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Der treue Zionswächter · 1850-04-05 · 14 (5.4.1850) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
6 (1850)
Issue
14 (5.4.1850)
Date
1850-04-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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110 an, welche unumstößlich, thatfächlich zeigen, daß fragliche Begriffe schon seit ältesten Zeiten im Indenthum tief Wurzel gefaßt haben. „Ein Judeßwurde plötzlich vom Unglücke heimgesucht, sein Vermögen verminderte sich auffallend, und es starben ihm seine Kinder. Er wandte sich nun an den berühmten Rabbi Iehuda Hachasid — den Frommen — (gestorben zu Paris, 1215), diesem sein Leid klagend. »Bist du dir keiner Sünde bewußt?" fragte ihn der Rabbi. Eine einzige, antwortete jener; ich habe einmal einen Christen übervortheilt. Dieser ist gestorben, und mit dem Tode dieses Mannes scheint mein trauriges Schicksal seinen Anfang genommen zu haben. Da haben wir die Ursache deines Unglücks, sagte der Rabbi. Der Verstorbene hat dich jenseits angeklagt; denn weist du nicht, daß der Allgerechte, gelobt' ist er, Recht verschafft den Unterdrückten, er sei Jude oder Christ? Das Unglück wird dich so lange verfolgen bist du dein Unrecht wieder gut gemacht, nämlich den zugefügten Schaden den Erben jenes Christen ersetzt hast." (Fortsetzung folgt.) Die Orthodoxe» im Kampfe gegen die Neuern Von A, Mehr denn drei Jahrzehnte sind verflossen, seitdem das deutsche Vaterland in sanfter Nutze und ungestörtem Frieden die Kunst zu fördern nnd die Wissenschaft zu zu erweitern bestrebt ist. Könnten diese vom Himmel gesegneten Jahre nicht auch uns Gelegenheit bieten, sollten sie uns vielmehr. nickt mit Nachdruck ermuntern, das ausgcbreirete Feld unserer heiligen,, religiösen Literatur zu bebauen und seine heilsamen Früchte unter das Volk zu verrheiien? —- Wol hätten seitdem zahlreiche Schulen gestiftet, tausendmal mehr Jünglinge zu Bibel- und Talmudkundigen. und dadurch zugleich zu treuen Anhängern und frommen Gläubigen herangebilder werden können. Jedoch was ist geschehen? Die edlen Saaten, welche unsere Väter besorgt, wurden von den abtrünnigen Söhnen gleichsam zertreten. Was vor Jahrhunderten und Jahrtausenden gepflanzt, seitdem sorgfältig gepflegt und verhetz wurdefand in den jüngsten Jahrzehnten die heftigste Anfeindung, erlitt die ruchlosesten Angriffe. Den religiösen Studien und der. religiösen P stich chefiissenheir suchte man ihre Reize zu entreißen und sie dem Geschäfts- und Wohlleben zuzüwenden. Blühende und reichlich bemittelte Anstalten zur religiös-sittlichen und wissenschaftlichen Bildung wurden von den Urhebern der neuen, verkehrten Richtung in GewerbS- und andere profane Institute umgewandelr. worin überdies die Lehre vom Unglauben und Abfall die Haüptunrerrichrszweige wurden. Durch den Einfluß solcher Lehrer und Stasiarchen würden diese kurzsichtigen und unwissenden Menschen zuerst von den Gebräuchen, Formen und Sitten, dann von den Gesetzen und Rechten und endlich gar von den Dogmen des Glaubens hinweg gezogen. (Schluß folgt.) Berlin Die hiesigen strenggläubigen Juden haben eine Eingabe bei der Negierung gemacht, worin sie sich beschweren, daß der Wahltag für die erste Kammer auf einen Sonnabend bestimmt wurde, wodurch ste gehindert waren an der Wahl theilzuuchmen. Freie Städte. Lübeck, den 22 März. Die reelste von unfern Errungenschaften ist die „Juden Emanckpation^, weil ste gute Früchte trägt, und weil sie die einzige ist, von der wir Mit Sicherheit erwarten dürfen, daß sie unS nicht wieder genommen wird. Das allgemeine Stimmrecht ist in die Verfassung eingeführr, und die Grund» rechte stehen auf dem Papier, aber sie können uns über Nacht abhanden kommen, diese wie jenes, und die jetzige Bürgerschaft - obgleich sie aus allgemeinen Wahlen hervorgegangen istwäre die letzte Stelle, wo man eme Bürgschaft füe die Erhaltung dieser Errungenschaften ' suchen dürfte. So lange die allgemeinen Wahlen so scharmante ReftilMte liefern, wie sie. in der jetzigen Bürgerschaft vor Augen liegen- und wie sie aus ständischen Wahlen jedenfalls nicht zu erwarten wären, da-danü aüSdem Eorpyrakionsgeist doch überhaupt eine Opposition sich ^nkwiMDwuiche- -^ so lang^ wird man sich dieselben gerne gefallen lNssenwie denn alle, auch die enragittesten Gegner deS allgemeinen Wahlrechts verstummt sind und der Preisivürdigkeit desselben in seinerAnwendüngaufLübecketneeinmüthige stillschweigende Anerkennung zollen. Sobald ab» die

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