Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 13 (27.3.1850)
- Date
- 1850-03-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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sucht oder, aus sonstigen MlautemGründenBezüchtigte bedarf derselben, nicht, und noch weniger, die von der Schuld freie Gesammtheit. Ganz anders aber ist es, wenn es sich um eine Änschuldidung handelt, die gegen das Heiligste für jeden edlem Menschen, gegen die Religion selbst geschleudert wird; wenn man nämlich zu beweisen sich bemüht,- daß so manche Fehler, welche hie und da dem Israel Uten ankleben — und die doch in ihrem wesentlichen Grunde so oft nur ein Ausfluß des tausendjährigen schweren Druckes,, und. der geistig und sittlich entwürdigenden Behandlung sind, welche er während dieser langen Zeit zu erdulden hatte — daß so manche dieser Fehler nothwendig in seiner Glaubenslehre und Religion ihren Grund haben müßten. Hier ist es allerdings leicht möglich, dqß selbst der humanste, vom Geiste der Menschenliebe tief beseelte Nichtisraetite, der aber die Grundlehren der mosaischen Religion und des Talmuds nicht kennt, nachgerade in seinem Urtheile irre werden könnte. Wessen, Aufgabe ist es nun,, den im Irrthume Befangenen eines Bessern zu belehren? -- Sehr richtig bemerkt ein Herr. Abgeordneter:. „In allen religiösen Streitfragen giebt es nur ein Mittel zu einem klaren Resultate zu gelangen, und das ist : daß man die Entscheidung denjenigen überlasse, die selbst diesem Bekenntnisse angehören. Gilt nun diese Wahrheit von allen religiösen Streitfragen überhaupt, so ist es um so mehr die, Pflicht des Israeliten, von dessen Religion es Heißt: „Sv bewahret und haltet sie, denn das ist eure Weisheit und Einsicht vor den Augen der Völker, welche alle diese Satzungen vernehmen und sprechen werden: Nur eine weise und einsichtige Nation ist dieses große Volk." (Deut. 4 6.) so ist es um so mehr seine Pflicht, für die Vertheidigung seiner Religion in die Schranken zu treten, falsche Anschuldigungen gegen dieselbe, mit der Kraft der Wahrheit und der Ucberzeugung zurückzuweisen und durch Wort und That zu zeigen, daß ihre Lehren: tadellos, lauter und seelenerquickend sind. (Psalm 19.) Don diesem Pflichtgefühle geleitet^ unternahm ich es nun, die von einigen Mitgliedernder hohen Kammer der Abgeordneten vorgebrachren vier Hauptanschuldigungen gegen das Judenthum und den Talmud in vorliegender Schrift zu beleuchten, und die auf diese Anschuldigungen sich begründeten vier Fragen zu beantworten. Der unparteüschr Leser prüfe und urtheile, nicht Mit Pelchech Geschick wirsolche ^gelost habendenn Air kennen sehr Mol das Maaß unserer geringen' Kräfte, Loch, mit-MeMr innern Wahrheit und mit welcher Kraft her Ueber- Zeugung jene Stimmen selbst fstr die Sache des Rechts und der Wahrheitsiegreich Kämpfen., die wir aus jenen so geschmähten Quellen unserer Lehre selbst sprechen lassen.: ... , ' > ' (Fortsetzung folgt.) - ZertUNgsMchpWterr. ' Hannover. Hannover. Nachdem die DildungSavsialt für jüdische Lehrer seit dem 7. November 1848 ins Leben getreten ist, har sie in Erreichung ihres Zweckes erfreuliche .Fortschritte gemacht. Es sind 9 Schüler ausgenommen, welche in 2 Abtheilüngen und, 39 wöchentlichen Stunden den Unterricht in den Lehrgegenständen erhalten haben, welche im Plan der Anstalt verzeichnet sind. Wir können im Manzen mit dem Erfolg deS Unterrichts nur zufrieden sein — wie denn binnen Kurzem zwei Zöglinge die Anstalt verlassen können, um ihren Beruf als Lehrer anzutreten. Auch hoffen wir, daß eS der Anstalt an Zöglingen nicht fehlen werde, da schon jetzt mehrfache neue Anmeldungen eingelaufen, und andere demnächst noch zu erwarten sind. Kann also in dieser Beziehung daS Resultat nur als ein erfreuliches bezeichnet werden — so müssen wir leider! im Hinblick auf die Geldverhälmisse begründete Klagen aus sprechen. Die. Anstalt ward, bei durchaus ungenügenden Mitteln und unter den ungünstigsten Zeirverhälmisiennur in der festen Zuversicht vorläufig eröffnet, daß ein Werk, dessen Nochwendigkeit und Nutzen zumal für die jüdischen Landgemeindensü offenklmdrg ist, wenn es einmal ins Leben getreten, lebendigerekhältgere Theilnahme finden werde —- daß Manche, welche im Zweifel über das Zustandekommen ihre Beiträge zurückgehalten, freudig beitragen Würden, wenn ihre Zweifel durch das fertige Werk gelüst worden. Leider! ist diese Hoffnung bis jetzt nicht in Erfüllung gegangen, vielmehr sind seit jener Zeit fast gar keine Beiträge mehr eingegangen, und ohne eine außerordentliche Unterstützung, welche uns durch die Munificenz des hohen Königlichen Ministerii deS Znnekn zügefioffen