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Der treue Zionswächter · 1850-03-15 · 11 (15.3.1850) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
6 (1850)
Issue
11 (15.3.1850)
Date
1850-03-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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86 in so größer Anzahl wie daS hebräische, vorgenommen würden, bis erst ein guter, BegrisssvMath von wahrem Judenthum in des Kindes Herz Wurzel gefaßt habe. Aus dem Entgegengesetzten läßt sich nun gar leicht die gegenwärtige Schroffheit des Kindes in der jüdischen Schule erklären; denn durchschnittlich 3 Stunden täglich beim jüdischen Unterricht, 5 Stunden beim deutschen; dabei auch größtentheils Privatstunden und Aufgaben; — wer anders als eben der Religionslehrer empfindet nun die Widerwärtigkeiten davon, wer anders als er empfindet die Unlust der Jugend, nachdem diese durch den Anwachs von Lehrstunden ganz abgespannt ist? Wie können nun beide, Lehrer und Schüler mit gutem Erfolge noch vereint wirken? Auch. daher nun hauptsächlich der Mangel religiöser Bildung! Will nun der Lehrer ganz gewissenhaft sein, so daß ihn nicht treffen mögen die Worte: ricw -»-ch so muß er mehr als gewöhnlich rüstig und thätig in seiner Schule wirken, zumal, wenn hier erwähnt werden muß, wie viele und manche Unarten ihm allzuoft die Kinder aus den Volksschulen mitbringen, die er doch nothwendig um so mehr zu tilgen bemüht sein muß, wenn seine Lehren Wurzel fassen sollen. — Daher gehört es auch jetzt zu den Seltenheiten, daß, wenn ein Knabe zu 14 Jahren seine Rcligronsschulc verläßt, im Jüdischen — wie man zu sagen pflegt — gut Bescheid wissc- Wer nun bestrebt ist, bei diesem seinem Unterricht das Interesse der Schüler anzurcgen und festzuhälten^ wer das Glück hat, Kinder guter religiöser Eltern zu unterrichten, die die Natur mit Geistesanlagen befähigte, der bat Vieles, der hat Alles gewonnen. Sie lernen leicht und gern, begreifen schnell und von selbst, wiederholen und vergessen das Gelernte sobald nicht wieder. Der Stoff wird ihr Eigenthum; das Anfgeben ist dann keine Last mehr, sondern eher ein Erlauben, dieses oder jenes mündlich oder schriftlich wiedergeben zu dürfen. Wenn man die Eigenthümlichkeit der Kindesnatur betrachtet, so lassen sich wol folgende Regeln, das Interesse zu wecken, daraus herleiten: 1) Kinder sind mehr sinnlich als vernünftig; sie. sind an abstraktes Denken, zu welchem ihnen die Verstandesreife und die Fülle der Anschauung abgeht, nicht gewöhnt, daher sei der Unterricht: s) anschaulich, d. h. man mußin ihren KrM hrnabsteigen, in ihre Erlebnisse, in ihte Erfahrungen, Ln ihrrSprache nnd An- : schauungsweise, b) gefällig, lebendig, heiter, d. i. mit Elfte das Lehramt treibend - 2) Die Kinder sind/ein bewegliches^ unruhiges Volkdas junge Blut fließt/rasch/durch ihre Adern, demnach a) sollen sie so viel als möglich thätig fein, d) sich unter einander ffragen über etwas Durchgesprochenes, Erlerntes, sich selbst Falsches verbessern u. m. vgl. . . 3) Man lasse sie oft wiederholen. Ein Drittel der Lehrzeit wende man zur Repitition an. Die Geläufigkeit in einer Sache, das Bewußtsein etwas gut zu wissen und zu können, erweckt Vergnügen und Freude zum Weiterschreiten. Es geht ihnen wie den Wanderer, der auf einer Höhe angelangt, gern zurückschauet auf den Weg, den er hinter sich hat. Die beste Wiederholung aber ist die praktische Anwendung; wenn das erlernte und gekannte Gesetz in vielen Fällen wieder erkannt wird. Diese Repetition . macht sich von selbst, der Lehrer braucht nur darauf hiuzuweisen. Um nun noch so vielfältigen Schulübeln nach und nach abznhelfen, möchten, wie Herr Rabbiner Bodenheimer in Krefeld es eingeführt, auch in jedem Bezirke alljährliche Lehrerkonferenzen ftattfinden. Ter Religionsunterricht soll die Grundlage aller andern Lehren sein; dennoch wirken des Lehrers und der Eltern Führung entschiedener und bleibender als das Wort. Kinder lernen oft mehr und besser durch das, was Eltern und Lehrer sind» als durch das. was sie wissen. So wie nur das Herzliche Vertrauen erwecken kann, so kann auch nur der wahrhaft religiös-sittlich Gebildete zum Judenthume erziehen. — Also gelten diese Worte ganz besonders Euch, meine theucrn Amts-- Und Glaubensbrüder, die Ihr im Weinberge des Herrn zn warten habt. Umgang.; Böse Beispiele verderben gute Sitten. Ein räudiges Schaf steckt die ganze Heerde an, und endlich : sage mir mit wem du umgehst, so will ich dir sagen, wer du bist. Diese wahren und alten Worte gelten immer für Jung und Alt. Die zarte

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