,. so sucht man sich dafür durch um so größere Unduldsamkeit gegen diejenigen Juden,, weiche - .ohne HeimalhSberechtigt zu fein hier das NftderlasiuvgSrecht.nachsuchenschadlos zu Halten. Jcherwahnft Ihnen schon neulich ein paar Fälle, wo jüdische Kautzeut«^ hie ein (zumal in solchen Händen) ausrekchendeS BetriebScaplcal nachweisen konnten, mit ihrem Äesuch um Gewinnung des Bürgerrechts abgewiesen wurden, jetzt ist von einem neuen Falle dieser Art die Rede, (N» V») - Zur .Schmach unserer fortgeschrittenen Zeitdie von Recht und Wahrheit doch schon bessere Begriffe hoben könnte, zur unauslöschlichen Schande des durch Pfaffen und Adel, Heucheleien umgaukelren Daierlanr des sikl dre Emanzipation der Juden in der Kammer der Reiche räche am Samstag den 16. v. M. mir einer Stimmenzahl von 29 gegen 6 auf die empörendst« Weift durch. So sind die langen warmen Hoffnungen unserer gedrückeen Glanbensbrüder in dem Lande Mizraim oder Baiern in ein Nichts geschmolzen. Wie ein Wandrer, der an einem Frühlingsmorgen bei den durchbrechenden Sonnenstrahlen in die mir Nebel umzogene Landschaft, auf den Sieg des leuchtenden Himmels« körperS härmend plötzlich zum namenlosen Schrecken die dichten ranhen Nebelwolken Herunterstürzen stehr, und nun den langen Weg seiner Fußreift trübe vor sich erblicket, so stehen die Israeliten, bestürzt durch den Donnerschlag dieses reichcverralheriscken Ausspruches. Wenn die Hand des gerechten Richters nicht mit Keulschlägen m die Plane von Oden eingreift, dann werden in Baiern viel« Jahre vergehen — und die Pfuhlbulle von 1813, welche die -Jüd«n sters zu ver, mindern und einzuschränken sich zur Aufgabe stellte, wird von den Männern, die dieses VuchstabengefttzeS .sich freuen, nur zu genau in Ausführung gekrackt werden. — Dock vertrauen wir ans den Ausspruch des Psalmtsten: „llnigeben uns die Feinde wie Bienenschwärme und wie Dornenfeuer — durch seinen Beistand werden wir sie überwinden " Diese Emanzipations-Angelegenheit hak zugleich unsere Droschüreniiteratur vermehrt, und wir Halten es für zweckmäßig diese Schriften näher -u besprechen, zumal die Verfasser wol zu den Capacitäte» der jüdischen Geistlichen in Daiern gehören. Vor uns liegt: „Einige Worte des Ausschlusses im Betreff der Emanzipation der Juden, von Selhmann Där Damberger, Rabbiner in Würzburg"; dann ein Sendschreiben: „Emanzipation und Religion der Juden, von Adler, Rabbiner in Kissingen"; zuletzt : „Eine Abwehr gegen erhobene Anschuldigungen über Judenkhum und Talmud, von H. Schwarz, Rabbiner zu Hürden". Um mir dem letzteren zu beginnen, fo Hat Herr Rab. Schwarz in schonender Gelassenhetr, in sanftmüthiger Ruhe fein Thema behandelt: Niemanden von den Feinden des JudenthumS ist er zn nahe getreten und hat mehr

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.